Healthcare Apps & Telemedizin

Der direkte Draht zwischen Patienten und Medizinern

29. Oktober 2019, 12:01 Uhr   |  Ivan Pantykin


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Der persönliche Arzt-Patienten-Kontakt bleibt erhalten

Patienten müssen durch den Einsatz der Telemedizin nicht befürchten, dass der persönliche Kontakt zum Arzt leidet. Zwar wird sich die Summe der einzelnen Praxisbesuche reduzieren. Die tatsächliche Zeit, die der Patient mit dem Arzt verbringt, wird jedoch nahezu gleich bleiben. Der Durchsatz des Arztes wird sich also nicht erhöhen, da die Anzahl der zu behandelnden Patienten konstant bleibt. Vielmehr kann der Mediziner sich ganz den Bedürfnissen und Schmerzen des Patienten widmen und sicherstellen, dass dieser eine optimale Versorgung erhält. Überdies ist es ihm möglich, wertvolle Zeit für die Fahrt zum Patienten einzusparen. Und schließlich kann er durch die automatisierte Extraktion und Auswertung der Gesprächsinformationen den Aufwand für die Erstellung von Berichten auf ein Minimum reduzieren, was seine Produktivität entscheidend verbessert.

ePRO-System unterstützt Behandlung von Kindern

Neben der Telehealth & Remote Monitoring Plattform hat das F&E-Team von DataArt mit »KidPRO« einen weiteren PoC-Prototyp auf dem Gebiet des digitalen Gesundheitswesens entwickelt. Dabei handelt es sich um ein sogenanntes Electronic Patient Reported Outcome (ePRO)-System für die pädiatrische Medizin (Kinderheilkunde), die bei der Behandlung von Kindern oder deren Teilnahme an klinischen Studien unterstützt. Das System besteht aus zwei miteinander verbundenen Anwendungen, eine für das Kind und eine für die Eltern. Die App kombiniert professionelle, medizinische Software mit spielerischen Elementen, die einfach zu bedienen sind und den Kindern großen Spaß bereiten.

Der kleine Patient interagiert dabei mit einem virtuellen Freund, einer animierten Zeichentrickfigur. So wird das Kind auf spielerische Weise durch seinen täglichen Therapieplan geführt. Parallel sammelt die App wichtige Daten über den aktuellen Gesundheitszustand des Kindes. Die gewonnenen Informationen werden detailliert ausgewertet und in übersichtlichen Grafiken dargestellt. Die Eltern wiederum können den Krankheitsverlauf und die Fortschritte des Heilungsprozesses nachverfolgen. Sie erhalten zudem Empfehlungen zum Therapieplan und werden an anstehende Arztbesuche erinnert. Über eine integrierte Schnittstelle kann der Kinderarzt auf alle Daten aus der Anwendung zugreifen. Der Ansatz ist besonders geeignet, wenn eine ernsthafte chronische Erkrankung wie etwa Diabetes beim Kind diagnostiziert wird. Überdies unterstützt er bei klinischen Studien und Langzeitbehandlungen.

Gamification fördert Motivation spielerisch

Als zentrale Idee und Schlüsselelement des App-Konzepts dient der Gamification-Ansatz. Dieser fördert die Motivation und Bereitschaft der Kinder, sich mit der eigenen Gesundheit spielerisch auseinanderzusetzen. Der digitale Freund, ein liebevoll gestaltetes Eichhörnchen, baut eine emotionale Verbindung zum kleinen Patienten auf. Diesem wird durch Trost und beruhigenden Zuspruch das Gefühl vermittelt, nie allein zu sein. So kann das Kind besser mit dem Stress umgehen, den eine medizinische Behandlung mit sich bringt. Dadurch wird der Genesungsprozess optimal unterstützt. Gespeist hat sich die Motivation für die Entwicklung des Prototyps aus der Tatsache, dass es bislang noch keine brauchbaren, kindgerechten ePRO-Systeme am Markt gab. Mit der Bereitstellung von KidPRO wurde diese Lücke geschlossen und der Fokus erstmalig direkt auf die Kinder gelegt.

Fazit

Die Entwicklungen im digitalen Gesundheitswesen schreiten mit enormem Tempo voran. Insbesondere auf dem Gebiet der Telemedizin werden laufend neue, professionelle App-Prototypen veröffentlicht. Sie ermöglichen den Austausch und die Interaktion zwischen Ärzten und Patienten aus der Ferne, was maßgeblich zu einer erfolgreichen und effizienten Behandlung beiträgt. Darüber hinaus bereichern weitere Healthcare Apps wie ein ePRO-System für Kinder oder eine Anwendung für eine gesunde Lebensweise den digitalen Gesundheitsmarkt.

Autor:Ivan Pantykin ist Head of Delivery, Healthcare & Lifesciences Practice bei Data Art

Schlagworte:Telemedizin, Künstliche Intelligenz, Healthcare Apps

Genannte Firmen: Data Art, IBM

Terminhinweis

Auf der Medica 2019 präsentiert Data Art (Halle 13/ Stand B32) einen neuen Prototyp zur Analyse von Hautbildern und Früherkennung von Melanomen erstmalig dem deutschen Fachpublikum.

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