Neue App für COPD-Patienten

Inhalieren will gelernt sein

14. Juni 2018, 10:00 Uhr | VisionHealth
Kata soll COPD-Patienten dabei helfen, zum richtigen Zeitpunkt und effektiv zu inhalieren.
Kata soll COPD-Patienten dabei helfen, zum richtigen Zeitpunkt und effektiv zu inhalieren.
© VisionHealth

Schlüssel im Kampf gegen COPD ist die Therapietreue. Kata, die App des Münchener Startups VisionHealth, soll Betroffenen bei Therapietreue und Behandlungseffizienz helfen und nebenbei die Kosten für chronische Lungenerkrankungen senken, die allein in der EU jährlich 82,3 Milliarden Euro betragen.

Chronisch obstruktive Lungenerkrankungen (COPD) sind mitunter lebensbedrohlich. Bis zum Jahr 2030 wird es die Krankheit sein, die die dritthäufigste Todesursache ist. Dennoch ist der Begriff COPD einer großen Mehrheit der Deutschen unbekannt. Und das, obwohl hierzulande laut der BOLD-Studie (Burden of Obstructive Lung Disease) im Jahr 2030 mit 7,9 Millionen Betroffenen zu rechnen ist. COPD ist in den Industrieländern inzwischen eine der häufigsten Todesursachen und die Todesfälle steigen an. Bis zum Jahre 2030 wird die Krankheit nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die dritthäufigste Todesursache sein. Ausgelöst wird COPD in der Regel durch Rauchen.

Digitalisierung eröffnet neue Möglichkeiten

»COPD wird trotz seiner Gefährlichkeit und Verbreitung noch stark unterschätzt, viele Patienten ahnen gar nicht, dass sie die Inhalationsgeräte falsch gebrauchen, weil ihnen das niemand demonstriert», sagt Dr. Gerhard Scheuch, Lead-Investor der VisionHealth. Das Münchner Start-up hat mit Kata eine App entwickelt, die Erkrankten beim Gebrauch der Geräte effektiv helfen soll. »Die App bietet hier eine großartige Chance, als kleines aber sehr wichtiges Puzzlestück einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen diese tückische Erkrankung zu leisten«, so Scheuch.

Sport in Maßen, die richtige Ernährung und Impfung bei gleichzeitigem Verzicht auf ungesunde Gewohnheiten wie Rauchen sind wichtig bei der Behandlung. Medikamentös lässt sich COPD analog zu Asthma behandeln; die Mehrheit der Betroffenen verwendet Inhalationsgeräte. Entscheidend für den Erfolg der Behandlung aber ist neben der korrekten Anwendung der Geräte nicht zuletzt die Therapietreue, d.h. die regelmäßige Einnahme von Dauermedikamenten. Auch dann, wenn die Belastung nicht akut ist.

An diesen Punkten setzt die App an: Kata ermöglicht als digitaler Assistent dank künstlicher Intelligenz und Augmented Reality eine effektive Inhalationstherapie für sämtliche verfügbare Inhalationsgeräte. Die App leitet den Nutzer an, misst etwa die aufgenommene Menge des Wirkstoffs, erinnert an Anwendungen, analysiert den Gebrauch und gibt Rückmeldung, um Inhalationstechnik und Therapietreue zu verbessern. Mit ausdrücklicher Genehmigung der Patienten und unter Einhaltung des Datenschutzes aggregiert Kata anonymisierte Datensätze. Diese erlauben es Wissenschaftlern, Therapien weiterhin zu optimieren. Und ganz nebenbei senkt die Therapietreue auch die Behandlungskosten, da die Inhalationsgeräte effizienter genutzt werden.

Finanzierungsrunde auf aescuvest

Um die anstehenden Entwicklungsschritte und die Vorbereitung zur Markteinführung von Kata umsetzen zu können, präsentiert sich das junge Unternehmen derzeit einem großen Publikum auf der auf Gesundheitsunternehmen spezialisierte Crowdinvesting-Plattform aescuvest. Anleger haben dort bereits knapp 60.000 Euro investiert. Das Ziel: 200.000 Euro, um noch in diesem Jahr zur Marktreife fertig entwickeln zu können. (me)

Die App schätzt ab, ob die notwendige Wirkstoffmenge die Lunge auch tatsächlich erreicht wurde und gibt Tipps zur Verbesserung.
Die App schätzt ab, ob die notwendige Wirkstoffmenge die Lunge auch tatsächlich erreicht wurde und gibt Tipps zur Verbesserung.
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