9. Nationaler Fachkongress Telemedizin

Telemedizin ist nichts für Einzelkämpfer

10. Dezember 2018, 17:00 Uhr | DGTelemed/ZTG
Diagnosen via Handy sind in Baden-Württemberg schon bald Realität.
Telemedizin Symbolbild
© Pixabay

Vor über 130 Teilnehmern eröffnete Christian Klose (Bundesministerium für Gesundheit) letzte Woche den 9. Nationalen Fachkongresses Telemedizin. Insgesamt zwei Tage wurde in Berlin über aktuelle Lösungswege und Handlungsbedarfe rund um die Themen Telemedizin und eHealth diskutiert.

Klose forderte die Akteure des Gesundheitswesens dazu auf, verstärkt auf intersektorale Kooperation zu bauen. Im Zuge dessen sei das große Ziel, eine von allen Akteuren genutzte Informationsplattform zur Vernetzung aufzubauen. Er betonte, dass Patienten immer stärker den digitalen Datenaustausch befürworten und auch fordern. Dabei würden sich letztlich nur die Techniken durchsetzen, die einen Mehrwert für den Menschen generieren: für Ärzte und sonstige medizinische Fachberufe, für die Pflege und für den Patienten. Digitalisierung müsse dafür verstehbar und erlebbar sein, so Klose. Dabei biete Telemedizin eine deutlich bessere und effizientere Versorgung, nicht zuletzt durch übergreifende Kommunikation. Außerdem könnten digital erfasste Gesundheitsdaten besser für Forschung, Diagnose und Therapie genutzt werden durch neue Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI) oder Big Data.

Klose forderte außerdem  dazu auf, die Bereitschaft der Selbstverwaltung zur Digitalisierung zu stärken. Dies müsse über rein finanzielle Anreize hinausgehen. Er sehe die elektronische Patientenakte (ePA) als Grundvoraussetzung für eine vernetzte Gesundheitsversorgung.

DGTelemed veröffentlicht Positionspapiere

Die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin e. V. (DGTelemed) hat in gemeinsamer Arbeit mit der ZTG Zentrum für Telematik und Telemedizin GmbH ein Positionspapier erarbeitet, das Handlungsempfehlungen zur Festlegung von Interoperabilitätsstandards für alle telemedizinischen Anwendungen beinhaltet.

Eine intersektorale Vernetzung durch Telemedizin kann die Versorgung weiter Bevölkerungsgruppen erheblich verbessern. Vor allem chronisch Erkrankte oder medizinisch unterversorgte Regionen können nachhaltig davon profitieren. Um die Digitalisierung in der Medizin zu fördern und damit den Nutzen der Telemedizin zu erschließen, müssen jedoch kurzfristig geeignete technische und ökonomische Rahmenbedingungen geschaffen werden. Dies ist jedoch noch nicht der Fall. Vor allem herstellereigene Datenformate führen deshalb aktuell zu Parallelsystemen und sehr aufwendiger Datenintegration. Beides verhindert effiziente Marktstrukturen und die Verbreitung telemedizinischer Lösungen.

Das zweite Positionspapier gibt hingegen Handlungsempfehlungen für die Weiterentwicklung des Innovationsfonds. Diese legen den Fokus auf sektorenübergreifende Kooperationen, die Anpassung der Ausschreibungsschwerpunkte, eine Konkretisierung und Differenzierung der Evaluationskriterien sowie auf die Schaffung klarer Vergütungsregelungen und die Implementierung in das GKV-Versorgungssystem. (me)

 

 

 

 


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