Kontamination durch Berührung

Mehrschichtfolie ermöglicht sterile Bedienung von Displays

11. Oktober 2019, 11:00 Uhr   |  Saxonymed

Mehrschichtfolie ermöglicht sterile Bedienung von Displays
© Saxonymed

An der Seite der Folie sind kleine Fähnchen abgebracht, die das Abziehen erleichtern.

Messevorbericht | Die Technik moderner Operationssäle wird zunehmend komplexer, gleichzeitig muss eine sterile Arbeitsumgebung gewährleistet sein – auch bei den Steuerungselementen. Um eine Kontamination durch Berührung auszuschließen, werden diese bisher indirekt über die OP-Assistenz bedient.

Zurzeit werden zahlreiche Displays als Wandbildwiedergabegeräte oder zunehmend auf der OP-Ampel positioniert. Die Ausstattung der Operationsumgebung mit Touchdisplays nimmt dabei deutlich zu. Um eine Kontamination durch den Chirurgen zu vermeiden, kontrolliert er diese Geräte über Anweisungen an die Assistenz.

»Der Operateur ist derzeit aus Hygienegründen bei der Steuerung von Displays und Geräten auf zusätzliche Hilfe angewiesen«,  erklärt Uwe Seidel, Entwicklungsleiter bei Saxonymed. Damit er wieder die eigenständige Kontrolle über diese Prozesse im Operationssaal erhält, hat das Unternehmen die Mehrschichtfolie »Stertouch Pro«  entwickelt, die eine sterile Berührung von Oberflächen ermöglicht, ohne dass Bildinformationen verloren gehen.

Sterile Bedienung von Touch-Systemen

Bei Stertouch Pro handelt es sich um ein steriles Foliensystem aus mehreren Schichten: Das zentrale Element bildet eine durchsichtige Folie aus Polyethylen (PE), die weder die Bildqualität noch die Bedienbarkeit beeinflusst. In einem Gutachten des Fraunhofer Instituts für optische Anwendungen wurde belegt, dass auch bei aufgetragener Folie medizinisch relevantes Bildmaterial dargestellt werden kann.

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Ein besonderes Augenmerk liegt bei der Mehrschichtfolie  auf dem speziellen Acrylatkleber, denn herkömmliche Folienkleber können die Bildqualität verschlechtern und hinterlassen Klebereste auf dem Monitor. »Diese Probleme konnten wir durch die Zusammenarbeit mit der Hilfe von Nitto Belgium NV lösen«, so Seidel. Die Sterilität der Folie selbst wird durch einen validierten Prozess gewährleistet. Die eigentliche Sterilisation findet dabei durch eine validierte und chargenzertifizierte Gammabestrahlung bei Steris statt. Jede Folie hat eine Chargen- und Seriennummer samt Produktionsdatum und Ausweisung der Haltbarkeit.

Keine Klebereste nach der OP

Dank des patentierten Schichtsystems lässt sich die Folie leicht und schnell auf glatten Oberflächen anbringen – auch durch nicht medizinisch geschultes Personal. Unterstützt wird dies durch einen Positionierungsstreifen und zwei Abziehfähnchen an den Seiten. »Auf diese Weise kann die Folie zur Vorbereitung einer Operation bereits im Vorfeld unsteril oder steril angebracht werden«, so Seidel. Zum OP-Beginn werde dann die blaue Schutzfolie entfernt. »Dadurch entsteht eine sterile Oberfläche und man kann mit dem Eingriff beginnen, die Bedienung der abgeklebten Oberflächen bleibt während des Eingriffs stets steril.« Nach der Operation kann Stertouch Pro rückstandslos entfernt werden, da die Polymere des Klebstoffs immer zur Folie gezogen werden.

Flexible Anwendungsmöglichkeiten

Bisher gibt es die Folien als Standard für Tastaturen und Displays bis 32 Zoll. Sie können aber nicht nur für Monitore oder Tablets verwendet werden. Auch andere Oberflächen lassen sich damit steril schützen.

Vorgestellt wird Stertouch Pro im Rahmen der diesjährigen Medica in Düsseldorf. Für Fragen zu der innovativen Mehrschichtfolie und zur Sterilität im digitalen OP steht Uwe Seidel, Entwicklungsleiter der Saxonymed auf der Messe an Stand B50 in Halle 12 zur Verfügung.

Schlagworte:Touch-Screens, Mehrschichtfolie, Chirurgie, OP-Saal

Genannte Firmen: Saxonymed, Fraunhofer Institut für optische Anwendungen, Nitto Belgium, Steris

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