Start-Up-Förderung in Bayern

Die Gewinner des Medical Valley Awards 2023

8. Mai 2023, 16:54 Uhr | Ute Häußler
© Medical Valley

Die fünf ausgezeichneten Forschungsteams können für jetzt ein Start-Up für ihre innovativen Medizintechnik-Ideen gründen und erhalten dazu eine finanzielle Förderung in Höhe von je 500.000 Euro sowie individuelle Unterstützung durch die Expertise des Medical Valley-Netzwerkes.

Die Gesundheitsversorgung von morgen aktiv mitgestalten - darauf können sich die Gewinner des Medical Valley Award freuen, der am 04. Mai 2023 zum vierten Mal in Erlangen vergeben wurde. Die Auszeichnung des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie beinhaltet eine maßgeschneiderte Unterstützung der Ausgründungsideen, eine Förderung und auch Vertrauensvorschuss, wie Dr. Jannik Lockl, CEO von inContAlert und Award-Alumni in seiner Keynote betont.

»Durch das effiziente Zusammenspiel von Forschung, Industrie, Gesundheitsversorgung und Politik im Medical Valley-Netzwerk werden Synergieeffekte geschaffen, die jungen Gründerinnen und Gründern perfekte Startbedingungen bieten, um ihre Ideen zu verwirklichen und erfolgreich auszugründen. Das haben die vielen Erfolgsgeschichten der letzten Jahre, u.a. die von inContAlert, eindrücklich gezeigt«, so Marco Wendel, geschäftsführender Vorstand des Medical Valley EMN e. V. - er spielt damit auf den Netzwerk-Effekt des Clusters und den Healthvcare-Standort Bayern an.

Diese Startbedigungnen und eine Förderung von je 500.000 Euro sollen nun den folgenden fünf Gewinnerteams und deren Forschungsinnovationen zugute kommen:

  • FET-O-MO-DE: Fetal Optoacoustic Monitoring Device
    FET-O-MO-DE entwickelt eine nicht-invasive Methode, mit der es möglich sein soll, die Sauerstoffsättigung im Gehirn des ungeborenen Kindes während der Endphase der Geburt zu messen. Damit soll eine bestehende hochsensible Versorgungslücke im Bereich der Perinatalmedizin geschlossen werden. (Ausgründung des Universitätsklinikum Erlangen um das Team PD Dr. med. Ferdinand Knieling, Prof. Dr. med. Heiko Reuter, Adrian Bühler, Prof. Dr. med. Matthias W. Beckmann)

 

  • GraspAgain: Wiederherstellung der Handfunktion durch eine intelligente Neuroorthese
    Das Projekt GraspAgain zielt mit einer intelligenten Neuroorthese darauf ab, die Handfunktion von Menschen mit neuromuskulären Einschränkungen wiederherzustellen. Das Projekt umfasst zwei Forschungsschwerpunkte: ein nichtinvasives Brain-Machine-Interface und eine Mechatronik.
    (Ausgründung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg um das Team von Prof. Dr. Alessandro Del Vecchio, Dominik Braun, Jonas Walter, Charlotte Pradel, Thomas Kinfe, Matthias Ponfick)

 

  • ProDia: Verfahren für die Früherkennung und Verlaufskontrolle von Krebs
    Das Projekt ProDia hat es sich zum Ziel gemacht, die prädiktive Diagnostik von Tumorerkrankungen durch ein innovatives Messverfahren der Protease-Aktivität in Plasma-Vesikeln maßgeblich zu verbessern.
    (Ausgründung des Universitätsklinikum Erlangen um das Team von Prof. Dr. med. Andreas Baur, Julio Vera-Gonzalez, Jan van Deun, Jan Lüddecke, Nils Paust)

 

  • VirtuHance: KI-Technologie statt konventioneller MRT-Kontrastmittel
    Das Team von VirtuHance arbeitet an einer KI-Technologie für die Magnetresonanztomographie (MRT), die intravenöse Injektionen gadoliniumhaltiger Kontrastmittel in Zukunft in vielen Fällen ersetzen könnte.
    (Ausgründung des Universitätsklinikum Erlangen um das Team von Dr. med. Sebastian Bickelhaupt, Andrzej Liebert, Hannes Schreiter)

 

  • 2NA FISH: Räumliche Messung von microRNA Biomarkern für prädiktive Krebsdiagnostik
    Die Auswahl erfolgloser Krebstherapien führen zu Nebenwirkungen, verringerter Überlebenszeit und hohen Kosten. 2NA FISH entwickelt eine Plattformtechnologie zur Messung von RNA-Biomarkern im räumlichen Kontext, um bei der geeigneten Therapieauswahl im Rahmen einer Krebsdiagnostik zu helfen und so möglicherweise erfolglose Therapien, Nebenwirkungen, verringerte Überlebenszeit und hohe Kosten zu vermeiden oder zu mindern.
    (Ausgründng der Technischen Universität München um das Team von Dr. Christina Glantschnig, Joshua Stiller, Kristina Gasch, Simon Starginger, Gowtham K. B. Gopinath, Andreas Bausch)

 

Medical Valley Europäische Metropolregion Nürnberg e. V.
Das Medical Valley EMN e. V. ist ein internationales Cluster im Bereich Gesundheitswirtschaft. Hier sind hochspezialisierte Forschungseinrichtungen, international führende und zugleich auch viele heranwachsende Unternehmen aktiv. Diese kooperieren eng mit weltweit renommierten Einrichtungen der Gesundheitsforschung im Cluster, um gemeinsam Lösungen für die Herausforderungen der Gesundheitsversorgung von heute und morgen zu finden. Nach der Ernennung zum nationalen Spitzencluster 2010 durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) wurde Medical Valley 2017 zu einem von 12 nationalen „Digital Hubs“ vom Bundeswirtschaftsministerium ernannt. Als Clustermanagement-Organisation fungiert Medical Valley EMN e. V. seit 2007 und vernetzt aktuell ca. 250 Mitglieder aus Wirtschaft, Wissenschaft, Gesundheitsversorgung, Netzwerken und Politik.
www.medical-valley-emn.de

 


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