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Das sind die neuen MRTs

29. November 2022, 10:55 Uhr | Siemens Healthineers
Medizintechnik Radiologie Siemens Healthineers MRT Künstliche Intelligenz KI Algorithmen
Eine mit Magnetom Cima.X2 aufgenommene Traktographie hat das Potenzial, die Vernetzungen im menschlichen Gehirn sichtbar zu machen.
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Die neue Generation Medizintechnik von Siemens Healthineers: Die Erlanger Radiologie-Experten stellen zwei neue High-End-MRTs und einen mobilen Magnetresonanztomographen vor.

Siemens Healthineers stellte im November gleich mehrere Neuvorstellungen für die radiologische Diagnostik via MRT vor. Auf seiner hauseigenen Messe »Shape 23« zeigte der deutsche Medizintechnik-Hersteller zwei neue High-End-MRTs für die Forschung und die klinische Routine vor. Außerdem kommt ein mobiles MRT mit Remote-Anbindung für die Versorgung in strukturschwachen Regionen auf den Markt.

Die neuen Magnetom-High-End-MRTs

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Das 7 Tesla (T) Magnetom Terra.X Gerät bietet eine exzellente Auflösung selbst bei kleinsten Strukturen, das 3T Magnetom Cima.X steigert die Gradientenamplitude um mehr als das Doppelte. »Beide Scanner werden aufgrund ihrer hohen Feldstärken und starken Gradientenleistung optimal sein, um feinste Strukturen im Körper klarer zu erkennen. Durch die erstmalige Einführung KI-basierter Algorithmen für diese High-End-Scanner reduzieren wir die Scanzeit im MRT um bis zu 50 % und verbessern gleichzeitig die Bildqualität«, sagt Arthur Kaindl, Leiter Magnetresonanztomographie bei Siemens Healthineers.

Magnetom Cima.X2 soll Multiple Sklerose verstehen helfen

Der 3T Magnetom Cima.X wird den stärksten Gradienten des Unternehmens mit einer Amplitude5 von 200 mT/m und einer Slew Rate von 200 T/m/s nutzen. Das ist 2,5-mal mehr als das derzeit stärkste MRT von Siemens Healthineers. Eine solche Gradientenstärke kann helfen, neurodegenerative Erkrankungen wie Multiple Sklerose auch zwischen Krankheitsschüben deutlich besser zu verstehen. Sogenannte Mikrostrukturen lassen sich mit Hilfe der starken Gradienten deutlicher sichtbar machen und könnten eine wichtige Rolle beim Verständnis dieser Erkrankungen spielen. Mikrostrukturen lassen sich mit der klassischen MR-Bildgebung kaum sichtbar machen. So könnte die Behandlung früher eingeleitet werden, was die Aussichten für Patientinnen und Patienten verbessert.

Magnetom Terra.X visualisiert den Stoffwechsel

Der Magnetom Terra.X1 mit einer Feldstärke von 7T stellt den neuesten Stand der kommerziellen MR-Bildgebung dar. Das System wird der Nachfolger des 2017 eingeführten Magnetom Terra, dem ersten klinischen 7T-System, sein. Das höhere Signal bei 7T ermöglicht eine sehr hochauflösende Bildgebung, z.B. im Kopfbereich. Dies ist besonders wichtig bei Erkrankungen, bei denen der Nachweis kleinster Läsionen für die weitere Behandlung entscheidend sein kann. Auch im Knie kann die Sichtbarkeit kleinster Läsionen die Entscheidung für oder gegen eine Operation bedeuten. Die neue Hard- und Software von Magnetom Terra.X, die Siemens Healthineers 'Ultra IQ Technologie' nennt, wird die Möglichkeiten eines 7T Systems deutlich steigern: MR-Bildgebung bei diesen extrem hohen Feldstärken kann zu einer Verdunkelung des Bildeindrucks beispielsweise am unteren Teil des Kopfes führen. Mit Magnetom Terra.X sind potenziell relevante Befunde auch an den Bildrändern deutlich sichtbar. Während die klassische MRT-Bildgebung vor allem in Körperregionen mit viel Wasser im Gewebe funktioniert, lassen sich mit hohen Feldstärken auch andere Substanzen im Körper, wie zum Beispiel Natrium, besser darstellen. Diese Form der Bildgebung geht über die reine Darstellung der Anatomie hinaus und ermöglicht eine Visualisierung von Vorgängen im Körper wie dem Stoffwechsel.

Neue Forschungsplattform und Assistenzsysteme

Speziell für die Forschung werden beide neuen Scanner zum Beispiel die neue Open Recon-Plattform bieten: »Open Recon ermöglicht es uns, die von uns entwickelten Rekonstruktionsalgorithmen direkt auf dem Scanner laufen zu lassen. Damit können wir unsere Forschungsentwicklungen zum ersten Mal einfacher, effizienter und effektiver in die klinische Routine übertragen«, sagt Prof. Matthias Stuber von der Universität Lausanne. Darüber hinaus bieten beide Scanner Assistenzsysteme, die die Scanvorbereitung und Durchführung unterstützen. Selbst diese komplexen Systeme werden für jeden Anwender einfach zu bedienen sein. Der Schulungsaufwand wird minimal sein und die Scanner können nahtlos in die Flotte integriert werden.

Das sind die neuen Healthineers-MRT

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Das mobile MRT viato.mobile

Das neue transportable MRT-Geräte Viato.Mobile mit 1,5 Tesla bringt hochwertige MR-Bildgebung dorthin, wo sie gebraucht wird. Der Scanner kann im Anhänger eines Sattelschleppers für den mobilen Kurz- und Langzeiteinsatz auch in entlegene Gegenden gebracht werden. Mit einer Mobilfunk-Anbindung wird die Diagnose überall verfügbar. »Die Lösung kann zum Beispiel bei Screening-Programmen in unterversorgten Regionen helfen – nicht die Patientin oder der Patient kommt zum Scanner, sondern umgekehrt«, statuiert Arthur Kaindl.

Das Magnetom Viato.Mobile kann aus der Ferne über eine feste Internetverbindung oder bei Bedarf über eine 4G-Verbindung bedient und überprüft werden. So kann das System nahezu überall eingesetzt werden, während Expertinnen und Experten bei Bedarf von einem anderen Ort aus Unterstützung bei zwei entscheidenden Schritten leisten können: der Durchführung des Scans und der Wartung des Systems. Das bedeutet, dass weniger Personal vor Ort benötigt wird, Fachkräfte aus dem Homeoffice arbeiten und Servicetechniker*innen mit dem richtigen Ersatzteil im Gepäck zur Wartung aufbrechen können.

Neue Dienstleistungen für Kurz- und Langzeiteinsatz

Medizinische Services wie die Firma Rayus Radiology aus den USA bieten Systeme wie Magnetom Viato.Mobile in einer mobilen Konfiguration für Kliniken und andere Dienstleistende der diagnostischen Bildgebung an, um mit maßgeschneiderten MR-Diensten zu unterstützen. »Wir sind begeistert von dieser nächsten Generation mobiler MRT-Systeme. Mit diesem Scanner können wir Gesundheitsdienstleistenden die neuesten Technologien und Fortschritte in der MR-Bildgebung anbieten. Es gibt uns als Service-Anbieter mehr Flexibilität, um unseren Kurz- und Langzeit-Kunden eine maßgeschneiderte MRT-Lösung zu bieten – ob es sich um eine vorübergehende Unterbringung während eines Gebäudeumbaus oder um eine langfristige Lösung handelt, sagt Kim Tzoumakas, CEO bei Rayus. (uh)

 


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