Medizinelektronik

PSU-Steckverbinder für die Medizintechnik

20. Oktober 2021, 14:30 Uhr | Mathias Wuttke (ODU)
Leichtgewicht aus PSU: Durch die Verwendung von Kunststoff ist der Steckverbinder bis zu 75% leichter als vergleichbare Produkte aus Metall.
Leichtgewicht aus PSU: Durch die Verwendung von Kunststoff ist der Steckverbinder bis zu 75% leichter als vergleichbare Produkte aus Metall.
© ODU

ODU verbindet Kostentransparenz mit Sicherheit und Einsatzvariabilität

Dem möglichst ressourcenschonenden Materialeinsatz kommt auch im Bereich der Medizintechnik wachsende Bedeutung zu. Trotzdem müssen höchste Anforderungen an den Anwender- und Patientenschutz, Zuverlässigkeit sowie einfache Handhabung gewährleistet sein. Mit einer neu entwickelten, kostengünstigen Einweglösung erweitert ODU sein Portfolio an Steckverbindungen für die Medizintechnik. Das aktuelle Disposable-System für die Frontmontage eignet sich für Einweg-Anwendungen bei Kathetern, elektrochirurgischen Geräten, Endoskopen oder bei Geräten für Ablations- und Laparoskopie-Verfahren. 

Mit dem neu entwickelten Einweg-Geräteteil hat das Unternehmen aus Mühldorf sein bereits seit 2010 verfügbares Portfolio an Einweglösungen nochmals erweitert. Es hilft Herstellern entsprechender Geräte für die Medizintechnik, die Kosteneffizienz, Einsatzsicherheit und Wechselgeschwindigkeit zu verbessern. Gerade wenn es um den Einsatz hoher Stückzahlen für den Einmalgebrauch wie bei Operationen geht.

Anwender- und Patientenschutz im Fokus

Der aus dem Kunststoff Polysulfon (PSU) hergestellte Steckverbinder für die Frontmontage ist flexibel kombinierbar mit allen Push-Pull- und Break-Away Steckverbindern der Serie in Größe 2.  Er lässt sich über einen einfachen und leicht anschließbaren Clip-in-Mechanismus zwischen Katheter-Gehäuse und Elektronik montieren. Auf diese Weise entfallen die sonst im Lieferumfang enthaltenen Anschlusskabel, was ebenfalls Kosten reduziert. Tests haben gezeigt, dass das Material alle gängigen medizinischen Desinfektionsverfahren gut verträgt. Auch wenn das Einweg-Geräteteil nach nur wenigen Einsätzen entsorgt werden muss, sind dennoch mindestens 25 Steckzyklen möglich.

Gerade beim Einsatz von Rundsteckverbindern in elektrischen Medizingeräten kommt dem vollständigen Berührschutz von Bediener beziehungsweise Bedienerin und dem versorgten Patienten beziehungsweise der versorgten Patientin im Fall einer Störung besondere Bedeutung zu. Mit den Vorgaben von 2 MOOP (Means of Operator Protection) und 1 MOPP (Means of Patient Protection) orientiert sich ODU auch beim Einweg-Geräteteil an höchsten Sicherheitsstandards.

Break-Away-Funktion für variable Einsätze

Der wiederverwendbare PSU-Abreißsteckverbinder lässt sich je nach Größe zwischen 2.000 und 5.000 Mal stecken. Er bietet zudem eine Vielzahl von Standardlösungen, die sich bei Bedarf auch individuell konfigurieren lassen. Der Anwender hat die Wahl zwischen der wirtschaftlichen Standardumspritzung, der platzsparenden abgewinkelten Version oder der geraden feldkonfigurierten Variante. Für anspruchsvolle Bereiche wie die Medizintechnik eignet sich in der Regel eine silikonumspritzte Systemlösung. Diese weist keinen Stick-Slip-Effekt auf, ist autoklavierbar und zeichnet sich durch den Einsatz biokompatibler Materialien aus.

Für den Einsatzbereich bei den neuen Einwegsteckverbinder hat ODU ebenfalls eine spezielle Lösung konstruiert. Auch in diesem Fall werden die Anforderungen an den Berührschutz nach der IEC-60601-1 eingehalten. Die Steckverbinderexperten schaffen damit den Mix zwischen der kostengünstigen Einwegfunktion und kompatiblen wiederverwendbaren Steckverbindern. Auch eine Umrüstung von Push-Pull- auf Break-Away-Steckverbindern ist damit möglich. 

Farbvarianten verbessern das Handling

Der neue Einweg-Abreißsteckverbinder hat den Vorteil, dass er sich aufgrund der Automatisierung in hohen Stückzahlen kostengünstig produzieren lässt und nach der Einmal-Verwendung problemlos entsorgt werden kann. Ein weiterer Vorteil liegt in der Möglichkeit, den Stecker farblich markieren zu lassen. Zur Wahl stehen sieben Farbtöne: weiß, grau, schwarz, blau, gelb, grün, rot. Durch die Farbcodierung der Überwurfmutter erkennt der Anwender sofort die passende Verbindungsbuchse. So lässt sich ein Fehlstecken auch unter Zeitnot und Stress nahezu ausschließen. 

Bei Beatmungsgeräten ist die Zuordnung einzelner Farben zu bestimmten Anschlüssen bereits Standard. So signalisiert Gelb im Respirationsbereich Kohlendioxid, Blau Sauerstoff und Grün Stickstoff. Anstatt bestimmten Gasen lassen sich die Farben aber auch einer bestimmten Abfolge von Behandlungsformen oder operativen Eingriffen mit dem gleichen Gerät zuordnen. Beim Push-Pull-Stecker lässt sich diese Farbe etwa beim Knickschutz wählen, beim Abreißstecker durch die entsprechende Farbe an Buchse und Kopf.

Anmerkung: Dieser Artikel erschien in ähnlicher Form in der medical design 3/2021 (S. 43). Sie können die gesamte Ausgabe hier als kostenfreies ePaper lesen.


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