Corona-Konjunkturpaket

Spectaris fordert Verbesserung bei der Forschungsförderung

09. Juni 2020, 08:28 Uhr   |  Spectaris

Spectaris fordert Verbesserung bei der Forschungsförderung
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Corona-Konjunkturpaket: Milliarden, die Hoffnung machen

»Konjunkteller 'Wumms' mit Verbesserungspotential für Schlüsselindustrien«

Das Konjunkturpaket der Bundesregierung stößt beim Deutschen Industrieverband Spectaris e.V., Berlin,  auf viel Lob. Dennoch gibt es Punkte, bei denen der Verband auf konkrete Nachbesserungen hofft. »Wir begrüßen vor allem die geplanten guten Maßnahmen, um die wirtschaftlichen Probleme des Mittelstandes weiterhin zu überbrücken«, sagt Geschäftsführer Jörg Mayer. Dazu zählen laut Mayer die Liquiditätshilfen für kleine und mittlere Firmen sowie steuerliche Erleichterungen.

Es sei gerade jetzt wichtig, den Wirtschaftsstandort Deutschland mit geeigneten Maßnahmen aus der Krise herauszuführen. »Damit es aber nicht bei einer Nothilfe Zwei-Punkt-Null bleibt, muss auch die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Hightech-Mittelstands gestärkt werden. Einige Maßnahmen zahlen schon darauf ein.«

Deutschland als Leitmarkt für Medizintechnik

Die Medizintechnikhersteller halten insbesondere das »Zukunftsprogramm Krankenhäuser« für geeignet, um dem seit Jahrzehnten bestehenden Investitionsstau im Gesundheitswesen entgegenzutreten und Deutschland wieder als Leitmarkt für Medizintechnik zu etablieren. Auch das Programm zur Förderung einer flexiblen und im Falle einer Pandemie skalierbaren inländischen Produktion wichtiger Arznei- und Medizinprodukte wird für gut befunden.

Das Programm sollte dabei nicht nur persönliche Schutzausrüstung, sondern auch andere relevante Medizinprodukte umfassen.Da ein Großteil der deutschen Industrieumsätze im Ausland erzielt wird, in der Optik, Photonik, Analysen- und Medizintechnik sind es rund 65 Prozent, sollte das Maßnahmenpaket noch stärker den internationalen Handel berücksichtigen. 

Mittelstandsfreundlicher gestalten

Der Verband begrüßt die Ausweitung der steuerlichen Forschungszulage um eine Milliarde Euro. Eine Verdopplung der Bemessungsgrundlage auf vier Millionen Euro hilft vor allem größeren Firmen, weil damit höhere Forschungsausgaben angerechnet werden können. Da kleine Firmen jedoch oftmals nur über geringe Forschungsbudgets verfügen, wäre eine zusätzliche Erhöhung der 25%igen Forschungszulage auf beispielsweise 40% deutlich mittelstandsfreundlicher.

Die seit Jahrzehnten erfolgreichen Programme der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) sollten darüber hinaus auf 360 Millionen Euro und für das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) auf 800 Millionen Euro aufgestockt werden, damit die hohe Zahl innovativer und schnell marktfähiger Forschungsansätze umfassender sowie zügiger an den Markt gebracht wird.

Förderung der Quantentechnologie greift zu kurz

Dass die Mitfinanzierungspflichten für Unternehmen in anwendungsorientierten Forschungsprojekten reduziert werden sollen, begrüßt der Verband ebenfalls ausdrücklich. Die in Aussicht gestellte Ersatzfinanzierung für Forschungsprojekte außeruniversitärer Forschungseinrichtungen ist ein weiterer guter Schritt.

Auch die hervorgehobene Förderung der Quantentechnologie als Teilbereich der Photonik wird begrüßt, greift alleine aber zu kurz, da diese nur eines von mehreren Anwendungsbeispielen der Schlüsseltechnologie ist. Die Auswahl besonders förderungswürdiger Technologien sollte sich auch an ihren potenziellen Markvolumina und an den vorhandenen Stärken der deutschen Industrie orientieren. (me)

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