Point-of-Care

Vollautomatische Plattform Campton Reader 100

17. November 2020, 07:59 Uhr   |  Campton Diagnostics

Vollautomatische Plattform Campton Reader 100
© Campton

Für die jeweiligen Messungen werden Einweg-Kartuschen mit integriertem Biochip verwendet

Nachweis von Biomarkern aus einer Vollblutprobe

Auf der virtual.Medica 2020 präsentiert die Campton Diagnostics GmbH, Itzehoe, die erste Gerätegeneration ihres Campton Reader 100. Mit dem Point-of-Care-System sollen in Zukunft aus geringen Mengen Vollblut verlässliche Aussagen zur Diagnose von Infektionen, Krebs oder anderen Krankheiten innerhalb weniger Minuten ermittelt werden. Zusätzlich entwickelt das Unternehmen einen RT-LAMP-basierten sowie einen serologischen Test für Corona für die nahezu zeitgleiche Messung durch das Gerät.

Die Point-of-Care-Plattform führt den Testablauf und die Detektion innerhalb des in sich geschlossenen »Einweg-Labors« in einer Kartusche durch. Die Technologie basiert auf der sogenannten »elektrischen Biochip-Technologie«. Das System ermöglicht den Nachweis mehrerer Biomarker, zum Beispiel für Infektionen, Krebs, Autoimmun- oder andere Krankheiten aus einer Vollblutprobe innerhalb von wenigen Minuten mit einem ELISA direkt auf einem Goldelektrodenarray.

Schnellere Diagnostik und Therapie 

»Unser System ist tragbar, leicht zu bedienen und könnte somit für den ortsunabhängigen Einsatz – später in einer weiteren Gerätegeneration z.B. auch direkt beim Patienten – sehr gut geeignet sein«, sagt CEO Jürgen Brink. Bereits während der Wartezeit beim Arzt könnten Ergebnisse für eine schnellere Behandlung möglicher Krankheiten ermittelt werden. »Damit tragen wir zu einer schnelleren Diagnostik und Therapie sowie zu einer Verbesserung in der medizinischen Versorgung bei.«

Die neu entwickelte Technologie verwendet elektrische Signale zur Analyse. Aus diesem Grund sei sie auch robuster und für den Einsatz in praktisch jedem Klima (insbesondere in Schwellenländern) geeignet.

Semi-parallele Protein- und DNA-Analyse

Das Diagnosegerät führt die Tests vollautomatisch in mikrofluidischen Einwegkartuschen nach internen Testprotokollen durch. Der Campton Reader 100 ist darauf ausgelegt, Krankheiten mit verschiedenen biologischen Substanzen zu identifizieren. Nach wenigen Minuten werden die Analyseergebnisse beispielsweise als reeller Wert auf dem Display angezeigt. Die Protokolle sind testspezifisch wie die Reagenzien und die Fängermoleküle auf dem entsprechenden Biochip, während das Gerät immer identisch ist.

Daher ist der Einsatz des Biochip-Systems nicht auf bestimmte Krankheiten beschränkt. Es ist möglich, fast jeden ELISA-basierten Test in die Biochip-Plattform zu integrieren, solange krankheitsspezifische Proteine in Körperflüssigkeiten wie Blut vorhanden sind. Es ist auch möglich, DNA-Tests und Protein-ELISAs auf einer einzigen Hardware-Basis durchzuführen.

Hohes Miniaturisierungspotenzial zur mobilen Nutzung 

Das auf den elektrischen Biochips basierende System ist extrem miniaturisierbar. Es besteht dann in der nächsten Reader-Generation nur noch aus sehr kompakter Elektronik und Einwegkartuschen mit integrierten Pumpen und gebrauchsfertigen Reagenzien. »Unser Ziel bei der Entwicklung des Systems war es, eine universelle Technologieplattform zur Diagnostik zu entwickeln, die vor allem auch stark miniaturisierbar sein sollte und somit alle Voraussetzungen zur Mobilfähigkeit mitbringt«, erklärt CTO Lars Blohm.  Zudem bietet die Plattform die Möglichkeit der gleichzeitigen Protein- und DNA-Analyse.

Derzeit entwickelt das Unternehmen einen serologischen sowie einen molekular- biologischen Test für Corona (SARS-CoV-2) für den Biochip-Reader zur nahezu zeitgleichen Messung. Ziel ist, nach beiden Verfahren nacheinander mit unterschiedlichen Cartridges aus einer Blutprobe und einem Abstrich zu messen. Die Bioassays werden voraussichtlich 2021 verfügbar sein.

Links

Hier geht’s zur Produktinformation direkt beim Hersteller

(me)

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