Ambient Assisted Living

Ältere Menschen zeigen unerwartet großes Interesse

7. Dezember 2018, 15:00 Uhr | Smartservicepower
Ambient Assisted Living (Symbolbild)
Ambient Assisted Living (Symbolbild)
© Pixabay

Die von Dritten für sie geführte Debatte um angeblich fehlende Technik-Affinität und Digitalkompetenz interessiert viele Senioren nicht. Sie wollen praktikable und exakt auf ihre Anforderungen zugeschnittene Lösungen. Das zeigen nicht zuletzt zwei aktuelle Studien.

Demografischer Wandel und drohender Pflegenotstand erzeugen neben politischem Handlungsdruck auch enorme Chancen für Anbieter aus den Segmenten Wohnungsbau, Pflege oder Verwaltung. Vorreiter und Inkubator für die Bereitstellung einer breiten Palette von Diensten für IT-unterstütztes Leben in den eigenen vier Wänden ist die neue Plattform »Smart Service Power« (SSP). Aktuelle Umfragen der FH Dortmund belegen zudem, dass Senioren durchaus stark an Lösungen für autonomes Wohnen interessiert und bereit sind, dafür zu zahlen. Mehr noch: Sie machen Autonomiesysteme zu einem extrem wichtigen Thema.

Das FH-Team befragte schwerpunktmäßig Menschen über 50 Jahre. In der ersten Studie zur Nutzung und Akzeptanz von assistierenden Techniken im Alter waren 59 % der Umfrageteilnehmer über 50, in der zweiten Studie zu Wohnen im Alter und Techniknutzung 85 % über 50, und 59% über 65 Jahre alt. Beide Umfragen liefen von März bis Mai 2018 im Rahmen mehrerer Veranstaltungen in Dortmund und brachten im ersten Durchlauf 230, im zweiten 335 ausgefüllte Fragebögen.
 
Insgesamt zeigte die Mehrheit der nahezu paritätisch vertretenen befragten Senioren und Seniorinnen eine hohe Technikaffinität und Offenheit gegenüber technischen Geräten. So können sich 89 % der Teilnehmer vorstellen, bei Pflegebedürftigkeit von altersgerechten Techniken zusätzliche Unterstützung zu erhalten. Gleichzeitig steht der Erhalt persönlicher Freiheitsgrade im Vordergrund: Immerhin 62 % der Interviewten sind der Meinung, dass sie mit einer engen Begleitung durch ein Assistenzsystem in der eigenen Wohnung mehr Privatsphäre haben – weil beispielsweise der Pflegedienst nur dann vorbeikommt, wenn er tatsächlich gebraucht wird.

Datensicherheit kennt kein Alter
 
Ein sehr hoher Anteil der Befragten, 85 %, legt erwartungsgemäß großen Wert auf Datensicherheit und möchte wissen, was mit ihren Daten passiert. Desungeachtet wären 44 % bereit, einen Teil ihrer Daten anonymisiert Unternehmen zur Verfügung zu stellen, falls die Nutzung der technischen Geräte für sie damit preiswerter würde. Insgesamt 73 % wären dazu bereit, bei Bedarf ihre Wohnung für ihre Pflegebedürfnisse umgestalten zu lassen, etwa über die Integration einer automatischen Sturzerkennung. Grundsätzlich besteht die Bereitschaft, für ein Assistenz-System Geld auszugeben. Zusammen 53 % der im ersten Durchgang befragten würden bis zu 79 Euro monatlich zahlen wollen, 73 % der Teilnehmer der zweiten Umfrage würden ihre Wohnung entsprechend ihrer Pflege- oder Unterstützungs-Anforderungen umbauen lassen. (me)


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