Meilensteine der KI

Die wollen doch nur spielen

22. Februar 2019, 16:00 Uhr   |  Melanie Ehrhardt

Die wollen doch nur spielen
© Pixabay

Furby: Nervig, aber intelligent

Ob DeepMind, AlphaGo oder sogar Furby: Beim Blick auf die KI-Meilensteine könnte man glatt den Eindruck gewinnen, die smarten Maschinen wollen vor allem spielen. Aber das täuscht und beängstigt selbst Astrophysiker. Aber müssen wir uns tatsächllich fürchten?

Als Stephen Hawking im März 2018 verstarb hinterlieÿ er derWelt nicht nur wichtige Erkenntnisse. In seinem letzten Buch warnte er uns vor unserer Auslöschung: Eine Super-KI wäre entweder das Beste oder das Schlimmste, das der Menschheit zustößt.Für Hawking bestand das Risiko Künstlicher Intelligenz (KI) jedoch nicht in ihrem Missbrauch, sondern in deren Kompetenz. Eine KI sei womöglich so gut und resolut in ihren Entscheidungen, dass die Auslöschung der Menschheit nur ein Nebenprodukt sei. Kurz: KI wird den Menschen insgesamt ersetzen.

Wirklich? Steht die Auslöschung der Menschheit kurz bevor? Vielleicht im Kinderzimmer, denn ein Blick auf die Meilensteine der KI-Geschichte zeigt: Die meisten von ihnen – so schenit es – wollen vor allem einfach nur gerne spielen. Zum Beispiel DeepBlue, eine der ersten KIs, die auch einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurde. Dem von IBM entwicklten Schachcomputer gelang es 1996, den damals amtierenden Schachweltmeister Garri Kasparow in einer Partie mit regulären Zeitkontrollen zu schlagen. 1997 gewann der Computer sogar gegen Kasparow einen ganzen Wettkampf aus sechs Partien unter Terminbedingungen. Immer wieder wurde vermutet, Deep Blue habe damals geschummelt. Kasparow selbst kommt 20 Jahre nach der Partie zu dem Ergebnis: Deep Blue hat nicht betrogen.

Die letzte Bastion der Menschheit

Ebenfalls aus dem Hause IBM stammt Watson und der kann sogar schon auf eine kleiner Fernsehkarriere zurückblicken. Die KI wurde entwickelt, um Antworten auf Fragen zu geben, die in digitaler Form in natürlicher Sprache eingegeben werden. Dass der Supercomputer auch andersrum denken kann, bewies er 2011 in der Quiz-Sendung Jeopardy. In der Sendung werden Antworten vorgegeben, zu denen die passende Frage gesucht wird. Oft müssen die Kandidaten dafür verschiedene Wissensgebiete verbinden, das erfordert freies und komplexes Assoziieren. Eigenschaften, die man einer Maschine nicht zuschreibt. Aber Watson schnitt hervorragend ab und gewann gegen ehemalige Champions.

Das asiatische Brettspiel Go galt lange als letzte Bastion der Menschen. Trotz der großen Fortschritte waren Computer menschlichen Spitzenspielern ein gutes Stück unterlegen. Das änderte sich 2015: Das Programm von Googel DeeMind schlug erstmals einen Go-Pro Handicap.

KI im Kinderzimmer

Und auch Furby, das nervige Spielzeug aus den 90er Jahren ist ein Künstliche Intelligenz. Der von Hasbro entwickelte Cyber-Teddy antwortet, lernt und kann sich eigenständig bewegen. Außerdem verfügt er über ein Lexikon von 160 vorprogrammierten englischen Worten, seiner eigenen Furby-Sprache und Geräuschen. Dabei soll es jedoch nicht bleiben. Damit Furby nicht nur in der eigenen Sprache vor sich hinprabbelt, ist das Spielzeug lernfähig. Er soll weitere englische Begriffe und Sätze in sein Vokabular aufnehmen können. Auch Tricks und Spiele soll er lernen können.

Zugegeben, an Furby hat Hawking bei seiner Warnung wohl nicht gedacht. Und guckt man sich an, was KI bereits heute in der Medizin leistet, so kann man durchaus ein ungutes Gefühl bekommen? Aber müssen Ärtze und Pfleger wirklich um ihre Jobs bangen? In meinem Vortrag auf der embedded world möchte ich diese und andere Fragen beantworten.:

»Künstliche Intelligenz in der Medizin: Chancen, Risiken & Grenzen«
Datum: 27.02.2019
Uhrzeit: 16:00 Uhr - 16:30 Uhr
Ort: Halle 3A/730 (Ausstellerforum)

Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenAuf Linkedin teilenVia Mail teilen

Verwandte Artikel

WEKA FACHMEDIEN GmbH