Health-i Award 2021

Biomaker und Apps überzeugen

In drei Kategorien wird der Health-i-Award 2021 vergeben.
Die Gewinner und Gewinnerinnen des Health-i-Awards 2021 stehen fest
© Marc-Steffen Unger

Das sind Deutschland beste Gesundheitsinnovationen

Health-i ist eine gemeinsame Initiative der Techniker Krankenkasse (TK) und des Handelsblatts. Die Initiative bietet seit 2016 wegweisenden Projekten im Gesundheitswesen eine Plattform und Förderung. Der Health-i Award, der jährlich vergeben wird, würdigt die Innovationskraft der Projekte, gibt den Vordenkerinnen und Vordenkern eine reichweitenstarke Bühne und hilft ihnen durch Wissenstransfer beim Eintritt in den Gesundheitsmarkt.

Über 200 Bewerbungen sind in diesem Jahr eingegangen, aus denen eine siebenköpfige Fachjury jeweils zwei Finalistinnen und Finalisten in den Kategorien Junge Talente, Unternehmen und Start-ups sowie die Gewinner und Gewinnerinnen kürte. Neben den Präsentationen der sechs Projekte fand auch ein Austausch mit TK-Vorstandschef Dr. Jens Baas, Britta Rybicki, Fachredakteurin des Handelsblatts und Stephanie Kaiser, Mitglied im Digitalrat der Bundesregierung und Gründerin der Heartbeat Labs GmbH, statt. Diskutiert wurde unter anderem, wie die digitale Transformation des Gesundheitswesens in Deutschland gelingen kann und Gesundheitsinnovationen besser gefördert werden können. Im Anschluss wurden die Awards an die Gewinnerinnen und Gewinner übergeben. 

Unternehmen: Mit Biomarkern in Richtung Zukunft

Biomarker sind biologische Merkmale, die im Blut oder in Gewebeproben gemessen werden können. Mit ihnen können krankhafte Veränderungen nachgewiesen werden, insbesondere seltene Erkrankungen. Dr. Anne Schwerk und Prof. Dr. Carsten Ullrich von Centogene haben eine auf Künsliche Intelligenz (KI) basierende Technologie entwickelt, die die Entdeckung von metabolischen Biomarkern im Blut vereinfacht. Durch die Methode können Zeitaufwand und Materialkosten bei der Diagnose um rund 90 Prozent reduziert werden. Die neue Technik beschleunigt darüber hinaus die Entdeckung neuer Biomarker - die Identifizierungszeit dauert nun statt bisher mehreren Monaten nur noch wenige Minuten. 

Start-ups: Digitale Nachsorge bei psychischen Erkrankungen

Menschen, die aufgrund einer psychischen Erkrankung stationär aufgenommen wurden, haben es nach der Entlassung aus dem Krankenhaus häufig schwer, eine Anschlussbehandlung zu erhalten. Mit seinem Team entwickelte Dr. Christian Aljoscha Lukas die App Mentalis, die helfen soll, diese Versorgungslücke zu schließen. Der  Algorithmus der App kreiert einen individuellen Therapieplan; zudem beinhaltet die App ein umfangreiches E-Coaching-Programm. Die Wirksamkeit der Anwendung wurde wissenschaftlich bestätigt. Sie soll zum Beispiel bei der Behandlung von Alkoholabhängigkeit, Depressionen, Essstörungen und Borderline-Persönlichkeitsstörungen eingesetzt werden.

Junge Talente: Immer in Kontakt mit dem Ärzteteam

Dr. Sophie Lehnerer und Dr. Maike Krause sind Neurologinnen an der Charité in Berlin und haben die App MyaLink entwickelt. Rund vier Millionen Menschen in Deutschland leiden an einer seltenen Erkrankung, für die Behandlungen müssen sie Spezialistinnen und Spezialisten aufsuchen, weite Strecken zurücklegen und lange Wartezeiten in Kauf nehmen. Diesen Menschen soll MyaLink helfen: Selbstgemessene Vitalparameter und Krankheitssymptome können über das Nachrichtenmodul direkt an die Spezialistinnen und Spezialisten übermittelt werden. So kann die Therapie entsprechend schnell angepasst werden. Dieses Angebot kann zu einer erhöhten Lebensqualität der Patientinnen und Patienten führen, Klinik-Aufenthalte vermeiden helfen und Behandlungsprozesse optimieren. (me)


Verwandte Artikel

WEKA FACHMEDIEN GmbH