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Withings startet Verkauf der ScanWatch

08. September 2020, 08:49 Uhr   |  Withings

Withings startet Verkauf der ScanWatch
© Withings

ScanWatch soll Nutzern dabei unterstützen, kardiovaskuläre Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und entgegenzuwirken.

Hybrid Smartwatch erkennt Risiko von Vorhofflimmern

Mit der ScanWatch bringt Withings laut eigener Aussage die weltweit erste klinisch validierte Hybrid Smartwatch auf den Markt, die sowohl das Risiko von Arrhythmie (Vorhofflimmern) als auch von nächtlichen Atmungsstörungen erkennt. Die Smartwatch wurde von Kardiologen und Schlafexperten entwickelt und sei Withings’ bisher medizinisch fortschrittlichstes Wearable. Das Schlafapnoe-Feature, dessen klinische Validierung sich aufgrund der Corona-Pandemie verzögert, erhalten die Nutzer bis Ende des Jahres mit einem Softwareupdate. Aktuell weist ScanWatch auf Atmungsstörungen im Schlaf hin.

Die COVID-19 Pandemie hat gezeigt, wie wichtig der Fokus auf telemedizinische Lösungen ist. Neben der Erkennung von Vorhofflimmern und nächtlichen Atmungsstörungen kann ScanWatch für Personen mit COVID-19 dabei helfen, die Sauerstoffsättigung des Blutes bei Bedarf von zu Hause aus über den integrierten SpO2-Sensor zu überwachen. Um Mediziner und Pfleger während dieser Zeit zu unterstützen, ist der Hersteller derzeit an einer Forschungsinitiative der Abteilung für Kardiologie am Universitätsklinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München beteiligt, die ScanWatch in ein Patientenüberwachungsprojekt mit COVID-19 integriert.

Überwachung der kardiovaskulären Gesundheit

ScanWatch analysiert laut Hersteller die aktuell größte Bandbreite an Vitalparametern auf dem Markt. Neben automatischem Aktivitäts- und Schlaftracking ermögliche sie  eine umfassende Beobachtung der Herz-Kreislauf-Gesundheit.

Dabei ist ScanWatch in der Lage, Vorhofflimmern zu erkennen. Vorhofflimmern ist eine Herzrhythmusstörung, die oft nicht diagnostiziert wird, da sie unregelmäßig auftritt und leicht übersehen werden kann, wenn keine Symptome vorhanden sind oder sie bei einem Arztbesuch nicht auftreten. Bei Bedarf kann ScanWatch ein 1-Kanal-EKG aufzeichnen und so Vorhofflimmern erkennen. Dabei wird der Herzrhythmus analysiert (langsam, hoch oder normal) und Nutzer können so auf mögliche Herzrhythmusstörungen hingewiesen werden. 

Die EKG-Aufzeichnungen der ScanWatch werden über drei eingebaute Elektroden vorgenommen. Dazu müssen Nutzer den seitlichen Knopf drücken und beide Seiten des Uhrengehäuses berühren, um die Aufzeichnung zu starten. Nach 30 Sekunden wird der Nutzer über den Abschluss der EKG-Aufzeichnung mittels Vibration informiert. Das Ergebnis der Messung wird sofort auf dem Bildschirm der Uhr angezeigt. Bei der EKG-Aufzeichnung wird das elektrische Signal von einem eigenen Algorithmus analysiert, der mit Kardiologen entwickelt und anhand von Tausenden von EKG-Signalen trainiert wurde.

Da die Symptome von Vorhofflimmern unregelmäßig auftreten oder dem Nutzer gar nicht bekannt sind, bietet ScanWatch ein weiteres Frühwarnsystem an. Mit ihr kann die Herzfrequenz kontinuierlich (alle 10 Minuten) überwacht werden. Wenn ScanWatch über den eingebauten Herzfrequenzsensor (PPG-Sensor) einen unregelmäßigen Herzschlag feststellt, wird der Nutzer über das Display der Uhr aufgefordert, in 30 Sekunden eine EKG-Aufzeichnung vorzunehmen. Alle gesammelten Daten können mit einem Arzt oder einer medizinischen Fachkraft über die Health Mate App geteilt werden.

Medizinsches Oximeter am Handgelenk

Neben der EKG-Aufzeichnung bietet die Uhr dank integriertem SpO2-Sensor ein medizinisch genaues Oximeter. SpO2 steht für die periphere kapillare Sauerstoffsättigung, eine Schätzung der Sauerstoffmenge im Blut. Neben Puls, Atemfrequenz, Blutdruck und Körpertemperatur wird die Sauerstoffsättigung oft als fünftes Vitalzeichen angesehen. Eine gesunde Sauerstoffsättigung versorgt die Organe mit Sauerstoff und ist somit der Treibstoff für die allgemeine Gesundheit. Der SpO2-Wert wird durch Kurzatmigkeit, Herz- und Lungenprobleme oder auch Schlafstörungen beeinflusst. Obwohl sie keine genaue Beurteilung der wahren arteriellen Sättigung bei Schwerkranken liefert, hat sich die SpO2-Messung als hilfreicher Indikator bei der Diagnose von Asthma, akutem Lungenschaden oder chronischen Lungenerkrankungen erwiesen.

Die Messung ist – genauso wie die EKG-Aufzeichnung – bei Bedarf innerhalb von 30 Sekunden am Handgelenk durchführbar. Ein Multi-Wellenlängen-Sensor (PPG-Sensor) sendet Infrarot-Lichtsignale und durchleuchtet die Blutbahnen. Ein Algorithmus vergleicht dann die Reflexionen bei jeder Wellenlänge, um den SpO2-Wert zu berechnen. Die Funktion wurde nach einer klinischen Studie im Hypoxia-Labor der Universität von Kalifornien in San Francisco geprüft und ist nun CE-validiert.

Aufgrund Corona bedingter Verzögerungen wird das Schlafapnoe-Feature derzeit noch klinisch validiert und mit einem Softwareupdate Ende des Jahres an die Nutzer ausgerollt. Bereits jetzt erkenne die Uhr Anzeichen für nächtliche Atemstörungen. Diese werden durch einen Algorithmus erkannt, der auf einer Analyse des Sauerstoffgehalts im Blut, der Herzfrequenz, der Bewegungen und der Atemfrequenz basiert, die durch den Beschleunigungsmesser und den optischen Sensor erfasst werden. (me)

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