Digital Health

Es ist noch Luft nach oben

Consumer-Elektronik hat im Medizinbereich nichts zu suchen
Zahlreiche Ärzte und Krankenhäuser haben bislang die Chance verpasst, in digitale Tools zu investieren
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Umfrage zeigt, Ärzte nutzen digitale Tools zu wenig

Ärzte und Ärztinnen in Praxen, Krankenhäusern und Medizinischen Versorgungszentren sollten sich künftig mehr digitalen Tools zuwenden, um Patienten und Patientinnen  sowie Mitarbeitende zufrieden zu stellen. Allerdings sind gerade Ärzte und Ärztinnen bei der Nutzung neuer Medien und Kommunikationskanäle noch zurückhaltend, wie am Beispiel digitaler Terminbuchungen abzulesen ist: Zwar haben acht von zehn bereits von Online-Buchungssystemen für Patiententermine gehört, doch nur jeder dritte nutzt sie auch. Das sind die zentralen Ergebnisse zweier Umfragen, die im Auftrag des Branchenverzeichnisses Gelbe Seiten durchgeführt wurden.

Schon im April 2021 hatte eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag von Gelbe Seiten gezeigt, dass immer mehr Verbraucher und Verbraucherinnen digitale Kanäle nutzen möchten, um mit Händlern, Restaurants oder auch Ärzten und Ärztinnen in Kontakt zu treten. Allerdings kommen gerade Ärzte und Therapeutinnen bei den Verbrauchern auf diesem Feld schlecht weg. 46 Prozent der Nutzerinnen gaben in der Umfrage an, dass Vertreter dieser Branche die Möglichkeiten moderner Medien nur »schlecht« oder zumindest »weniger gut« nutzen.

Nachholbedarf bei Kommunikation zwischen Ärzten und Patienten

Diese Tendenz, dass Ärzte und Ärztinnen noch zu wenig auf digitale Werkzeuge wie die Online-Terminvergabe setzen, spiegelt sich auch in der Befragung wider, die das Meinungsforschungsinstitut Innofact im September 2021 im Auftrag von Gelbe Seiten durchgeführt hat. Demnach gibt es in Praxen, Krankenhäusern und Medizinischen Versorgungszentren noch erhebliches Nachholpotential, online Kontakt zu Patienten aufzunehmen.

»Die Kommunikation zwischen Ärzten und Patienten bei der Terminvergabe findet offenbar immer noch klassisch mit Stift und Telefon statt. Doch das ist nicht mehr zeitgemäß und ließe sich effektiver managen«, hebt Dirk Schulte, Geschäftsführer der Gelbe Seiten Marketing GmbH, hervor. Ärzte müssten sich den digitalen Möglichkeiten stärker öffnen, weil sonst die Gefahr besteht, dass Patienten abwandern, weil diese solche Services zunehmend erwarten.

Zahlreiche Vorteile digitaler Terminbuchungen

Zudem liegen die Vorteile dieser digitalen Terminbuchungen auf der Hand und werden auch von Ärzten wahrgenommen. Mehr als drei Viertel jener, die das Werkzeug bereits nutzen, nennen der Studie zufolge die Erreichbarkeit rund um die Uhr als zentralen Vorteil von Online-Terminbuchungen (78 Prozent), aber auch die selbständige Umlegung von Terminen durch Patientinnen (70 Prozent), die höhere Zufriedenheit der Patienten (68 Prozent), die Zeitersparnis auf Seiten der Mitarbeiter (65 Prozent) sowie die einfachere Koordination von Terminen (62 Prozent) sprechen dafür, künftig auf digitale Terminbuchungen zu setzen.

Doch obwohl die Corona-Pandemie in vielen Branchen für einen Digitalisierungsschub gesorgt hat, haben Ärzte die Zeit kaum genutzt, um auf diesem Feld aktiv zu werden. Immerhin 17 Prozent von ihnen haben in den vergangenen Monaten corona-bedingt Video-Chats eingeführt, aber nur 3 Prozent ein Online-Terminbuchungstool.

Gute Noten für Online-Buchungstool

Ärzte, die diesen Service bereits nutzen, zeigen sich hochzufrieden damit, knapp drei Viertel von ihnen bewerten die digitale Unterstützung bei der Terminvergabe als »sehr gut« (30 Prozent) oder »gut« (43 Prozent). »Das zeigt, dass die Erfahrungen extrem positiv sind und moderne Medien helfen können, Ärzten die Arbeit  zu erleichtern«, so Schulte. Gelbe Seiten bietet Ärzten bereits ein solches Terminbuchungs-Tool an. »Mit dem Angebot können Patienten Termine rund um die Uhr buchen und verlegen. Die Termine werden automatisch mit dem Kalender der Ärzte synchronisiert«, sagt Schulte-. Das spare Zeit und Kosten.

Die Argumente zugunsten der Online-Terminbuchung sind vermutlich auch der Grund dafür, dass immerhin die Hälfte (54 Prozent) der Ärzte und Ärztinnen, die diesen Service noch nicht nutzen, derzeit konkret eine Einführung plant, davon haben zwei Drittel (63 Prozent) dies in den kommenden drei Jahren vor. »Wir erwarten, dass künftig Online-Tools wie der Terminbuchungs-Service eine größere Rolle einnehmen und medizinische Einrichtungen nicht mehr um solche Dienste herum kommen werden. Deshalb ist es besser, sich schon bald damit zu befassen«, so Schulte abschließend. (me)


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