Robotik für Lungenbiopsie

Siemens Healthineers integriert 3D-Bildgebung

25. Juli 2022, 10:45 Uhr | Siemens Healthineers
Medizintechnik Krebs Radiologie Siemens Healthineers
Die Integration des mobilen C-Bogens für die 3D-Bildgebung bei einer transbronchialen Biopsie ermöglicht automatisierten 3D-Bildtransfer und intraprozedurales Läsions Re-Targeting
© Siemens Healthineers

Mithilfe der 3D-Bildgebung sollen kleine Krebsherde bereits im Frühstadium präszise erkannt werden.

Lungenkrebs ist die häufigtse Todesursache bei Krebserkrankungen weltweit. Ein frühzeitiges Screening der Lunge kann dazu beitragen, ungeklärte Läsionen bereits in der Frühphase zu identifizieren, obwohl die Krebsherde dann zumeist noch klein und schwer zugänglich sind. Daher ist eine präzise Navigation während der Biopsie notwendig, um die Zahl der falsch-negativen Gewebeproben zu reduzieren und um Diagnose und Therapie zu beschleunigen. Dies ist besonders bei Lungenkrebs wichtig, da sich die Prognose für die Betroffenen von Stadium zu Stadium dramatisch verschlechtert.

Mobiler C-Bogen steigert Präszision

Die Integration des mobilen C-Bogens für die 3D-Bildgebung Cios Spin von Siemens Healthineers mit dem endoluminalen Robotiksystem Ion von Intuitive für die transbronchiale Biopsie ermöglicht automatisierten 3D-Bildtransfer und intraprozedurales Läsions Re-Targeting. Erste Untersuchungen deuten darauf hin, dass somit die Präzision bei diesem wichtigen Schritt der Krebsbehandlung gesteigert werden kann.

»Lungenkrebs-Screening ist nur ein Baustein auf dem Weg dazu, Krebs zu einer chronischen statt tödlichen Krankheit zu machen«, sagt Peter Seitz, Executive Vice President Surgery bei Siemens Healthineers. »Unser Ziel ist es, Lösungen entlang des gesamten Patientenpfades zur Verfügung zu stellen. In ihrer Kombination stellen Cios Spin und Intuitive Ion ein weiteres wichtiges Element für die Versorgung von Betroffenen dar. Mit Hilfe eines verlässlichen Tumor-Stagings kann zeitnah therapiert werden.«

Weniger Komplikationen bei hoher Genauigkeit der Diagnose

Bei der Biopsie verdächtiger Lungenläsionen müssen Gewebeproben aus dem flexiblen und beweglichen Organ entnommen werden. Um den Betroffenen wiederholte Eingriffe zu ersparen, ist eine präzise Navigation von großer Wichtigkeit. Gewöhnlich werden Gewebeproben bei peripheren Läsionen über eine CT-gestützte perkutane Nadelbiopsie entnommen. Diese sorgt zwar für eine sehr gute diagnostische Ausbeute, kann allerdings auch mit einer erhöhten Komplikationsrate einhergehen; außerdem sind so nicht alle Bereiche zugänglich.

Unter Anwendung von robotergestützter, bronchoskopischer Biopsie können nahezu alle Lungenläsionen erreicht werden – in der Regel bei geringer Komplikationsrate für Patientinnen und Patienten. Die Kombination aus integrierter mobiler 3D-Bildgebung und robotischer Navigation für transbronchiale Biopsie kann das klinische Personal bei präzisem Targeting und diagnostischer Genaugkeit unterstützen.

Bei kleinen pulmonaren Läsionen gestaltet sich das Targeting schwierig, da die genaue Position der Läsion von der im Planungs-CT dargestellten abweichen kann (sogenannte CT-to-Body-Divergence), und es während der Gewebentnahme an Echtzeit-Visualisierung fehlt.

Schnellere Arbeitsabläufe und weniger Scans

Cios Spin verfügt über Cone-Beam CT (CBCT) und kann dank der speziellen NavLink 3D-Schnittstelle mit dem Ion-System über automatischen 3D-Bildtransfer kommunizieren. So kann auf mühsame manuelle Datenübertragung verzichtet werden, was Arbeitsabläufe beschleunigen kann. Mit Hilfe von intraoperativer Bildgebung kann der/die Pulmonologe/Pulmonologin die Läsion umgehend neu ansteuern. Mit der integrierten Lösung soll die Dauer der Prozedur verkürzt und die benötigte Anzahl von Scans reduziert werden – dies kann zu einer geringeren Strahlenbelastung führen. (uh)


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