Vokabel der Woche

Stick-Slip-Effekt (»Haftgleiteffekt«)

08. Oktober 2019, 10:30 Uhr   |  Melanie Ehrhardt

Stick-Slip-Effekt (»Haftgleiteffekt«)
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Der Stick-Slip-Effekt (Haftgleiteffekt) bezeichnet das Ruckgleiten von gegeneinander bewegten Festkörpern.

Glossar | Der Stick-Slip-Effekt beziehungsweise Haftgleiteffekt bezeichnet das Ruckgleiten von gegeneinander bewegten Festkörpern. Bekannte Beispiele sind Tafelkreiden auf Schreibtafeln, knarrende Türen, quietschende Bremsen oder ratternde Scheibenwischer.

Ursachen

Der Stick-Slip-Effekt tritt auf, wenn ein Körper bewegt wird, dessen Haftreibung deutlich größer ist, als die Gleitreibung. Dabei üben gedämpft gekoppelte Oberflächenteile eine schnelle Bewegungsfolge aus: Haften, Verspannen, Trennen und Abgleiten.
Der Effekt verschwindet, sobald die Reibpartner durch den Schmierstoff vollständig getrennt werden (hydrodynamische Gleitreibung).

Auswirkungen und Gegenmaßnahmen

Der Stick-Slip-Effekt ist in technischen Anwendungen häufig unerwünscht. Er erzeugt Lärm und Körperschall, der oft als unangenehm wahrgenommen wird und zu erhöhtem Verschleiß und Materialermüdung führen kann. Außerdem kann er die Durchführung kleinster Bewegungen, zum Beispiel bei Präzisions-Werkzeugmaschinen, vollständig unterbinden.

Gegenmaßnahmen umfassen:

  • Verringerung des Unterschieds zwischen Gleit- und Haftreibung, oft durch Verringerung der Reibung insgesamt, etwa durch Schmierung
  • Erhöhung der Steifigkeit des Antriebs oder der Körper selbst
  • Verringerung der beteiligten Massen
  • größere Dämpfung
  • die Instabilität mindernde Geometrie

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