Technik, nein danke!

Skepsis gegenüber Roboter gestiegen

25. Januar 2019, 13:00 Uhr | Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Künstliche Intelligenz (Symbolbild)
Künstliche Intelligenz (Symbolbild)
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In Europa stehen die Menschen Robotern ablehnender gegenüber als noch vor fünf Jahren. Das zeigt eine neue Studie, die Wissenschaftler aus Linz und Würzburg veröffentlicht haben.

Roboter als Helfer bei Operationen, in der Automobilfertigung, in der Altenpflege. In manchen Bereichen sind die Maschinen schon etabliert, in anderen sind sie im Kommen. Dass Roboter-Anwendungen vermehrt im Alltag auftauchen werden, das meinen auch die Psychologen Timo Gnambs von der Johannes-Kepler-Universität Linz und Markus Appel von der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Aber wie fühlen sich die Menschen mit dieser Aussicht? Offenbar zunehmend unbehaglich, wie die zwei Professoren im Journal Computers in Human Behavior zeigen: Ihrer Studie zufolge wurden Roboter im Jahr 2017 in Europa deutlich negativer beurteilt als fünf Jahre davor.

Gewachsen sind besonders die Vorbehalte gegen Roboter am Arbeitsplatz. Das liegt womöglich daran, dass die Thematik des Arbeitsplatzabbaus durch Robotik-Anwendungen vermehrt in der Öffentlichkeit präsent war, vermuten die Forscher. Allerdings werde der Einsatz von Robotern am Arbeitsplatz immer noch positiver beurteilt als der Einsatz im Operationssaal oder in Form selbstfahrender Autos.

Wie die Befragungen geführt wurden

Bei den Interviews wurden den Befragten Roboter zuerst ganz allgemein als Maschinen beschrieben, die Menschen bei Alltagstätigkeiten assistieren können, etwa als Putzroboter. Oder die in Umgebungen arbeiten, die für Menschen zu gefährlich sind, wie bei der Bergung von Verunglückten. Als die Interviewten im Anschluss sagen sollten, wie sie Roboter beurteilen, fielen die Ergebnisse noch relativ positiv aus.

Ein anderes Bild zeigte sich, sobald die Befragten mit konkreten Anwendungen konfrontiert wurden, etwa mit Operations- und Altenpflegerobotern oder selbstfahrenden Autos. Dann gaben sie deutlich negativere Bewertungen ab.

Es scheint so zu sein, dass Europäer Robotern vergleichsweise positiv gegenüberstehen, so lange sie dabei ein mehr oder weniger theoretisches Konzept vor Augen haben. Sie urteilen aber zunehmend kritisch, wenn das Roboter-Konzept sich konkretisiert, wenn die Vorstellung näher rückt, selbst einen Roboter nutzen zu sollen.

Warnsignal für Wirtschaft und Politik

Alles in allem aber stellen die Wissenschaftler den Trend fest, dass die Skepsis gegenüber Robotern in Europa zwischen 2012 und 2017 gewachsen ist. Für Politik und Wirtschaft sollte das ein Warnsignal sein – und ein Ansporn, mehr Öffentlichkeitsarbeit zu machen. Denn negative Einstellungen gegenüber neuen Technologien könnten ein Zeichen dafür sein, dass diese Technologien später möglicherweise nicht akzeptiert werden und sich auf dem Markt nicht durchsetzen können.

Originalpublikation: “Are robots becoming unpopular? Changes in attitudes towards autonomous robotic systems in Europe”, Timo Gnambs und Markus Appel, Computers in Human Behavior, DOI: 10.1016/j.chb.2018.11.045

 

(me)

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