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Wenn Hörgeräte nicht (mehr) helfen

01. März 2021, 14:36 Uhr   |  MED-EL

Wenn Hörgeräte nicht (mehr) helfen
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Cochlea-Implantat-System Synchrony

Zum Welttag des Hörens macht MED-EL auf die Alternativen von konventionellen Hörhilfen aufmerksam

Weltweit leiden rund 466 Millionen Menschen an Hörverlust. Bis 2050 soll sich nach Angaben der Welt-Gesundheits-Organisation (WHO) die Zahl der Betroffenen sogar fast verdoppeln. Eine alarmierende Prognose, die sich auch hierzulande widerspiegelt: Denn mit 15 Millionen tauben oder schwerhörigen Bürger und Bürgerinnen ist immerhin fast jeder beziehungsweise jede Fünfte in Deutschland von Hörverlust betroffen und dennoch sind nach Schätzungen des Deutschen Schwerhörigen Bundes mindestens drei Millionen Deutsche nicht mit einer für sie passenden Hörlösung versorgt.

Dabei ist die Bedeutung eines richtig behandelten Hörverlustes gerade in Zeiten von Social Distancing besonders hoch, denn Gespräche per Video oder auf Distanz sowie das Tragen eines Mundschutzes machen es Betroffenen deutlich schwerer mit der hörenden Welt zu interagieren. Gründe genug also dem diesjährigen Welttag des Hörens der WHO unter dem Motto »Hörgesundheit für alle« am 03. März 2021 besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Denn entgegen der weitverbreiteten Meinung ist Hörverlust keine Frage des Alters und auch dann behandelbar, wenn Hörgeräte nicht (mehr) helfen.

Für jede Art von Hörverlust gibt es die passende Hörlösung

Tatsächlich stellen Hörgeräte nur eine Therapiemaßnahme zur Behandlung einer Hörminderung dar. Gerade für Menschen, die unter einem hochgradigen Hörverlust oder unter vollständiger Taubheit leiden, können sogenannte Hörimplantate eine wirksame Alternative zu konventionellen Hörhilfen sein. Denn anders als mit klassischen Hörgeräten können damit fast alle Arten von Hörverlust erfolgreich behandelt werden. »Ein Hörgerät arbeitet, vereinfacht ausgedrückt, wie ein Verstärker, der alle Geräusche einfach nur lauter macht«, erklärt Prof. Mark Praetorius, stellvertretender Klinikdirektor der HNO-Klinik des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE).

Ein Hörimplantat hingegen ist in der Lage die defekten Teile des Hörorgans komplett zu ersetzen und kann daher auch dann eine Alternative sein, wenn das Hörorgan nicht imstande ist, die eingehenden Töne aufzunehmen und ein Hörgerät entsprechend keine Wirkung zeigen würde. Am häufigsten werden sogenannte Cochlea-Implantate (CI) eingesetzt. Doch auch andere Hörimplantate, wie etwa ein Mittelohrimplantat oder ein Knochenleitungsimplantat können gerade für Menschen mit einer Innenohrschwerhörigkeit oder bei Schallleitungs- und kombinierten Hörverlust eine erfolgreiche Behandlungsmethode sein. 

Hörverlust kann jeden treffen

Neueste Untersuchungen der WHO belegen nämlich gerade in der Altersgruppe der 12- bis 35-Jährigen einen signifikanten Anstieg von Hörverlust: So ist fast jede und jeder vierte Jugendliche gefährdet, eine Schwerhörigkeit zu entwickeln. »Der signifikante Anstieg von Hörverlusten in der jungen Zielgruppe ist auch oft auf das neue Freizeitverhalten, wie den übermäßigem Kopfhörer-Konsum, zurückzuführen«, erklärt Praetorius. Bereits heute sind rund 35 Millionen Kinder unter 15 Jahren weltweit von Hörverlust betroffen. Viele von ihnen leiden von Geburt an unter dieser Erkrankung, denn im Schnitt kommen bei 1.000 Neugeborenen ein bis zwei Kinder bereits mit einer schwerwiegenden Hörminderung zur Welt.

Während man bei Neugeborenen mit dem obligatorischen Hörscreening Hörverlust bereits frühzeitig entdecken und behandeln kann, bleibt eine Hörminderung, welche erst im Laufe des Lebens entwickelt wird, bei vielen Menschen lange unentdeckt mit teilweise dramatischen Folgen. Denn mit dem Verlust des Gehörs verlieren Betroffene weit mehr als nur die Fähigkeit hören zu können. So lassen Studien der letzten Jahre den Rückschluss zu, dass schlechtes Hören, Demenz und Stürze miteinander korrelieren.

Auch im Straßenverkehr spielt das intakte Hörvermögen eine wichtige Rolle: Denn neben dem Sehen ist das Hören der wichtigste Sinn, um Gefahren im Straßenverkehr rechtzeitig wahrnehmen zu können und Risiken zu vermeiden. Daneben hat eine verminderte Hörleistung ebenfalls Einfluss auf die sozialen Interaktionen der Betroffenen. Wer an Hörverlust leidet, kann nur noch eingeschränkt mit seiner Umwelt kommunizieren und zieht sich aus diesen Gründen oft in sich selbst zurück. Vereinsamung und Isolation sind nicht selten die Folgen, psychische Erkrankungen, wie Depressionen, die weitreichenden Konsequenzen. 

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(me)

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