Was wird 2020 wichtig?

Diese vier Trends prägen das Gesundheitswesen

10. Januar 2020, 12:00 Uhr   |  Peter Durlach

Diese vier Trends prägen das Gesundheitswesen
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Im Fokus: KI und Automatisierung prägen das Jahr 2020 auch im Gesundheitswesen.

Trendbericht | Unser Gesundheitssystem steht vor großen Herausforderungen. Die Lösung dieser Probleme liegt in der Digitalisierung und dem Einsatz neuer Technologien, davon ist Peter Durlach (Nuance) überzeugt. Diese vier Trends werden seiner Meinung nach das Jahr 2020 besonders prägen.

1. Künstliche Inteligenz wird klinisch validiert

Je mehr Anwendungen aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) sich im medizinischen Alltag etablieren, desto mehr wissenschaftliche Studien wird es auch zu den mit ihrem Einsatz verbundenen Vorteilen geben. Diese nachgewiesenen positiven Effekte werden dazu führen, dass sich KI zunehmend in verschiedenen Umgebungen im Gesundheitssystem durchsetzt.

Das wird wiederum eine positive Feedbackschleife für noch mehr evidenzbasierte Forschung und den Einsatz in der Praxis initiieren. Schon bald werden Arztbesuche oder Krankenhausaufenthalte schwer vorstellbar sein, bei denen KI-Anwendungen nicht auf vielfältige Weise integriert sind.

2. Neue Technologien helfen Ärzten Zeit zu sparen

KI- und Ambient-Sensing-Technologien werden dazu beitragen die medizinische Versorgung wieder menschlicher zu gestalten. Denn Ärzte werden sich weniger mit Papierkram und administrativen Aufgaben beschäftigen müssen und können sich stattdessen auf die Patientenversorgung konzentrieren.

Untersuchungen zeigen, dass das Klinikpersonal heute bis zu 50 Prozent seiner Zeit mit der Dokumentation verbringt und im Vergleich dazu nur 13 Prozent mit Patienten. Wenn KI-Anwendungen im Behandlungsraum oder auf Station alltäglich wird und alles sprachgesteuert ist, werden sich die Menschen daran gewöhnen, ständig zu diktieren. Ärzte werden dann wieder deutlich mehr Zeit für ihre Patienten aufwenden können, statt Daten in Computer einzugeben. Im Behandlungsraum der Zukunft wird sich die medizinische Dokumentation selbst schreiben.

3. Prozesse werden automatisiert

Die Einführung von KI für RPA (Robotic Process Automation) für allgemeine Verwaltungsaufgaben, wie Umsatzplanung, Lieferkette und Patientenplanung wird schnell zunehmen. Denn KI trägt dazu bei, diese Funktionen ganz oder teilweise zu automatisieren. Das führt wiederum zu deutlich verbesserten Finanzergebnissen der Betreiber und reduziert administrative Ineffizienz.

4. Keine Angst mehr vor KI

Die Angst, dass KI Ärzte oder medizinisches Personal ersetzt, ist passé. Heute geht es darum, wie KI in Anwendungen integriert werden kann, um Ärzten zu helfen, die beste Behandlungsentscheidung zu treffen – und damit im Endeffekt ihre Kompetenz zu steigern. Allerdings ist weiterhin Schutz vor Phänomenen, wie zum Beispiel der Alarmmüdigkeit erforderlich.

Sie tritt beispielsweise auf, wenn Anwender einer großen Anzahl von häufigen Alarmen ausgesetzt sind und folglich für diese desensibilisiert werden. Das könnte die Gesundheit und Sicherheit ihrer Patienten beeinträchtigen. Neue Technologien werden in den nächsten Jahren etabliert, welche eine Balance zwischen zu aufdringlichen und unterstützenden Lösungen schaffen werden. Ärzte werden lernen, den Vorschlägen und Empfehlungen der KI-Lösungen zu vertrauen. Das wird ihnen helfen, die besten Entscheidungen für ihre Patienten zu treffen.

Autor: Peter Durlach ist Senior Vice President, Healthcare Strategy & New Business Development bei Nuance

Schlagworte:Trends 2020, Künstliche Intelligenz (KI), Automatisierung

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