Schwerpunkte

Drehknöpfe

Einfach zu bedienen und hart im Nehmen

13. September 2021, 09:07 Uhr   |  CTX

Einfach zu bedienen und hart im Nehmen
© CTX

Drehknöpfe für die Bedienung von Notfallgeräten sollten auch im Ernstfall zuverlässig funktionieren sowie Stöße und Stürze aushalten können.

Drehknöpfe für die Bedienung von Notfallgeräten

Geräte für die Notfallmedizin wie Beatmungsgeräte müssen intuitiv zu bedienen und robust sein. Das gilt auch und vor allem für die Bedienknöpfe. Das Medizintechnikunternehmen Weinmann Emergency bezieht die Drehknöpfe für seine Beatmungsgeräte daher von CTX Thermal Solutions.

Thomas Windeck
Vertriebsleiter bei CTX Thermal Solutions

Die Weinmann Emergency Medical Technology GmbH + Co. KG, Hamburg, entwickelt seit mehr als 45 Jahren lebensrettende Geräte für die Notfallmedizin. Dazu zählen unter anderem Beatmungsgeräte, Defibrillatoren und Absauggeräte sowie Notfallrucksäcke beziehungsweise -koffer und Tragesysteme. Viele Mitarbeiter des Unternehmens waren oder sind auch heute noch als Rettungskräfte tätig. Sie besitzen ein gutes Gespür für die Bedürfnisse der Anwender und Patienten. Die eigenen Erfahrungen aus den Rettungsdiensteinsätzen fließen daher in die Geräteentwicklung mit ein. 

Im Rettungseinsatz muss es schnell gehen. Daher sollten die Geräte intuitiv und einfach zu bedienen sein. Zudem sind sie Wind und Wetter ausgesetzt und stoßen schnell mal irgendwo an. Das sollten sie verkraften und danach trotzdem absolut zuverlässig funktionieren. Das gilt für alle Bauteile und Komponenten. Speziell so wichtige Bedienelemente wie Dreh- und Druckknöpfe dürfen weder abbrechen noch sich verdrehen. Sie müssen sicher und fest auf der Welle sitzen, die sie mit dem Dreh-Drück-Encoder im Innern des jeweiligen Geräts verbindet.

Daher unterzieht das Unternehmen alle Geräte im Zuge der Qualitätskontrolle zahlreichen Härtetests. »Wir werfen unsere Produkte auch gern mal im Notfallrucksack aus dem Fenster, um zu prüfen, wie robust sie sind«, erklärt Matthias Pulla, der bei Weinmann Emergency für die Entwicklung neuer Produkte für die Notfallmedizin verantwortlich ist. »Die Bedienknöpfe sind ein entscheidendes Element unserer Beatmungsgeräte. Wenn sie sich im Einsatz durch Fremdeinwirkung verstellen, stimmt die Justierung der Geräte nicht mehr – mit möglicherweise lebensbedrohlichen Konsequenzen für den Patienten«, so Pulla.

Spannzangen für sicheren Halt

Das Notfall- und Transportbeatmungsgerät MEDUMAT Standard verfügt über drei einfache Bedienknöpfe.
© Weinmann Emergency

Das Notfall- und Transportbeatmungsgerät MEDUMAT Standard verfügt über drei einfache Bedienknöpfe.

Entsprechend hoch sind die Ansprüche, die Matthias Pulla an die Knöpfe stellt, die er als Bedienelemente für die Geräte auswählt. Zum Einsatz kommen Dreh- und Druckknöpfe. Reine Druckknöpfe sind Shortcuts, die durch Drücken auf den Knopf genau eine Funktion erfüllen. Mit Drehknöpfen beziehungsweise Drehencodern bewegt sich der Anwender schnell durch die Menüs und die einzustellenden Werte. Dabei gibt es verschiedene Verwendungsarten: Entweder der Bediener verstellt den jeweiligen Wert über das einfache Drehen des Knopfs; ein Druckknopf wäre hier zu mühsam und langsam. Oder er stellt den jeweiligen Wert durch Drehen ein und bestätigt ihn dann je nach Gerät durch einen Druck auf den Knopf oder eine weitere Taste. Aufgrund dieser Optionen sind Dreh-/Druckknöpfe häufiger anzutreffen als reine Druckknöpfe.

