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Implantate & Prothesen

Patientenspezifisch dank 3D-Druck

08. April 2021, 08:27 Uhr   |  Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

Patientenspezifisch dank 3D-Druck
© Meditool via Evonik

Die im 3D-Druck hergestellten Implantate für die Neuro- und Wirbelsäulenchirurgie ermöglichen eine schnellere Genesung und verringern die Operationsrisiken.

Was moderne 3D-Implante möglich machen

Wenn durch einen Tumor oder durch einen Unfall Zähne oder Kiefer- beziehungsweise andere Schädelknochen zerstört werden, versuchen Chirurgen und Chirurginnen sie zu ersetzen. Diesen in der Vergangenheit sehr aufwändigen, langwierigen und für den Patienten belastenden Prozess haben Experten der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie mittels Computer-Assistenz deutlich erleichtert.

»Wir müssen Patienten und Patinentinnen nicht mehr mehrmals operieren, weil wir jetzt durch virtuelle Planung, Implantate aus dem 3D-Drucker, schablonengestützte Bohrvorgänge und Real-Time-Navigation die einzelnen Schritte des Knochen- oder Zahnersatzes maßgeschneidert durchführen können«, erklärt Universitätsprofessor Dr. med. Dr. med. dent. Nils-Claudius Gellrich, Direktor der Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Chirurgen und Chirurginnen könnten heute dank modernster bildgebender Verfahren präoperativ planen und virtuelle Blaupausen für die Operation erstellen. So lassen sich patientenspezifische Implantate aus Titan im 3D-Drucker herstellen und mittels intraoperativer Navigation dem Patienten einsetzen.

Anatomische und funktionelle Wiederherstellung

Patienten und Patinetinnen profitieren in vielfacher Hinsicht von der Technik. Operationen sind zum einen seltener notwendig und zum anderen verkürzen sie sich durch die prä-operativen Planungsmöglichkeiten. Außerdem sind die Ergebnisse deutlich  besser: »Da die Implantate auf die individuelle Situation des jeweiligen Patienten angepasst sind, ermöglichen sie teilweise eine vollständige anatomische und funktionelle Wiederherstellung des Gesichts«, erläutert Gellrich.

Auch die intraoperative und die postoperative Qualitätskontrolle ist mittlerweile computergestützt. So können die behandelnden Ärzte überprüfen, inwieweit das Operationsziel tatsächlich erzielt wurde oder wie sich die Operationsergebnisse eines einzelnen Patienten stabil halten lassen und bewähren. »Wie kaum eine andere Technologie bietet die computergestützte Gesichtsschädelchirurgie und Navigation die Möglichkeit einer konsequenten Qualitätssicherung für ein spezialisiertes Fach«, betont Gellrich.

Veranstaltungstipp: 138. Deutsche Chirurgen-Kongress

Über Details dieser therapeutischen Fortschritte berichteten Experten der Deutschen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie e.V. (DGMKG) auf der Online-Pressekonferenz zum 138. Deutschen Chirurgen-Kongress am 7. April 2021.  Der Kongress, bei dem die DGMKG Mitveranstalter ist, findet vom 12. bis 16. April 2021 statt und wird aufgrund der Coronapandemie vor allem als Online-Tagung (DCK 2021 Digital) abgehalten.

Mehr Informationen zum DCK 2021 Digital finden Sie hier

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(me)

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