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Beatmungsdruck patientennah messen

04. Mai 2021, 10:36 Uhr   |  Nicolay/Sensirion

Beatmungsdruck patientennah messen
© Sensirion

Patientin mit Atemmaske (Symbolbild)

Neues Evaluations-Kit steht Herstellern ab Mai 2021 zur Verfügung

Nicht nur die Atemgas-Flussraten, sondern in einer Lösung integriert auch den Beatmungsdruck patientennah messen – das neue Produkt aus der Kooperation Sensirion AG und Nicolay GmbH (GPE Group) kann beides und steht Beatmungsgeräte-Herstellern ab Mai 2021 als Evaluations-Kit zur Verfügung. Die unterschiedlichen standardisierten Varianten können die Hersteller ganz ohne Entwicklungs- und Werkzeugkosten in ihre Geräte integrieren. Ab mittleren Stückzahlen konfiguriert und produziert Nicolay auch individuelle Ausführungen.

In einer Lösung mit nur einer elektrischen Verbindung

Erste Hersteller arbeiten bereits an der Implementierung dieser neuen Lösung in ihre Geräte.
© Nicolay/Sensirion

Erste Hersteller arbeiten bereits an der Implementierung dieser neuen Lösung in ihre Geräte.

Das bisherige gemeinsame Produkt ist zur proximalen Messung von inspiratorischen und exspiratorischen Atemgas-Flussraten vielfach im Einsatz, um die Beatmung zu verbessern beziehungsweise an die aktuellen Werte des einzelnen Patienten anzupassen. Die Flow-Sensoren stammen aus dem Hause Sensirion, patientennah im System unterbringen lassen sie sich mittels der dafür konzipierten Steckverbinder und Kabel von Nicolay. Als Evaluations-Kit ist diese Lösung seit über zwei Jahren über das Distributions-Netzwerk von Sensirion verfügbar.

»Nachdem immer wieder Nachfragen von Beatmungsgeräte-Herstellern bei uns eingegangen sind, ob wir die bestehende Lösung um einen Drucksensor erweitern können, haben wir uns diesbezüglich mit unserem Partner Nicolay zusammengesetzt«, erklärt Dr. Andreas Alt, Sales Director Medical bei Sensirion. Nicolay habe die Idee direkt aufgegriffen, realisiert – »und neu können wir sämtliche Versionen auch mit zusätzlichem Drucksensor anbieten«. 

Dafür haben die Kabelspezialisten den Drucksensor physisch im Stecker und softwareseitig in die Auswerte-Elektronik integriert. Beatmungsgeräte-Hersteller erhalten – wie schon bei den bisherigen Produkten – ein Evaluations-Kit zur Bemusterung, mit dem sie die kombinierte Lösung testen oder auch bereits die Prototypen-Entwicklung starten können. Erste Hersteller arbeiten bereits an der Implementierung dieser neuen Lösung in ihre Geräte.

Für die Anzahl der Leitungen gilt: Weniger ist mehr

Die ständige Überwachung des Beatmungsdrucks ist sowohl für die Volumenbeatmung als auch für die druckkontrollierte Beatmung notwendig. Mit der neuen Lösung von Sensirion und Nicolay erfolgen die Druckmessung und Umwandlung in ein elektrisches Signal direkt am Patienten; das Drucksignal wird elektronisch an das Beatmungsgerät übertragen.

Bisher gebräuchlich ist es, den Druck über einen patientennahen Port abzugreifen, per Schlauch zum Gerät zu führen und dort zu messen. Im Vergleich dazu sei beim neuen Produkt von Sensirion und Nicolay die Signal-Qualität höher und die -Laufzeit geringer. Es wird also ein äußerst zuverlässiger Messwert bereitgestellt, der mit geringster Verzögerung verarbeitet werden kann. Darüber hinaus läuft das Signal über das Kabel, das bereits für die Atemgas-Flusswerte vorhanden ist.

Beatmungsgeräte kompakter gestalten

Der Druckabgriff-Schlauch ist wenige Zentimeter lang und läuft direkt zur Kappe am Flow-Sensor, in der das Drucksignal in ein elektrisches Signal umgewandelt wird. Damit entfällt der lange Druckschlauch, der vom Patienten zurück zum Gerät führt. Das vereinfacht die Handhabung für das medizinische Personal, da das Risiko Schläuche zu verwechseln oder bei der Versorgung der Patienten daran hängen zu bleiben, niedriger ist.

»Luftführende Schläuche verzögern die Messung im Vergleich zur direkten Druckmessung proximal am Patienten«, so Benjamin Fessele, Produktentwicklung bei Nicolay. Mit der Druckmessung und Signal-Umwandlung in der Nicolay-Sensorkappe würden sich die Messwerte schneller auswerten und verarbeiten lassen und damit letztlich die Sicherheit und Qualität der Beatmung erhöhen. »Zudem wird im Beatmungsgerät Raum frei, den Hersteller nutzen können, um entweder andere Features unterzubringen oder die Geräte kompakter zu gestalten.« 

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(me)

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