Medizingeräte

Philips senkt Prognose

Philips Firmensitz in den Niederlanden
Philips Firmensitz in den Niederlanden
© Philips

Konzern rechnet mit einem Anstieg im einstelligen Prozentbereich

Aktualisiert: 18. Oktober, 13:23 Uhr

Probleme in der Lieferkette und die Folgen eines Produktrückrufs machen dem Medizintechnikkonzern Philips schwer zu schaffen. Im dritten Quartal gingen Umsatz und der operative Gewinn deutlich zurück, wie das Unternehmen am Montag mitteilte.

Zudem senkte der Konzern seine Erwartungen für dieses Jahr. So rechnet der Konkurrent von Siemens Healthineers beim Umsatzplus ohne die Effekte von Übernahmen oder Wechselkursveränderungen nur noch mit einem Anstieg im niedrigen einstelligen Prozentbereich.

Im dritten Quartal sank der Umsatz auf vergleichbarer Basis um 7,6 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro. Der operative Gewinn fiel um ein Viertel auf 512 Millionen Euro. Damit enttäuschte das Unternehmen die Erwartungen der Experten. Dies könnte die Aktie weiter unter Druck bringen.

Vor allem das Segment Connected Care blieb deutlich hinter den Erwartungen zurück. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum brach der Umsatz dort um Sondereinflüsse und Wechselkurseffekte bereinigt um fast 40 Prozent ein. Das Management erklärte den rapiden Rückgang mit der hohen Corona-Nachfrage im Vorjahresquartal. Weil in der Pandemie die Produkte deutlich mehr benötigt wurden und mittlerweile weniger, sei die Zahl etwa für Krankenhausgeräte zur Patientenüberwachung zurückgegangen.

Rückrufaktion kommt Philips teuer zu stehen

Zudem belastete ein Rückruf bestimmter Beatmungsgeräte den Konzern. Bereits im Juni hatte Philips für den Rückruf von fehlerhaften Beatmungsgeräten die Rückstellungen verdoppelt. Das Unternehmen teilte damals mit, dass es Millionen von Beatmungsgeräten mit geräuschdämpfendem Schaumstoff hergestellt habe, der in Partikel zerfallen könne. Diese Teilchen könnten verschluckt oder eingeatmet werden und seien möglicherweise toxisch und krebserregend. Philips verdoppelte die Rückstellung für die erwarteten Kosten in diesem Zusammenhang auf 500 Millionen Euro.

Das Unternehmen gab eine Rückruf-Benachrichtigung nur für die USA und einen Sicherheitshinweis für den Rest der Welt heraus. Bereits im ersten Quartal hatte eine Rückstellung wegen Qualitätsmängeln in einem Produktteil für die Schlaf- und Atemtherapie im Volumen von 250 Millionen Euro auf das Quartalsergebnis gedrückt.

Der Rückruf ist ein Rückschlag für Philips, da sich das Unternehmen auf Produkte für die Gesundheitspflege konzentriert. Das Geschäft mit Haushaltsgeräten wie Staubsauger und Kaffeemaschinen hat das Unternehmen für rund 3,7 Milliarden Euro an den Investmentfonds Hillhouse Capital aus China verkauft. 

Besser stand es dagegen um die größte Sparte Diagnose und Behandlungen, die auf vergleichbarer Basis um zehn Prozent zulegte. Dabei profitierte der Konzern unter anderem von einer starken Nachfrage bei bildbegleitenden Therapien, bei der ein zweistelliges Plus verzeichnet wurde. Die Diagnostik mit Ultraschall sei im hohen einstelligen Bereich gewachsen, hieß es. (me)


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