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Diabetes

Glukosemessung ohne Fingerpiks

18. Mai 2021, 11:00 Uhr   |  Techniker Krankenkasse

Glukosemessung ohne Fingerpiks
© Abbott Diabetes Care

Das FreeStyle Libre 2-Messsystem wird bequem am Oberarm getragen.

Techniker Krankenkasse startet Pilot­pro­jekt für Typ-2-Diabe­tiker

Die Techniker Krankenkasse (TK) startet ein Modellvorhaben für Patientinnen und Patienten mit Typ-2-Diabetes. Im Mittelpunkt steht eine neue Messmethode. Mithilfe eines speziellen Sensors am Oberarm können dabei TK-Versicherte ihren Blutzuckerwert jederzeit unkompliziert, schmerzfrei und ohne die bisher notwendige Abnahme eines Bluttropfens kontrollieren. Eingesetzt wird das »FreeStyle Libre 2«-Messsystem zur kontinuierlichen Glukosemessung des Gesundheitsunternehmens Abbott. Bundesweit leiden fast acht Millionen Menschen an Diabetes, ein Großteil davon - etwa 7,5 Millionen Menschen - an Typ-2-Diabetes.

Für Typ-1- und Typ-2-Diabetiker mit einer intensivierten Insulintherapie ist das unkomplizierte Messverfahren seit einigen Jahren zugelassen und gehört inzwischen zur Regelversorgung. »Aktuell wissen wir jedoch nicht, ob und wie stark das digitale Hilfsmittel auch Menschen mit Typ-2-Diabetes ohne intensivierte Insulintherapie unterstützt und das Management ihres Krankheitsverlaufs positiv beeinflusst. Mit unserem Modellvorhaben wollen wir das überprüfen«, sagt der Leiter der TK-Versorgungssteuerung Andreas Häfferer. 

Digitaler Alleskönner statt Diabetes-Tagebuch auf Papier

Typ-2-Diabetes ist eine oftmals lebensstilbedingte Stoffwechselerkrankung, die sich durch einen angepassten Lebensstil mit Diät und Bewegung sowie Medikamenten besser steuern lässt. Wer schnell, objektiv und einfach kontrollieren kann, wie sich Ernährung und Bewegung auf den Blutzucker und damit auf den Krankheitsverlauf auswirken, kann seine Lebensweise besser darauf ausrichten. Wer seinen Diabetes im Blick hat, kann auch effektiv Folgeschäden am Herz-Kreislauf-System, an Augen, Nieren und Füßen vorbeugen. 

Das digitale Lesegerät, das die Teilnehmenden am Modellvorhaben erhalten, sowie die Smartphone-App »FreeStyle Libre Link« ersetzen auch das herkömmliche Diabetes-Tagebuch, in das Betroffene per Hand ihre Blutzuckerwerte, verzehrte Kohlehydrateinheiten, Bewegungspensum und eingenommene Medikamente notieren. Mit den digitalen Varianten lassen sich alle relevanten Werte unkompliziert dokumentieren und auswerten. 

Individueller Patientenreport

Andreas Häfferer von der TK: »Aus den digitalen, persönlichen Tagebuchdaten lässt sich einfach per Klick ein eigener Patientenreport erstellen und beim Praxisbesuch vorzeigen oder digital über eine Software an den Arzt übermitteln.« Das stärke den Austausch mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt. »Sie können dann schneller reagieren sowie die Therapie besser planen und anpassen. Mit einem effektiven Selbstmanagement steigen zudem Lebensqualität und Wohlbefinden.«

Das Modellvorhaben richtet sich an Versicherte der TK, die bereits an dem strukturierten Behandlungsprogramm »TK-Plus Diabetes mellitus« teilnehmen. 1000 von ihnen erhalten ein Jahr lang das Messgerät von Abbott, das helfen soll, besser mit der Erkrankung umzugehen und optimale Verhaltensweisen einzuüben. Teilnehmende zahlen lediglich die gesetzliche Zuzahlung. Zudem gibt es einen regelmäßigen Austausch mit der Ärztin oder dem Arzt. 

Wissenschaftliche Evaluation

Das Modellvorhaben wird wissenschaftlich evaluiert. Nach der Modellphase folgt ein fünfjähriger Beobachtungszeitraum. Anhand pseudonymisierter Daten wird überprüft, wie sich die Krankheit entwickelt und ob Langzeitschäden vermieden werden.

Christian Grapow, General Manager Diabetes Care bei Abbott in Deutschland: »Es freut uns sehr, dass die TK als größte deutsche Krankenkasse den Bedarf kontinuierlicher Glukosedaten in früheren Stadien der Verlaufs von Typ 2 Diabetes erkennt und diese Technologie ihren Versicherten durch das Modellvorhaben zugänglich macht. So erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Programms wertvolle Informationen für das Selbstmanagement ihres Diabetes und können den Langzeitkomplikationen des Typ 2 Diabetes noch besser aktiv entgegenwirken.«

Weitere spannende digitale und vor allem mobile Gesundheitsanwendungen sollen auch wieder im Rahmen unseres mHealth Innovation Days im Fokus stehen.

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