Trotz guter Zahlen

Merck wird bei Erwartungen vorsichtiger

14. Mai 2020, 09:01 Uhr   |  Merck

Merck wird bei Erwartungen vorsichtiger
© Merck

Das Unternehmen aus Darmstadt erwartet, dass die Pandemie im ersten Quartal ihren Höhepunkt erreiche und sich die Lage im zweiten Halbjahr normalisiere.

Nach starkem Jahresauftakt senkt der Konzern wegen Covid-19 die Prognose

Die Merck KGaA, Darmstadt, wird aufgrund der Corona-Pandemie vorsichtiger. Abweichend von der ersten qualitativen Prognose Anfang März gehe das Management nun von einer erheblichen Belastung des weltweiten wirtschaftlichen Wachstums aus, die alle Unternehmensbereiche betreffe, teilte das Dax-Unternehmen am Donnerstag in Darmstadt mit.

Daher rechnet der Konzern nicht mehr mit einem starken, sondern nur noch leichten bis moderaten organischen Umsatzanstieg, also ohne Zu- und Verkäufe und Wechselkurse. Das bereinigte operative Ergebnis wird zwischen 4,35 und 4,85 Milliarden Euro erwartet, nach rund 4,4 Milliarden Euro vor einem Jahr - ein Rückgang wäre also nicht ausgeschlossen.

Im ersten Quartal konnten der Konzern trotz Corona seinen Umsatz und sein Ergebnis kräftig steigern. Die Erlöse kletterten im Vergleich zum Vorjahr um knapp 17 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro. Nach Steuern blieb ein Gewinn von 458 Millionen Euro, vor einem Jahr waren es lediglich 190 Millionen Euro gewesen.

Covid-19 wirkt unterschiedlich auf Portfolio 

Die Covid-19-Pandemie hat sich im 1. Quartal unterschiedlich auf die Geschäfte von Merck ausgewirkt und dabei dennoch ein laut eigener Aussage starkes Quartal ermöglicht.

In der Geschäftseinheit General Medicine & Endokrinologie des Unternehmensbereichs Healthcare verzeichnete das Unternehmen, auch bedingt durch die Covid-19-Pandemie, eine erhöhte Nachfrage. Im Halbleitergeschäft wurde die für das Jahr 2020 prognostizierte Erholung im 1. Quartal nicht beeinträchtigt.

Demgegenüber standen Rückgänge in anderen Bereichen aufgrund der schwächeren Konjunktur und weiterer pandemiebedingter Einschränkungen in zahlreichen Ländern, etwa im Geschäft mit Medikamenten zur Fruchtbarkeitsbehandlung oder in der Geschäftseinheit Surface Solutions des Unternehmensbereichs Performance Materials. 

Prognose unter erhöhter Unsicherheit

Angesichts der Covid-19-Pandemie gehen die Darmstädter abweichend von der ersten qualitativen Prognose von Anfang März, von einer erheblichen Belastung des weltweiten wirtschaftlichen Wachstums aus, die alle Unternehmensbereiche betrifft, insbesondere Healthcare und Performance Materials. Aufgrund der hohen Ungewissheit hinsichtlich der weiteren Entwicklung der Covid-19-Pandemie erfolgt die Prognose des Unternehmens unter einer deutlich erhöhten Unsicherheit als üblich.

Für China rechnet Merck damit, dass die Covid-19-Pandemie zum Ende des 1. Quartals ihren Höhepunkt erreicht hat und sich damit ab dem 2. Quartal eine deutliche Entspannung der Lage einstellt. Für Europa sowie die USA erwartet man den Höhepunkt der Pandemie erst im 2. Quartal; bis zum Ende des 3. Quartals sollte sich das Ausbruchsgeschehen in diesen Märkten wieder normalisiert haben. Ferner werde in der nachstehenden Prognose keine mögliche zweite Ausbruchswelle in einer der genannten Regionen berücksichtigt.

Auf Basis dieser Annahmen erwartet Merck für das Gesamtjahr 2020 einen leichten bis moderaten organischen Anstieg der Umsatzerlöse gegenüber Vorjahr. Den Portfolioeffekt aus der Akquisition von Versum Materials, der in den ersten drei Quartalen berichtet wird, erwartet das Unternehmen unverändert im mittleren einstelligen. (dpa/me) 

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