Studie mit Herzpatienten

Home-Monitoring verursacht keine zusätzlichen Kosten

03. September 2014, 10:51 Uhr   |  Ralf Higgelke

Home-Monitoring verursacht keine zusätzlichen Kosten
© Biotronik

Die EuroEco-Studie zeigt, dass eine telemedizinische Nachsorge eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten darstellt – für Krankenkassen, Krankenhäuser und letztendlich für die Patienten.

Die auf dem ESC Kongress 2014 vorgestellten Ergebnisse der EuroEco-Studie zeigen, dass eine Home-Monitoring-gestützte Nachsorge des Herstellers Biotronik Ärzten Zeit spart und Krankenhäuser und Krankenkassen keine zusätzlichen Kosten haben.

Die Ergebnisse einer von Biotronik gesponserten EuroEco-Studie (European Health Economic Trial on Home Monitoring in ICD Therapy) wurden heute vom leitenden Prüfarzt Professor Dr. Hein Heidbuchel, Herzzentrum Hasselt, Belgien, im Rahmen einer Hot Line Session auf dem ESC Kongress 2014 vorgestellt. EuroEco ist eine randomisierte kontrollierte Studie zur Abschätzung der finanziellen Auswirkung einer telemedizinischen Fernnachsorge von Herzpatienten aus Sicht der Krankenhäuser. Sie hat gezeigt, dass Krankenhäusern durch den Einsatz von »Home Monitoring« von Biotronik keine zusätzlichen Kosten entstanden sind und Krankenkassen bzw. nationale Gesundheitssysteme im Vergleich zur Präsenznachsorge sogar einen Trend zur Kostenreduktion verzeichnen konnten. Darüber hinaus sparten Ärzte bei einer Home Monitoring-gestützten Patientennachsorge Zeit.

»Sowohl Patienten als auch Ärzte ziehen eindeutig eine telemedizinische Fernnachsorge der Präsenznachsorge vor, da sie nachweislich zu einer Verbesserung der Patientengesundheit beiträgt und den Fokus der Ärzte auf diejenigen Patienten richtet, die Hilfe am dringendsten benötigen. Eine Reduktion der Präsenznachsorgen setzt wiederum Ressourcen frei, sodass sich Ärzte zeitnah um die Patienten kümmern können, die tatsächlich ärztlicher Betreuung bedürfen«, erklärt Professor Heidbuchel. »Zudem unterstreichen die EuroEco-Ergebnisse, dass eine Home-Monitoring-gestützte Nachsorge von Herzpatienten auch aus ökonomischer Sicht sinnvoll ist. Denn das ist die Zukunft der Medizin: die Behandlung von Patienten auf die effizienteste Art und Weise bei gleichzeitiger Beibehaltung eines hohen Qualitätsstandards.«

Primärer Endpunkt der randomisierten, prospektiven, multizentrischen Studie waren die durch Home-Monitoring entstandenen Servicekosten der Krankenhäuser. Zu den sekundären Endpunkten zählten das Nettoeinkommen der Krankenhäuser und die Kosten der Krankenkassen. Es wurden insgesamt 312 Patienten mit Einkammer- und Zweikammer-ICDs (Implantierbare Kardioverter-Defibrillatoren) aus 17 Zentren in Belgien, Deutschland, den Niederlanden, Spanien und Großbritannien in die Studie aufgenommen. Im Rahmen einer Studienerweiterung wird aktuell eine Patientengruppe mit Implantaten zur kardialen Resynchronisationstherapie (CRT) rekrutiert.

Über einen Beobachtungszeitraum von zwei Jahren bestand im Hinblick auf die gesamten Nachsorgekosten der Krankenhäuser kein signifikanter Unterschied zwischen der Home-Monitoring-Gruppe (204 € pro Patient) und der Kontrollgruppe (213 € pro Patient). Auch bezüglich des Nettoeinkommens der Krankenhäuser wurde kein statistisch signifikanter Unterschied verzeichnet, wobei die Ergebnisse sich je nach Land anders darstellten.

 

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2. Krankenkassen sparen 500 € pro Patient

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