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Service Design

Neugestaltung von klinischen Arbeitsabläufen

08. April 2021, 11:00 Uhr   |  Designit

Neugestaltung von klinischen Arbeitsabläufen
© AdobeStock/ipopba

Designit unterstützt Studie der Charité

Damit Digitales sinnstiftend ist, muss der Kontext mitgedacht werden

Eine klinische Studie an der Charité – Universitätsmedizin Berlin hat Design-Methoden zur Neugestaltung von klinischen Arbeitsabläufen eingesetzt. Das vom Berlin Institute of Health (BIH) geförderte Forschungsprojekt untersuchte, ob und wie Telemedizin die gesundheitliche Betreuung von Kindern mit Typ-1-Diabetes verbessern kann. Kooperationspartner und Co-Autor war die strategische Designfirma Designit Germany. 

Sechs Monate lang untersuchte das Forschungsteam um Dr. Katarina Braune, welche technischen und organisatorischen Änderungen der Versorgung von Kindern mit Diabetes nützlich sein können. Die Studie ist die erste, die über Fernbetreuung und den Behandlungserfolg während der Covid-19-Pandemie bei Kindern mit Typ-1-Diabetes berichtet und beschreibt, wie Methoden des Service-Designs für die Einbindung von Interessengruppen und zur Verbesserung der Arbeitsabläufe in der klinischen Versorgung eingesetzt wurden. Darüber hinaus wurde die Machbarkeit der Implementation einer interoperablen Open-Source-Plattform in einem Universitätsklinikum bewertet und die Erfolgsfaktoren und Hindernisse beim Übergang von der konventionellen zur digitalen Versorgung analysiert.

»Wir sind sehr stolz, Teil dieses zukunftsweisenden Forschungsprojekts gewesen zu sein«, sagt Lilian Schulze, Research & Service Designer von Designit. Das Unternehmen hatte das Forschungsteam bei der Planung, Gestaltung und Kommunikation der klinischen Studie unterstützt. Der Mehrwert durch Design entstand insbesondere durch aktives Zuhören und Managen der vielfältigen Interessengruppen: Mittels partizipativen Workshops und weiteren Formaten haben die DesignerInnen sowohl die Perspektive der PatientInnen und ihrer Familien als auch die Perspektive aller involvierten Berufsgruppen untersucht und ihre jeweiligen Bedürfnisse in die neuen Abläufe einfließen lassen. 

Design durchdringt Komplexität 

Die Studie Digital Diabetes Clinic startete vor der Pandemie und wurde während des Lockdowns weitergeführt. In dieser Zeit zeigte sich die Stärke von Telemedizin, deren komplexe Prozesse mithilfe von Design-Methoden deutlich vereinfacht werden konnten. Auch die Einführung neuer digitaler Tools sorgte für einen guten Austausch zwischen PatientInnen und Klinik.

»Trotz hochentwickelter Diabetes-Technologie ist das kontinuierliche Selbstmanagement des Diabetes für unsere kleinen PatientInnen und ihre Familien eine echte Herausforderung, die durch die Pandemie weiter verschärft wird«, erklärt Dr. Katarina Braune, die als BIH Junior Clinician Scientist das Projekt leitete. Designit habe von Anfang bis Ende des Projektes unterstützt und gezeigt, wie Methoden des Designs uns dabei helfen können, die Komplexität des Gesundheitswesens zu durchdringen und die Abläufe zu optimieren. Unter Berücksichtigung der sozialen Dimension, beispielsweise Kommunikation und Kooperation, wurden neue Prozesse und Schnittstellen erstellt, die ein positives Erleben für alle Beteiligten bieten – das wichtigste Kriterium für die Akzeptanz neuer klinischer Abläufe.

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(me)

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