Digital Health

Mobile Health als Gamechanger

Consumer-Elektronik hat im Medizinbereich nichts zu suchen
Mithilfe von Daten soll es gelingen, Patienten und Patientinnen früher zu behandeln
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Krankheiten früher erkennen und proaktiv behandeln

Den meisten Patienten und Patientinnen ist der Ablauf, eine ärztliche Diagnose zu erhalten, vertraut und vorhersehbar. Man trifft sich in der Arztpraxis, wo eine Reihe von Untersuchungen durchgeführt werden. Der Arzt oder die Ärztin erstellt anhand der Symptome eine Diagnose und empfiehlt die passende Behandlung. 

Was aber wäre, wenn es völlig anders ablaufen würde? Was wäre, wenn Ärzte und Ärztinnen anstatt dieser reaktiven Behandlungsmethode, Zugriff auf die Digitaltechnik zur Gesundheitsvorsorge hätten und diese dabei hilft, mit Daten aus der Genomanalyse, hochentwickelter Bildverarbeitung oder am Körper tragbaren Geräten Warnsignale früher zu erkennen? 

Kontinuierliche Datenerfassung

Betrachtet man dazu beispielsweise den traditionellen Diabetestest mit einem Stich in den Finger des Patienten beziehungsweise der Patientin zur Blutentnahme, häufig mehrmals an einem Tag, um den Glukosewert zu überwachen und Insulin zu verabreichen wird der Vorteil deutlich. Im Vergleich dazu erhalten die Betroffenen einen flachen Sensor, der auf der Hautoberfläche sitzt und kontinuierlich Messungen ausführt, und damit einen ununterbrochenen Blick auf die Gesundheit der Person erlaubt – unabhängig davon, wo sich diese befindet. 

»Es ist wesentlich besser, den Blutzucker und andere Vitalparameter eines Patienten über einen langen Zeitraum zu messen, anstatt nur einmalig in einer kontrollierten klinischen Umgebung«, sagt Martin Cotter, Senior Vice President of Sales and Digital Marketing bei Analog Devices. Das Einbeziehen von Einflüssen in der realen Umgebung liefere wesentlich genauere Daten und gibt Ärzten eine bessere Möglichkeit, die Gesundheit ihrer Patientinnen zu behandeln. »Ein sehr vielversprechender Ansatz wäre es, nicht-invasiv den Verlauf von chronischen Erkrankungen zu verfolgen, sodass wir den Patienten einmal von der Notwendigkeit befreien können, bestimmte Medikamente nehmen zu müssen.«

Tragbare Gesundheitsüberwachung

Obwohl bereits einige kontinuierliche Überwachungslösungen verfügbar sind, muss sich diese Technik noch in der gesamten Branche verbreiten und durchsetzen. Die am Körper tragbaren Gesundheitsüberwachungssysteme ähneln in der Regel einer typischen Smart-Watch, erfassen jedoch kontinuierlich den Herzschlag, die Körpertemperatur sowie weitere Vitalparameter des Trägers oder der Trägerin. 

Die Gräte können aber auch als aufgeklebtes Pflaster auf der Haut getragen werden und speichern die Messwerte auf einer SD-Karte oder senden sie drahtlos an ein mobiles Endgerät. Mit dieser Kombination aus eingebetteten Sensoren, hoher Datenverarbeitungsleistung und drahtloser Kommunikation könnte dies ein Modell für die nächste Ebene der digitalen Gesundheitsvorsorge werden.

Am Körper tragbare Geräte werden es den Menschen künftig erlauben, eine ganze Reihe von Gesundheitsparametern zu überwachen und führen damit zu einer vorhersagbaren Patientenversorgung. In der Zwischenzeit könnte die drahtlose Konnektivität, für eine verbesserte Diagnose und Behandlung der Patienten, Ärztinnen mit einem kontinuierlichen Datenstrom versorgen.

Das Bild der Gesundheitsvorsorge

Obwohl sich einige der größten Vorteile der Gesundheitsvorsorge im häuslichen Umfeld der Patienten und Patientinnen ergeben, wird auch die in den Krankenhäusern eingesetzte klinische Ausrüstung stetig weiterentwickelt. Der Bedarf an hochgenauen Röntgengeräten und CT-Scannern hat in den letzten Jahren zugenommen. Die Entwicklungen im Bereich Signalverarbeitung und verbesserte Sensoren zur Datenerfassung – die die reale Welt mit der Digitalen verbinden – spielen hier eine große Rolle. »Die Präzisions-Datenerfassung resultiert in geringeren Röntgendosen und schnelleren CT-Scans«, sagt Pat O`Doherty, Vice President of Digital Health bei Analog Devices. 

Die digitale Bildverarbeitung steigert die Effizienz in den Krankenhäusern und unterstützt Ärzte und Ärztinnen bei der Entscheidungsfindung. Dazu gehören: 

  • Digitale Röntgensysteme: Das Wandeln eines analogen Signals in ein digitales kann tausende von Dollar an Kosten in der chemischen Bildverarbeitung sparen und in schärferen, rauschärmeren Bildern resultieren.
  • CT-Scans: Präzisions-Sensoren und die digitale Signalverarbeitung verbessern die Bildqualität und reduzieren die Scan-Zeiten und damit auch die Zeitspanne, der die Patienten der Strahlung ausgesetzt sind.
  • Ultraschall: Analog/Digital-Wandler mit höherer Auflösung und Datenraten ebenen den Weg für die 3D-Bildverarbeitung und senken die Kosten für die Systeme.

Fazit & Ausblick

Präzise Bildverarbeitung, die mobile Überwachung von Vitalparametern und verbesserte digitale Systeme zur Gesundheitsvorsorge helfen Medizinern und Medizinerinnen bei der Diagnose und erlauben es den Menschen, chronische Krankheiten effektiver zu managen. Das letztendliche Ziele ist es aber, insgesamt von der reaktiven zur vorausschauenden Medizin überzugehen, was zu einer besseren Lebensqualität der Menschen führt und den Stress vom Gesundheitswesen nimmt.


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