Neurotechprize

Gute Apps gegen Alzheimer

4. Mai 2022, 11:43 Uhr | Biogen
MedTecLIVE with T4M Medizintechnik Messe Biogen Neurotechprize
Alle Teilnehmer des Neurotechprize, im Vordergrund die Gewinner mit den Schecks über 50.000 und 100.000 Euro.
© WFM (uh)

Im Finale des neurotechprize von Biogen und EIT Health wurden auf der MedTecLIVE with T4M die Gewinner gekürt.

Eine unabhängige Jury kürte das französische Start-up »Five Lives« mit dem ersten, das niederländische Start-up »Neurocast« mit dem zweiten Platz. Beide wurden im Rahmen der Abschlussfeier auf der MedtecLIVE-Konferenz in Stuttgart als Gewinner gekürt – sie erhalten nun 100.000 bzw. 50.000 Euro.

Fives Lives zeigte eine App, mit der Nutzer:innen ab dem Alter von 50 Jahren die Gesundheit ihres Gehirns anhand einer klinisch validierten Risikobewertung überprüfen können. Die App begleitet die Nutzer:innen außerdem bei der Verbesserung ihres Lebensstils, um ihr individuelles Alzheimer-Risiko zu verringern.

Neurocast nutzt alltägliche digitale Interaktionen, wie z.B. die Smartphone-Nutzung, um eine individuelle Leistungsüberwachung der Patient:innen im Alltag zu ermöglichen. Dabei setzt das Start-up auf passives digitales Monitoring, etwa indem die Standard-Tastatur des Smartphones durch die datengenerierende »Neurokeys«-Tastatur ersetzt wird.

Ingesamt waren 9 Start-Ups zum Wettbewerb angetreten, die zuvor in einer zehnwöchigen Mentoring- und Validierungsphase von EIT Health und Biogen auf den Pitch vorbereitet und gecoacht wurden.

»Die Vielfalt der von den verschiedenen Start-ups eingereichten Lösungen war wirklich erstaunlich. Es war schwer, einen Gewinner zu wählen. Wir freuen uns nun sehr, zwei besonders spannende Preisträger gewählt zu haben. Gemeinsam mit EIT Health sind wir stolz darauf, die Gewinner bei der Realisierung der Lösungen zu unterstützen, die eine Risikoeinschätzung bzw. die Diagnose der Alzheimer-Krankheit vereinfachen sollen«, so Dr. Thorsten Lambertus, Head des Neurotechlab von Biogen.

Hohes Alter vervielfacht Demenz

Demenz, deren häufigste Ursache die Alzheimer-Krankheit ist, ist eine der drängendsten Gesundheitsprobleme des 21. Jahrhunderts und wird inzwischen als Krise der öffentlichen Gesundheit eingestuft. Mit der Alterung der Bevölkerung nimmt auch die Zahl der Alzheimer-Erkrankten zu. Weltweit leben mehr als 55 Millionen Menschen mit Demenz. Prognosen zufolge wird diese Zahl bis 2030 auf 78 Millionen ansteigen,

Derzeit gibt es keine Heilung für die Alzheimer-Erkrankung, eine frühzeitige Diagnose und Behandlung können aber dazu beitragen, das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen und den Symptomen zu begegnen. Ein wesentliches Hindernis für die Diagnose ist nach wie vor die Stigmatisierung der Erkrankung. Einrichtungen des öffentlichen Gesundheitswesens und Organisationen auf der ganzen Welt arbeiten daran, die Diagnose zu verbessern. Der neu ins Leben gerufene Neurotechprize soll diese Verbesserungen mit innovativen Lösungen für die anschließende Behandlung neu diagnostizierter Patienten fördern.


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