Implantate & Prothesen

Implantate: Definition, Formen und Funktion

26. Mai 2020, 09:31 Uhr   |  medical design

Implantate: Definition, Formen und Funktion
© Medtronic

Elektrodenfreier Herzschrittmacher

Von Zahnimplantaten über Stents bis hin zu Herzschrittmachern

Aktualisiert: 1. Dezember 2020, 10:15 Uhr

Definition

Ein Implantat ist ein im Körper eingepflanztes künstliches Material, das permanent oder zumindest für einen längeren Zeitraum dort verbleiben soll. Dabei unterscheidet man häufig nach medizinischen, plastischen und funktionellen Implantaten. Im Gegensatz zum Implantat beziehungsweise zur Endoprothese wird eine Exoprothese außen am Körper angebracht.

Formen & Funktion

Passive & Mechanische Implantate

Die größte Gruppe umfasst passive beziehungsweise mechanische Implantate zur Wiederherstellung von Form und Funktion, dazu zählen unter anderem Stents, Brustimplantate, Zahnimplantate sowie Herzklappenimplantate.

Stents

Ein Stent (deutsch Gefäßstütze) dient zum Offenhalten von Gefäßen und Hohlorganen. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um eine Spiraldrahtprothese in Röhrchenform aus Metall oder Kunststoff.  

Sirolimus-freisetzendes koronares Stentsystem von B.Braun
© B.Braun

Sirolimus-freisetzendes koronares Stentsystem

Verwendung finden Stents zum einen in Blutgefäßen, speziell in den Herzkranzgefäßen. Zum anderen dienen Stents in der Krebsbehandlung dazu, durch bösartige Tumoren verursachte Verengungen (zum Beispiel Luftröhre, Gallenwege oder Speiseröhre) nach einer nach einer Aufdehnung offenzuhalten.

Eine Weiterentwicklung ist die Verwendung von Gefäßstents, die mit aktiven Substanzen (drug eluting stents, DES)  beschichtet sind. Der eingesetzte Wirkstoff wirkt der Restenose, also einem erneuten Gefäßverschluss, entgegen. Allerdings ist deren Überlegenheit nicht vollständig nachgewisen. Je nach Studienlage kann es trotz der Medikamente zu einem erneuten Gefäßverschluss kommen – oder eben nicht.

Zu den bekanntesten Herstellern von Stents zählen unter anderem:

Zahnimplantat

Zahnimplantate haben eine meist schraubenförmige Struktur und werden durch einen Implantologen mit einem kleinen chirurgischen Eingriff in den Kieferknochen eingeschraubt. Dort verwachsen Implantat und Knochen dann während der sogenannten »Osseointegration« zu einem festen Verbund. Dadurch entsteht eine stabile Basis für den Zahnersatz. Das Implantat steht wie ein eigener Zahn fest verwurzelt im Kieferknochen. Kronen, Brücken, oder Elemente zur Verankerung von Prothesen oder Epithesen können sicher befestigt werden. Das Zahnimplantat übernimmt damit ähnliche Funktionen wie eine natürliche Zahnwurzel. 

Weltweit gibt es etwa 80 größere Hersteller. Zu den bekanntesten zählen: Dentsply Friadent, Nobel Biocare, Camlog, Astra Tech sowie Straumann. In Deutschland sind zur Zeit über 100 verschiedene Implantatsysteme (weltweit 200 – 300) erhältlich. Diese Systeme unterscheiden sich trotz gleicher Grundidee und meist gleichem Grundmaterial (Titan) teilweise erheblich durch Implantatdesign, Oberflächenbeschaffenheit oder Aufbautenvielfalt. 

Elektronische Implantate

Eine weitere Gruppe bilden elektronische Implantate zur Verbesserung von Organfunktionen, zum Beispiel Herzschrittmacher, Cochleaimplantate sowie Hirnschrittmacher.

Aus der Praxis

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