Schott-Konzern

Pharma-Sparte sorgt für Booster

20. Januar 2022, 8:13 Uhr | Schott
Das Unternehmen hat laut eigener Aussage Fläschchen für 5 Milliarden Covid-19-Impfungen ausgeliefert.
Das Unternehmen hat laut eigener Aussage Fläschchen für 5 Milliarden Covid-19-Impfungen ausgeliefert.
© Schott

Schott verzeichnet erfolgreiches Jahr und plant weiteres Wachstum

Der internationale Technologiekonzern Schott ist ein weltweit gefragter Partner der Pharmaindustrie für Produkte, mit denen sich Medikamente sicher aufzubewahren und injizieren lassen. Im Kampf gegen die Pandemie spielt das Unternehmen eine Schlüsselrolle und lieferte 2021 Glasfläschchen für mehr als 5 Milliarden Covid-19 Impfungen.

Das Mainzer Unternehmen fertigt Verpackungen wie vorfüllbare Spritzen, Fläschchen, Ampullen und Karpulen für eine Vielzahl von Medikamenten – und für die nächste Generation mRNA-basierter Arzneimittel. Aufgrund der weltweit steigenden Nachfrage nach diesen Produkten kündigt das Unternehmen eine weitere große Investition an: In China plant Schott eine Verdreifachung der Produktionskapazitäten für Fläschchen und Ampullen. »Wir investieren in unser globales Produktionsnetzwerk und arbeiten eng mit großen Arzneimittelherstellern und Partnern aus der Pharmaindustrie zusammen«, sagt Andreas Reisse, Executive Vice President von Schott Pharmaceutical Systems. 

Gemeinsam durch den Zulassungsprozess

Die Verpackung ist ein wesentlicher Bestandteil jedes Medikaments. Gemeinsam durchlaufen beide den Zulassungsprozess bei den Arzneimittelbehörden. Viele Pharmaunternehmen nutzen zudem unterschiedliche Verpackungen während des Lebenszyklus eines Medikamentes. So kann es beispielsweise zunächst in ein Fläschchen abgefüllt werden, um es möglichst schnell auf den Markt zu bringen, und später in vorfüllbaren Spritzen, die die Verabreichung noch einfacher machen.

Auch die Frage nach dem richtigen Material ist entscheidend: »Da wir sowohl Glas- als auch Polymerlösungen anbieten, können wir die Pharmaunternehmen ganzheitlich beraten und auf individuelle Bedürfnisse eingehen«, fügt Reisse hinzu. Das Portfolio entwickelt der Konzern stetig weiter und erstellt für Pharmazeuten außerdem detaillierte Analysen, um den besten Fit zwischen Medikament und Verpackungssystem zu finden. Neu im Portfolio sind Fläschchen mit einer innovativen Beschichtung, die Medikamente mit hohem pH-Wert sicher aufbewahrt und dank wasserabweisender Innenwand dafür sorgt, dass sich quasi jeder Tropfen mit einer Spritze aufziehen lässt und möglichst wenig Restflüssigkeit im Fläschchen zurückbleibt.

Größerer Ausbau geplant

Da die Marktnachfrage nach hochwertigen Verpackungslösungen stetig wächst, hat Schott die Produktion für vorsterilisierte Glasfläschchen in den USA im vergangenen Jahr verdreifacht und die Kapazität für vorfüllbare Glasspritzen in der Schweiz um 50 Prozent ausgebaut. 

2022 wird das Unternehmen sein Produktionsnetzwerk von weltweit 16 Standorten weiter ergänzen. Im Frühjahr wird im badischen Müllheim ein Werk für vorfüllbare Polymerspritzen eingeweiht. In China hat das Unternehmen mit dem Bau eines weiteren Moduls begonnen, mit dem die Produktionskapazität verdreifacht werden soll. 

Das Unternehmen verfügt über langjährige und enge Geschäftsbeziehungen mit den großen Pharmaunternehmen weltweit. Hieraus ergeben sich immer neue Formen der Zusammenarbeit – etwa ein Joint Venture mit Serum Institute of India, dem weltweit größten Hersteller von Impfstoffen. (me)


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