Antriebstechnik

Die richtige Dosis Medizin

15. Juni 2022, 11:49 Uhr | Michael Wiedmann, Bürkert - Redaktion: Ute Häußler

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Achtung bei der Wartung

Sind nun alle Komponenten vom Ventilgrundkörper bis hin zur optimalen Membranausführung gewählt und in Betrieb, muss irgendwann das Ventil gewartet und die Membran ausgetauscht werden. Gerade dabei passieren leider vermeidbare Fehler, die zu hohen Folgekosten führen können. Werden die neuen Membranen zu fest angezogen, kommt es zu vorzeitigem Verschleiß und Ausfällen. Alle Membranen sind formschlüssig einzusetzen und danach die Schrauben von Hand einzudrehen. Nun muss zwingend das Ventil drei- bis viermal leer betätigt werden, damit sich die Membran exakt auf ihren Sitz anpassen kann, ohne dass sie am Ventilflansch festgeklemmt ist.

Bei Membranschäden lässt das Schadens­-bild nicht immer auf die Ursache schließen
Bild 4: Bei Membranschäden lässt das Schadens­bild nicht immer auf die Ursache schließen.
© Bürkert

Erst danach dürfen die Schrauben in der richtigen Reihenfolge mit vorgegebenem Drehmoment angezogen werden. Beachtet man das nicht, kann auch die widerstandsfähigste Membran nach wenigen Schaltzyklen bereits völlig zerstört und schlimmstenfalls ein wertvolles Produkt unbrauchbar sein (Bild 4).

Die Hauptursache für einen vorzeitigen Ausfall bei der heute üblichen zertifizierten Fertigungsqualität liegt in Fehlern bei der Wartung bzw. dem unvorschriftsmäßigen Austausch. Statistisch betrachtet stehen Ausfälle nach etwa vier Wochen Betriebszeit bei Montagefehlern dem problemlosen Betrieb von über einem Jahr bei 98 bis 99 % richtig montierten Membranen gegenüber. Die richtige Wartung ist nach der Erstauswahl die wichtigste und »preiswerteste« Komponente für einen langen störungsfreien Betrieb.

Wirtschaftlicher Anlagenbetrieb

Für einen wirtschaftlichen Anlagenbetrieb ist es wichtig, von Anfang an die passenden Membranventilkomponenten zur jeweiligen Anwendung zusammenzustellen. Bei Änderungen in der Betriebsweise, wie höherer Taktung, Temperatur etc. sollte man daher vorsorglich die eingesetzten Komponenten auf ihre Eignung für die neuen Bedingungen prüfen. Wenn Anwender zudem bei der Wartung die vorgeschriebenen Schritte einhalten, steht selbst bei schwierigen Einsatzfällen einem zuverlässigen Anlagenbetrieb nichts im Weg. (uh)


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