Fakuma 2021

Insulin-Caps vollautomatisiert herstellen

In einer Gesamtzykluszeit von rund sechs Sekunden werden auf einem 16-fach-Werkzeug Kappen für Insulin-Spritzen gefertigt.
In einer Gesamtzykluszeit von rund sechs Sekunden werden auf einem 16-fach-Werkzeug Kappen für Insulin-Spritzen gefertigt.
© Sumitomo

Sumitomo zeigt auf der Fakuma Produktionszelle für Insulin-Spritzen-Kappen

Die Sumitomo (SHI) Demag Plastics Machinery GmbH, Schwaig, zeigt auf der Fakuma 2021 eine vollautomatisierte und hocheffiziente Produktionszelle für medizintechnische Teile. Im Mittelpunkt stehen dabei die vollelektrische Spritzgießmaschine IntElect S 100/460-250 und eine Automationsanlage der Waldorf Technik GmbH, Engen, die auf dem patentierten System Vario Tip FSS basiert. Das Messe-Exponat wurde kompromisslos für die Herstellung von Medical Parts konzipiert und fertigt in einer Gesamtzykluszeit von rund sechs Sekunden auf einem 16-fach-Werkzeug Kappen für Insulin-Spritzen, so enannte Insulin-Caps.

Anlagen standortübergreifend überwachen

FSS steht für Floor Space Saving und beschreibt den deutlich reduzierten Flächenbedarf des Vario-Tip-Aufbaus gegenüber dem Standardmodell. Dessen hohe Funktionalität und Variabilität bleiben jedoch erhalten. Das System zeichnet sich laut Hersteller durch seinen Freiheitsgrad für verschiedene Werkzeugkonfigurationen und Abpackeinheiten aus. Zudem beinhaltet es eine Vielzahl an Features, die kundenspezifisch eingesetzt werden können. 

»Direkt nach der Entnahme der Kappen aus der Spritzgießmaschine vereinheitlicht der Entnahmegreifer für die Übergabe«, erklärt Anatol Sattel, Director Business Development Medical. Die Kappen werden entsprechend der Kavitätennummern sortiert in einen Verschiebetisch umgesetzt und von dort – wieder kavitätenrein – in Racks gesetzt. Nach dem Befüllen werden die Teile mittels Kitov-Kamera auf eventuelle Beschädigungen geprüft. »Die Anlage verfügt zusätzlich über eine QS-Station direkt nach der Entnahme, bei der alle 16 Teile während des Automatikbetriebs ausgeschleust werden können. Am Auslauf der Anlage wartet der Sawyer-Cobot und entnimmt die befüllten Racks aus der Anlage«, so Sattel.

Vervollständigt wird die Automationsanlage durch die Integration des Smart Services EVE Suite von Hahn Digital, einer Tochter der Hahn Group, Rheinböllen. Ein Baustein heißt EVE Analytics. Damit können Anlagen standortübergreifend und in Echtzeit überwacht werden. In individuellen Dashboards werden Prozess- und Maschinendaten plattformunabhängig bereitgestellt und weitere Analysemöglichkeiten geschaffen. 

»Durch den Einsatz von EVE Analytics können Ausfallzeiten massiv reduziert werden. Zielgerichtete Benachrichtigungen in Echtzeit sowie ortsunabhängige Status-Updates ermöglichen schnelle Reaktionen. Datenanalysen und kennzahlenbasierte Dashboards garantieren eine effiziente Überwachung«, berichtet Sattel. Das System führt automatisch eine Datenanalyse hinsichtlich der Wirkungszusammenhänge und Abweichungen von den optimalen Einstellungen durch. Aus den Daten werden mit Hilfe vorhersagender Analysen Erkenntnisse gewonnenen, die eine kontinuierliche Output-Erhöhung gewährleisten. 

Kleine Geometrien und kritische Toleranzen

Das 16-fach-Werkzeug des Fakuma-Exponats, auf dem die Insulin-Caps hergestellt werden, liefert die Kebo AG, Neuhausen am Rheinfall. Da der Trend in der Medizintechnik zu immer kleineren Teile-Geometrien und Artikel-Gewichten mit kritischen Toleranzen und hoher Komplexität geht, bedient das Schweizer Familienunternehmen die steigende Nachfrage nach Nadelverschluss-Systemen und stellt erstmals das neue Multivalve-System vor.

Da der Medizinmarkt vor allem für Reinräume vollelektrische Lösungen bevorzugt, betätigt Kebo die Nadelverschlussdüsen über eine elektrische Platte. Neben der hohen Präzision, Sauberkeit und Prozesssicherheit überzeugt die Lösung mit hoher Wiederholgenauigkeit, geringerem Verschleiß und sehr guter Temperaturführung. Zudem ist die Nadelgeschwindigkeit individuell regelbar. Als Alternative zum elektrischen Nadelverschluss steht eine pneumatische Betätigung des Antriebs zur Verfügung.


  1. Insulin-Caps vollautomatisiert herstellen
  2. Qualitätskontrolle und Rückverfolgbarkeit der Teileproduktion