Schutz vor Corona-Virus

Genvariante senkt Sterbe-Risiko

2. August 2022, 10:47 Uhr | Ute Häußler, mit Material von dpa
DNA-Strang aus grünen Blättern (Symbolbild)
DNA-Strang (Symbolbild)
© Pixabay

Die Genvariante "GNB3 TT" verringert laut einer Studie das Sterberisiko bei Corona-Erkrankungen um rund 35 Prozent.

«GNB3 ist ein Gen, welches eine wichtige funktionelle Untereinheit der sogenannten G-Proteine verschlüsselt. Die G-Proteine sind in vielen Prozessen im Körper beteiligt. Unter anderem konnte unsere Arbeitsgruppe zeigen, dass die Genvariante eine Aktivierung von Immunzellen zur Folge hat», sagt Birte Möllenbeck vom Forscherteam der Uni Duisburg-Essen (UDE). Untersucht wurden in der Studie Krankheitsverläufe von 1570 Patienten, die zwischen dem 11. März 2020 und dem 30. Juni 2021 positiv auf das Corona-Virus getestet worden waren.

Natürlicher COVID-Schutz für 10% der Bevölkerung

Eine frühzeitige und adäquate Immunantwort spiele bei dem Verlauf von Covid-19 eine große Rolle. «Wie bereits bekannt, konnten wir auch beobachten, dass ein jüngeres Lebensalter und das Fehlen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes das Risiko um die Hälfte reduziert, nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 zu sterben». «Wir konnten auch zeigen», sagt Möhlendick, «dass die Zellen von Menschen mit dem GNB3 TT-Genotyp am stärksten auf das Coronavirus reagierten, was möglicherweise erklärt, warum bei diesen Genträgern das Todesrisiko so stark reduziert ist.» Rund 10 Prozent der eurpoäischen Bevölkerung tragen GNB3 TT in sich.

Frühere Studien hatten bereits gezeigt, dass Gene eine Rolle bei Corona spielen können. So haben Corona-Infizierte mit einer anderen Genvariante eine dreimal höhere Wahrscheinlichkeit, künstlich beatmet werden zu müssen, wie ein Team vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig 2020 herausfand. Auch die Blutgruppe eines Menschen hat einen Einfluss darauf, wie leicht er sich mit Corona ansteckt und wie schwer er daran erkrankt.

 


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