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Spracherkennung

Microsoft übernimmt Nuance

19. April 2021, 10:30 Uhr   |  Microsoft/Nuance

Microsoft übernimmt Nuance
© Nuance

Ärzte und Pflegende sollen mit der Plattform jederzeit und überall die komplette Dokumentation erfassen können.

Software-Riese kauft Spezialisten für Spracherkennung

Microsoft stärkt seine Fähigkeiten bei der Spracherkennung mit dem Kauf des Spezialisten Nuance. Mit einer Bewertung von 19,7 Milliarden Dollar (rund 16,5 Mrd Euro) ist es die zweitgrößte Übernahme des Software-Riesen nach dem Kauf des Karriere-Netzwerks LinkedIn. 

Microsoft beschleunigt Cloud-Strategie für das Gesundheitswesen

Technik von Nuance wird unter anderem im Gesundheitswesen eingesetzt. Mediziner können damit etwa Unterhaltungen mit Patienten aufnehmen und direkt in elektronische Patientenakten einfügen. Zu den Produkten gehören Dragon Ambient eXperience, Dragon Medical One und PowerScribe One für die Radiologieberichterstattung, allesamt führende SaaS-Angebote für klinische Spracherkennung, die auf Microsoft Azure basieren. Die Applikationen werden derzeit von mehr als 55 % der Ärzte und 75 % der Radiologen in den USA genutzt und kommen in 77 % der US-Krankenhäuser zum Einsatz. Der Umsatz von Nuance im Bereich Healthcare Cloud ist im Geschäftsjahr 2020 (Ende September 2020) im Vergleich zum Vorjahr um 37 % gestiegen.

Mit der Übernahme baut Microsoft die seit 2019 bestehende Partnerschaft aus. Dadurch verdoppelt sich der gesamte adressierbare Markt des Software-Konzerns im Bereich der Gesundheitsdienstleister auf fast 500 Milliarden US-Dollar. Der bisherige Nuance-Chef werde an der Spitze bleiben und an Microsoft-Topmanager Scott Guthrie berichten, wie der Windows-Konzern mitteilte. 

Microsoft ist schon seit Jahren auf einer milliardenschweren Einkaufstour, um sein Geschäft auszubauen. Für LinkedIn zahlte der Konzern 2016 gut 26 Milliarden Dollar. Zuletzt stärkte Microsoft seine Gaming-Sparte rund um die Xbox-Konsole mit dem Zukauf des Spieleentwicklers Bethesda. Für die Bethesda-Mutter Zenimax zahlte Microsoft 7,5 Milliarden Dollar - und zuvor für die Firma hinter dem Online-Spiel »Minecraft« 2,5 Milliarden Dollar.

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(dpa/me)

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