virtual.Medica 2020

Start-ups mischen beim IoT kräftig mit

22. Oktober 2020, 09:04 Uhr   |  Messe Düsseldorf

Start-ups mischen beim IoT kräftig mit
© AdobeStock.com/m.mphoto

Digital Health ist im Aufwind, das weckt auch bei Start-ups Hoffnungen.

Von Apps, Wearables, Robotik, KI bis Big Data

Zweifelsohne hat die Corona-Pandemie der Digitalisierung im Gesundheitsbereich einen nachhaltigen Schub verpasst. Ärzte können Patienten jetzt leichter Videosprechstunden anbieten, Begrenzungsregelungen hinsichtlich Fallzahlen und Leistungsmengen wurden hierzulande aufgehoben. Anbieter von Digital-Health-Lösungen haben schnell mit zahlreichen, vielfach kostenlosen Probeangeboten für entsprechende Software-Tools reagiert.

Start-ups bringen sich in Stellung als kreative Partner der Medizintechnik-Industrie bei der Entwicklung digitaler Lösungen. Telehealth-Applikationen, Big-Data-Analysen oder auch Künstliche Intelligenz (KI) im medizinischen Einsatz gelten als potenzialstark und stehen besonders im Fokus des Programms der virtual.Medica (16. – 19. November), zum Beispiel in der »Conference Area«, in den englischsprachigen Sessions beim Medica Connected Healthcare Forum sowie dem Medica Health IT Forum.

Start-up-Entwicklungen für Diagnose und Therapie

Das Medica Connected Healthcare Forum geht am Start-Tag (16.11.) direkt in die Vollen mit dem Finale des 12. Healthcare Innovation World Cup. Hier werden ab 14 Uhr die Top 12 der Start-ups für das »Internet-of-Medical-Things« vorgestellt. Mit dabei ist etwa PKvitality aus Frankreich. Sie haben eine Uhr entwickelt, mit der Nutzer ihren Blutzuckerspiegel diskret überwachen können. Eine Trendanzeige und Verlaufsgrafiken helfen, die Blutzuckerkontrolle zu verbessern.

Ein weiteres spannendes Format bietet das Forum mit der 9. Medica Start-up Competition (17.11., ab 14 Uhr) und Innovationen der Gründerszene zu Gesundheits-Apps, Diagnostik, Robotik oder auch KI für den Healthcare-Bereich. Unter den zahlreichen Bewerbungen sind etwa im Segment Health Apps Mediquo aus Spanien anzuführen mit einem professionellen Tool für die Kommunikation zwischen Ärzten und Patienten oder GenuSport mit einer spielerischen Knie-Rehabilitation.

Im Bereich Diagnostik bietet beispielsweise Higo aus Polen Tools, mit denen man Kinder untersuchen kann und die Daten für die Diagnose zum Arzt schickt. Künstliche Intelligenz setzt unterdessen EverCot AI aus Deutschland ein, um Gehirnveränderungen, Schlaganfall, Alzheimer, Gliom und Parkinson telemedizinisch zu erfassen. Und H Robotics aus Korea hat (im Segment der Robotik) ein Gerät entwickelt, das sich für Übungen mit Handgelenk, Ellbogen, Knöchel, Knie zur Rehabilitation zuhause einsetzen lässt.

Digitale Anwendungen für alle

Weiter geht es mit Start-ups und ihren Neuheiten beim Medica Connected Healthcare Forum auch am Schlusstag (19.11.). Unter dem Label »Medica Disrupt« stellen zahlreiche Entwicklerteams ihre Innovationen vor. So wird Laszlo Bax von Braingaze in einer Session (ab 15:40 Uhr) erläutern, wie digitale Biomarker die Früherkennung von kognitiven Störungen ermöglichen. Inwieweit sich mittels KI Gehirnerkrankungen früh erkennen, schildert wiederum Dr. Roland Amba Assamvon von Evercot AI.

Immer klarer wird: Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) eröffnen vielfältige Optionen hinsichtlich der Prävention, Diagnose und Therapie – und zwar nicht nur mit Nutzen für behandelnde Ärzte, sondern auch als »digitale Helfer« in der Hand von Patienten. Darauf setzt auch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Mit dem Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) und Digitale-Gesundheitsanwendungen-Verordnung (DiGAV) hat der Gesetzgeber die Grundlage geschaffen, um Apps 73 Millionen Mitgliedern der gesetzlichen Krankenversicherungen schnell zur Verfügung stellen zu können.

Ein Vorhaben, das auch bei vielen Start-ups Hoffnungen weckt. BfArM-Präsident Prof. Karl Broich gibt am Mittwoch, 18. November, ab 16 Uhr einen Überblick über den aktuellen Status sowie die Genehmigung von medizinischen Anwendungen und wagt  einen Ausblick. Ein deutsches Verzeichnis von Gesundheits-Apps bietet bereits jetzt der DiGA App Store. Dr. Benedikt Zacher, München, wird als Mitgründer des Verzeichnisses die Bedeutung dieses besonderen App-Stores erläutern.

Start-ups und ihre Geldgeber

Als Digital Health-Investor der ersten Stunde investierte Flying Health nach eigenen Angaben bereits 2012 in Digital Health und brachte 2014 die erste App auf Rezept auf den Markt. Aktuell ist Flying Health am Venture-Capital-Fonds Heal Capital beteiligt. Der Verband der Privaten Krankenversicherungen (PKV) fördert damit Start-ups und ihre digitalen Healthcare-Innovationen.  Lina Behrens, Managing Director von Flying Health, wird die Session »From treatment to prevention« am Montag, 16. November, ab 10 Uhr, beim Forum für Health IT moderieren.

Eines der unterstützten Start-ups ist HelloBetter. Sie entwickeln und vertreiben Onlinetrainings, die das psychische Wohlbefinden fördern. Das Portfolio umfasst Onlineangebote zur Behandlung von Stress, Depressions- und Angsterkrankungen und zusätzliche spezielle Programme für Patienten, bei denen diese Symptomatik im Zusammenhang mit einer chronischen Erkrankung wie Diabetes auftritt sowie präventive Trainings – auch in Zeiten der Corona-Krise. Ein besonderes Training soll Nutzer unterstützen, die eigene psychische Gesundheit zu stärken. (me)

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