Weinmann Emergency bezieht die Drehknöpfe für seine Beatmungsgeräte von der CTX Thermal Solutions GmbH. Das Unternehmen aus Nettetal, das vor allem als Spezialist für anwendungsspezifische und standardisierte Kühllösungen für industrielle Hochleistungselektronik bekannt ist, vertreibt seit mehr als 25 Jahren auch Steck- und Drehknöpfe der Schweizer Marke Ritel. Das Drehknopfprogramm umfasst rund 6.500 Serienartikel. Die verschiedenen Knöpfe aus dem Kunststoff Polyamid sind mit vorgespannten Spannzangen aus Messing für die einfache Montage und den absolut sicheren Halt ausgestattet. Die Knöpfe zeichnen sich durch eine angenehme Haptik und gute Beständigkeit gegen Schmutz und Feuchtigkeit aus. Sie sind zudem unkompliziert zu reinigen. Bei den Ausführungen hat der Kunde die Wahl zwischen einer matten oder hochglänzenden Oberfläche in verschiedenen Farben, zusätzlich sind projektspezifische Sonderfarben auf Anfrage auch lieferbar.

Das Hamburger Unternehmen verwendet ausschließlich Knöpfe mit Spannzange in unterschiedlichen Varianten – darunter Drehknöpfe mit achsialem Strich zur Kennzeichnung der Nullposition, wahlweise mit geriffeltem oder glattem Rand und mit neutralem Deckel oder Deckel mit Schwellpfeil. Die Spannzange ist das Herzstück der Bedienknöpfe. Die ausgesprochen stabile Befestigungsvariante gewährleistet den absolut sicheren Halt auf der Verbindungswelle zum Encoder. Zudem ermöglicht die Spannzange die Nutzung eines Knopftyps unabhängig von der Art der verbauten Welle.

Knöpfe als Teil des Corporate Designs

Das Drehknopfprogramm des Nettetaler Unternehmens umfasst rund 6.500 Serienartikel.
© Ritel

Das Drehknopfprogramm des Nettetaler Unternehmens umfasst rund 6.500 Serienartikel.

Die Bedienknöpfe sind inzwischen ein Erkennungsmerkmal für Weinmann Emergency, weil sie sich an allen Geräten wiederfinden – und das seit über 20 Jahren. Die Notfall- und Transportbeatmungsgeräte Medumat Transport und Medumat Standard verfügen beispielsweise über jeweils acht verschiedene Beatmungsmodi und entsprechend umfangreiche Bedienmenüs. Damit diese nicht zu verschachtelt werden und der Bediener schnell und einfach durch sie hindurch navigieren kann, ist eine Mindestanzahl an Knöpfen erforderlich. So stellt der Bediener beim Medumat Transport mithilfe von vier Drehknöpfen mit Schwellpfeildeckel die jeweils auf dem Display darüber liegenden Werte ein und bestätigt sie mit einem separaten Druckknopf. Je nach Anwendung und Untermenü, wechselt der Wert über dem jeweiligen Drehknopf. Beim Medumat Standrad navigiert der Anwender mit drei einfachen glatten Dreh-/Druckknöpfen durch das Menü. Dabei werden die Werte durch Drehen des jeweiligen Knopfes eingestellt und durch einen Druck auf denselben Knopf bestätigt.

»Es gibt zurzeit keine wirkliche Alternative zu Knöpfen für die Bedienung unserer Geräte – auch wenn zunehmend Touchscreens eingesetzt werden«, sagt Pulla. Er geht zwar davon aus, dass zukünftig ein Teil der Bedienung über Displays erfolgt, Knöpfe jedoch zur Steuerung zentraler Funktionen unverzichtbar bleiben.

Vorteile von Drehknöpfen gegenüber anderen Bedienelementen

  • Dank der selbsterklärenden Bedienlogik eignet sich der Anwender die Nutzung des Gerätes sehr schnell an, ohne vorher die gesamte Betriebsanleitung lesen zu müssen oder sich durch das gesamte Menü des Touchscreens zu klicken.
  • Durch seine Multifunktionalität kann ein Knopf eine Vielzahl von Funktionen ausführen.
  • Drehknöpfe sind Bedienelement und Anzeige in einem. 
  • Ein Drehknopf lässt sich drücken, herausziehen oder in verschiedene Richtungen schieben. All diese Vorgänge können mit individuellen Funktionen belegt werden.
  • Drehknöpfe erlauben ein intuitives Regulieren und können „blind“ bedient werden. Das Einstellen und Regeln der Funktionen erfolgt deutlich schneller als beispielsweise bei einem Touchscreen, der nur das schrittweise Verstellen der Parameter in vorgegebenen Abständen erlaubt.

Anmerkung: Dieser Artikel erschien als Titelstory in der medical design 3/2021 (ab S. 24. Hier geht's zum kostenfreien ePaper der Ausgabe. 

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