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Thin Clients für den Einsatz im Krankenhaus

06. April 2020, 11:12 Uhr   |  Johannes Joester

Thin Clients für den Einsatz im Krankenhaus
© Igel

Die Thin Clients eignen sich auch für die Visite.

Anwenderbericht: Bereits seit 20 Jahren rüstet Igel ein Krankenhaus in Bremen mit Thin Clients aus

Das »Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen« gehört mit rund 350 Betten nicht zu den Größten in der Hansestadt, dafür ist es durch seine Stiftungsbasierte Finanzierung unabhängiger von Landesmitteln. Das bedeutet aber auch, dass »die schwarze Null« verpflichtend ist, da rote Zahlen nicht aus dem öffentlichen Haushalt ausgeglichen werden.

Um effizient zu wirtschaften und dabei den Patienten alle Unterstützung und Hilfe zu geben, die zur Genesung notwendig sind, braucht es eine leistungsfähige und sichere IT-Infrastruktur, die trotzdem leicht zu verwalten ist. Einen wesentlichen Beitrag dazu leistet eine Endgeräte-Landschaft, die aus sogenannten Thin Clients besteht, die Anwendungen und Daten aus dem Rechenzentrum beziehen. Die Verwaltung der Thin Clients erfolgt zentral und das Endgerät an sich stellt kein Sicherheitsrisiko dar, da darauf weder Daten noch Anwendungen gespeichert sind.

500 Thin Clients im Einsatz

Im Rotes Kreuz Krankenhaus, das über eine große Dialyseabteilung verfügt und unter anderem auf die Behandlung von Rheumapatienten spezialisiert ist, sind insgesamt 500 solcher Endgeräte im Einsatz. »Heute haben wir überall Universal Desktops vom Typ UD3 im Einsatz«, sagt Christian Bartsch, Mitarbeiter der EDV-Abteilung der Klinik. Sogar im Operationssaal kommen die Geräte zum Einsatz, weil sie ohne Lüfter funktionieren, der Staub oder Verunreinigungen verteilen könnte. Ohne rotierende Teile sind sie zudem wartungsfrei, sodass Kosten für Austausch beweglicher Teile, die kaputt gehen können, entfallen.

»In wenigen Abteilungen, wie etwa der Radiologie, ist die Hardware vorgeschrieben, da können wir leider keine Thin Clients einsetzen«, so Bartsch.  Außerdem gibt es noch ein knappes Dutzend Notebooks für verschiedene Funktionen in der IT und Verwaltung, die nicht als Thin Clients konfiguriert sind. Sonst gibt es keine vollwertigen PCs mehr. »Die Erfahrung hat gezeigt, dass Windows-Desktops den Endbenutzern zu viele Freiheiten geben und Computerkenntnisse verlangen, die wir von unserem Ärzte- und Pflegepersonal nicht erwarten können«, so Bartsch.

Mobiler Schreibtisch für die Visite

Im täglichen Einsatz im Krankenhaus überzeugt die Vielzahl an Schnittstellen, die der UD3 mitbringt. So werden in der Bremer Klinik Etiketten vom Thin Client gedruckt, ohne dass ein Printserver oder ähnliches zwischengeschaltet werden muss; Einzugscanner können direkt via USB angesprochen werden. Digitale Mikrofone lassen sich anschließen, um Arztbriefe über die Spracherkennungs-Software von Nuance direkt in die Maschine zu diktieren. Die Texterkennung des KIS von Agfa Healthcare macht die Erstellung und Befüllung der digitalen Patientenakte über den Thin Client einfach.

Und selbst zur Visite kommen die Geräte mit: Auf einem Computerwagen ist ein Linux-Rechner mit Igel-Betriebssystem und WLAN-Ausstattung montiert, der über einen Akku-Pack mit Strom versorgt wird. Durch die WLAN-Antenne ist der mobile Visite-Arbeitsplatz ständig mit dem Server verbunden und stellt von dort die Befunde aus der Patientenakte bereit, stets aktuell und sicher. Der Akku-Pack ist dabei so ausgelegt, dass Rechner, Tastatur, Maus und Monitor für bis zu 10 Stunden ohne Aufladen mit Strom versorgt werden. Die Erkenntnisse der Visite wandern damit ohne Zwischenschritt direkt in die Patientenakte und sind umgehend wieder für Behandlungen durch nachfolgende Ärzte und Pfleger verfügbar.

Die Verwaltung aller Thin Clients, auch der Linux-Geräte, die nicht von Igel stammen, aber mit einem Betriebssystem des Unternehmens laufen, erfolgt über die Universal Management Suite. Dort hat Bartsch zehn Profile eingerichtet, die sich weniger an den Rollen der Mitarbeiter sondern vielmehr an den benötigten Anwendungen ausrichten, zum Beispiel danach, ob Mikrofoneingaben gemacht werden, Drucker angeschlossen werden oder auf spezielle Anwendungen zugegriffen wird, wie die Alarmkonsole oder IVENA eHealth, mit der sich Rettungsleitstellen jederzeit in Echtzeit über die aktuellen Behandlungs- und Versorgungsmöglichkeiten der Krankenhäuser informieren können.

Zwei Rechenzentren für Ausfallsicherheit

Serverseitig betreibt das Rotes Kreuz Krankenhaus eine Citrix-Infrastruktur auf knapp 50 virtuellen Servern, die, mit 70 weiteren Servern für andere Aufgaben, physikalisch auf zwei Rechenzentren in verschiedenen Gebäuden gespiegelt sind. Die Verfügbarkeit und Ausfallsicherheit für die Backend-Infrastruktur wird damit sichergestellt. Der Citrix Loadbalancer entscheidet, von welchem Server der Benutzer am Endgerät die Anwendungen bereitgestellt bekommt, um ihm die bestmögliche Leistung zu garantieren. Fällt ein Rechenzentrum aus, kann nahtlos über das zweite weitergearbeitet werden.

Auch der Datenschutz ist so einfach geregelt. Denn fremde Geräte erhalten keinen Zugang zum Klinik-Netzwerk. Der Datenstrom des Citrix-Protokolls ist unleserlich und zudem verschlüsselt. Auf den Endgeräten liegen weder Daten noch Anwendungen. Damit ist der Zugriff über Passwörter ausreichend; Anwendungen, die sensible personenbezogene Daten verwalten, sind außerdem noch über ein eigenes Passwort geschützt.

Autor

Johannes Joester ist Director Healthcare Sales bei Igel

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