Hohe internationale Resonanz

Medica und Compamed überzeugen auch virtuell

23. November 2020, 9:10 Uhr | Messe Düsseldorf
Medica Fahnen (Symbolbild)
Auch die Medica passt sich dem Wandel an und soll im kommenden Jahr als hybride Veranstaltung über die Bühne gehen.
© Messe Düsseldorf

Wichtige Impulse für die Gesundheitswirtschaft

Zum ersten Mal in ihrer Veranstaltungsgeschichte fanden Medica und Compamed (16. – 19. November 2020) pandemiebedingt komplett virtuell statt. Und sie haben laut Veranstalter auch als virtual.Medica und virtual.Compamed mit hoher Internationalität überzeugt. Trotz einer sehr kurzen Anmeldephase hatten sich insgesamt mehr als 1.500 Aussteller aus 63 Nationen mit ihren Online-Showrooms, einer Vielfalt von gut 18.300 Produktneuheiten sowie Live-Programm in über 100 Web-Sessions (mit in der Spitze bis zu 300 Teilnehmern) der Healthcare-Community präsentiert. Und die zeigte großes Interesse: Gut 45.000 Fachbesucher (Unique User) aus 169 Nationen nutzten die virtuellen Angebote und generierten 405.000 Seitenaufrufe (Page Impressions). Der Anteil internationaler Online-Besucher lag bei 78 Prozent.

Spannende Formate – viele Neuheiten

Die Conference Area beider Veranstaltungen bot ein umfangreiches Programm von 430 Speakern und 360 Einzel-Programmpunkten und setzte unter anderem Akzente für den Bereich der Labormedizin sowie hinsichtlich der Digitalisierung von Versorgungsprozessen. Unter den Top-Speakern war auch Prof. Dr. Hendrik Streeck, der über aktuelle Möglichkeiten zur Testung der Immunität gegen SARS CoV-2 informierte.

Zu Digital-Healh-Trends boten die Finale des 12. Healthcare Innovation World Cup (12. HWC) und der 9. MEDICA Start-up Competition Spannung pur mit Pitch-Präsentationen der Gründerszene zum »Internet of medical things«, zu Gesundheits-Apps, Diagnostik, Robotik oder auch Künstlicher Intelligenz (KI) für den Healthcare-Bereich. Gleichrangige Sieger des 12. HWC wurden: inContAlert (Deutschland/ Nichtinvasive Füllmessung der Harnblase), BeFC (Frankreich/ nachhaltige papierbasierte Energiequelle für Medizingeräte mit geringem Stromverbrauch) und PKvitality (Frankreich/ Blutzuckermessung via Smartwatch). Siegreich aus dem Start-up-Wettebwerb ging Radiobotics aus Dänemark hervor mit einer auf KI basierenden Entwicklung für die Radiologie zur automatischen Erkennung von Arthritis.

Kollege Roboter als Multitalent im Medizinbereich

Zu den Highlight im  Exhibition Space gehörte unter anderem die  Gewinner-Kür für den »Kuka Innovation Award 2020«. Alle beteiligten Forscher- und Entwicklerteams bekamen dazu im Vorfeld der diesjährigen »Medical Robotic Challange« den Leichtbauroboter LBR Med zur Verfügung gestellt, um diese robotische Komponente in ein eigenes Konzept für eine Medizinproduktentwicklung zu integrieren.

Durchsetzen konnte sich am Ende das Team HIFUSK von der renommierten italienischen Universität Scuola Superiore Sant´Anna (Pisa). Sie überzeugten mit einer robotischen Anwendungsidee für die fokussierte Ultraschall-Chirurgie. Dieser nicht-invasiven Therapiemethode wird das Potential eingeräumt, zum Beispiel die Krebsbehandlung nachhaltig zu verändern. Denn die Therapie kann auch ambulant durchgeführt werden – schonend und ohne narbenbildende Schnitte.

Eine Branche im Wandel

Derartige Beispiele zeigen, dass sich die Medizintechnik-Industrie Hand in Hand mit Entwicklern aus Forschung und Wissenschaft voller Innovationskraft der herausfordernden Geschäftsentwicklung entgegenstemmt. In welchem Ausmaß die Corona-Pandemie die Branche verändern wird und wie sehr gerade jetzt der Bedarf gegeben ist an einer weltweit funktionierenden (auch virtuellen) Plattform für den Austausch und gutes Business, das zeigt der neue Trendreport »Wie SARS-CoV-2 die Medizintechnikbranche verändert«. Der Report des Deutschen Industrieverbandes Spectaris und Roland Berger (in Kooperation mit dem Medizintechnikcluster MedicalMountains) wurde im Rahmen der virtual.Medica 2020 veröffentlicht.

Unabhängig vom aktuellen Geschäftsverlauf mit krisenbedingt rückläufigen Umsätzen erwarten Experten auch mittel- bis langfristig einschneidende Markt- und Wettbewerbsveränderungen. »Die Krise hat einen Prozess in Gang gesetzt, der unumkehrbar ist. Digitale Arbeitsmodelle sowie Vertriebs-, Service- und Ausstellungskonzepte nehmen inzwischen einen sehr hohen Stellenwert in der Strategie vieler Unternehmen ein und werden auch nach Corona mindestens gleichberechtigt neben klassischen Arbeitsweisen und persönlichen Kundenkontakten stehen«, erklärt Spectaris-Geschäftsführer Jörg Mayer.

Mikrotechnologien für den Kampf gegen Corona

Auch bei der virtual.Compamed (215 Aussteller) für den Zulieferermarkt der medizinischen Fertigung bildeten Innovationen einen Schwerpunkt, die bei der Überwindung der Pandemie schnell helfen. Viele Unternehmen aus den Bereichen der Mikrotechnologien sind hier aktiv und im Fachverband für Mikrotechnik IVAM organisiert. Der Verband gestaltete in der Conference Area das englischsprachige High-Tech Forums aus. Mikrofluidik ist in diesem Zusammenhang eine Kerntechnologie, um zuverlässige und günstige Schnelltest-Verfahren beziehungsweise Point-of-Care-Diagnostik voranzutreiben. Die Aussteller boten hier ein breites Leistungsspektrum an – von der Auftragsentwicklung und Auftragsproduktion von mikrofluidischen Einwegsystemen bis hin zur Entwicklung und Herstellung von vollautomatischen Probenvorbereitungs- und Molekulardiagnosesystemen.

Save the Date

Medica und Compamed sollen im nächsten Jahr (15. – 18. November) mit hybriden Konzept an den Start gehen.

(me)


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