3D-Druck

Additiv gefertigter Applikator für die Krebstherapie

04. Mai 2020, 08:46 Uhr   |  Dreigeist

Additiv gefertigter Applikator für die Krebstherapie
© Dreigeist

Während der fast dreijährigen Entwicklungszeit der 3D-Druckspezialist den Herstellungsprozess des Applikators durch alle Phasen.

Serienfertigung für Medizinprodukt mit CE-Zulassung

Ungünstig gelegene Tumore am Gebärmutterhals mit interner Strahlentherapie (Brachytherapie) behandeln: Dank eines additiv gefertigten Applikators der Eckert & Ziegler Bebig GmbH, Berlin, soll die Behandlungsmethode nun effizienter werden. Vor kurzem erhielt das Medizinprodukt die CE-Zulassung.

Verantwortlich für die Produktentwicklung, die Vorbereitung auf die Zulassung und das Aufsetzen der Serienfertigung die Dreigeist GbR, Nürnberg. Nach der Freigabe durch die Benannte Stelle ging das additiv gefertigte, temporäre Implantat aus Kunststoff im März für den europäischen Markt in Serie; der US-Markt soll folgen.

»Industrieller 3D-Druck braucht sorgfältige Planung« 

»Aus technologischer Sicht ist der 3D-Druck industrietauglich – aber die erfolgreiche Implementierung braucht Zeit«, erklärt Christopher König, Geschäftsführer von Dreigeist. Sein Unternehmen begleitet 3D-Druck-Entwicklungen in vielen Industrien. »Insbesondere regulatorische Aspekte stellen einen hohen Projektanteil dar«. so König.

Herausfordernd sei die Integration der additiven Fertigung in bestehende Unternehmensprozesse: Verfahrens- und Vorgehensweisen klassischer Produktionsprozesse lassen sich nur selten auf den 3D-Druck übertragen. Dirk Warmuth, Geschäftsführer von Eckert & Ziegler Bebig: »Der Entwicklungsprozess des additiv gefertigten Applikators war deutlich komplexer als zunächst vermutet. Dank Dreigeist konnten wir ihn von Anfang an zielgerichtet aufsetzen.«

Rahmen für proprietäre Industrialisierung im 3D-Druck

Dreigeist unterstützt Unternehmen dabei, proprietäre Anwendungen im 3D-Druck serienfähig zu machen. Hand in Hand mit Kunden und Partnern entwickelt das Team AM-Prozesse für nahezu alle Branchen. Oft gehe es dabei um weit mehr als nur die Technologie des 3D-Drucks. 

»Das Procedere rund um das Produkt, die Regulatorien und die Zulassungsverfahren: All das fordert Unternehmen oft mehr als die reine Technik« sagt König. Unternehmen in die Lage zu versetzen, eigenständige 3D-Druck-Prozesse aufzusetzen, darin sieht Dreigeist seine Aufgabe. Damit das Unternehmen für die Entwicklung neuer Produkte Kapazitäten frei hat, wird die Fertigung des Brachytherapie-Applikators im Herbst von Nürnberg nach Berlin zum Hersteller umziehen. (me)
 

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