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Der Mensch im Chipformat

14. September 2021, 13:07 Uhr   |  medical design

Der Mensch im Chipformat
© Evonetix

Das Start-up wurde 2015 gegründet und beschäftigt heute über 70 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

Dieses Start-up ermöglicht die DNA-Synthese auf einem Silizium-Chip

Junge Gründer, große Ideen – Start-ups trauen sich das, wovor große Unternehmen oft Angst haben. Sie machen einfach. Von der Diabetes-App über intelligente Prothesen bis hin zu Pflegerobotern: Kein Vorhaben scheint zu groß oder gar abwegig. Unternehmergeist ist nicht nur löblich, sondern gerade in der Medizintechnik nötig.

Wir möchten einige dieser Köpfe und ihre Ideen genauer vorstellen. Dieses Mal: Evonetix. Das Unternehmen aus Cambridge DNA-Schreiber entwickelt, der eine genaue DNA-Synthese auf einem Silizium-Chip ermöglicht. 

Wie lautet euer Elevator Pitch?

Wir wollen ein führender Anbieter eines grundlegenden Hilfsmittels in der synthetischen Biologie werden, das den Zugriff auf DNA transformiert und die Art und Weise verändert, auf die DNA hergestellt und verwendet wird. Damit können Forscher biologische Zusammenhänge können, um globale Herausforderungen in den Bereichen Pharmazie und Biotechnologie, Spezialchemikalien, Energie, Landwirtschaft und sogar digitale Datenspeicherung zu lösen.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?

Unsere Kerntechnologie, eine Kombination aus Biologie und Chipentwicklung, die sowohl die DNA-Synthese als auch die Beseitigung von DNA-Fehlern ermöglicht, die die Fähigkeit zur Synthese längerer Gensequenzen einschränken, entstand aus der Arbeit von Matt Hayes (unserem derzeitigen CTO), während er bei Cambridge Consultants arbeitete. Das Unternehmen unterstützte seine Ideen, half bei der Entwicklung eines Ablegers zur Entwicklung der Technologie und wurde einer der ersten Seed-Investoren von Evonetix.

Was war euer größter Erfolg?

Es gibt drei Bereiche, die einen immensen Aufwand erfordert haben. Erstens die Entwicklung eines völlig neuartigen Chipdesigns, um die DNA-Synthese zu ermöglichen. Zweitens die Umstrukturierung der Phosphoramidit-DNA-Synthesechemie, um eine thermische (und nicht chemische) Kontrolle des DNA-Syntheseprozesses zu ermöglichen. Und schließlich, diese Dinge zusammenzubringen, um die erste DNA-Synthese auf einem echten Silizium-Chip zu zeigen.

Und der größter Rückschlag?

Wenn man den Punkt nennen müsste, der uns an dieser Stelle die größte Frustration bereitet, dann stünde der aktuelle globale Chipmangel wahrscheinlich ganz oben auf der Liste. Für ein Unternehmen, das DNA auf Chips herstellt, verursacht das mit Sicherheit einige kurzfristige Verzögerungen. 

Wo seht ihr euch in fünf Jahren?

Bis dahin werden wir unsere Plattformen in der synthetischen Biologie etabliert haben und an der Entwicklung unserer nächsten Generation von Instrumenten arbeiten. Sobald die Kerntechnologie etabliert ist, werden wir vor viel Arbeit stehen, um das System zu verbessern und zu optimieren und auf unseren grundlegenden Fähigkeiten aufzubauen, damit wir unseren Kunden mehr bieten können.

Wie sieht für euch Medizin der Zukunft aus?

Die wichtigsten Entwicklungen werden für uns in den Fähigkeiten der Nukleinsäure-basierten Medizin liegen, sei es in der Entwicklung von DNA- und RNA-Impfstoffen, die in der Pandemie eine so wichtige Rolle gespielt haben, oder in der schnellen Optimierung antikörperbasierter Therapeutika und der Entwicklung personalisierter genomischer Medizin. Wir glauben, dass wir überall dort, wo DNA der Ausgangspunkt für einen therapeutischen Ansatz ist, in der Lage sein werden, den Entwicklungszyklus zu beschleunigen und ein Maß an Präzision und Kontrolle anzubieten, das derzeit sehr schwierig zu erreichen ist.
 

Fakten zum Start-up

Name Evonetix Ltd
Gründungsjahr 2015
Anzahl der Kunden -
Anzahl der Mitarbeitenden 78
Finanzierung Letzte Finanzierungsrunde im März 2020 brachte 30 Mio. US-Dollar ein
Homepage www.evonetix.com

 

Anmerkung: Dieser Artikel erschien zuerst in der medical design 3/2021 vom 15. September 2021. Sie können die gesamte Ausgabe hier kostenfrei als ePaper lesen.

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