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Hörimplantate

Elektronik hilft gehörlosen Musikern

23. Juli 2015, 09:08 Uhr   |  Marcel Consée

Elektronik hilft gehörlosen Musikern
© Med-el

Die Finalisten des Musikfestivals Beats of Cochlea

Der kontinuierliche Fortschritt der Hörimplantat-Technologie ermöglicht Menschen mit Hörverlust eine immer bessere Hörqualität. Während die ersten Hörimplantate noch einkanalig waren und lediglich die Wahrnehmung von Geräuschen ermöglichten, verfügen moderne Geräte über mehrere Kanäle. Damit können Nutzer Sprache gut verstehen, Musik hören und aktiv musizieren.

Für Menschen mit vermindertem Hörvermögen ist das Hören von Musik etwas ganz Besonderes. Dank moderner Hörlösungen sind heute viele Menschen mit Hörbeeinträchtigungen wieder in der Lage, ihre Lieblingslieder zu genießen. Während die meisten Nutzer glücklich sind, Musik zu hören, gehen manche einen Schritt weiter: Sie erlernen ein Instrument, singen und komponieren sogar eigene Musik.

Vom 15. bis zum 16. Juli fand in Polens Hauptstadt Warschau das Festival Beats of Cochlea – das 1. Internationale Musikfestival für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Hörverlust – statt. Das Festival wird von MED-EL, einem Hersteller von Hörimplantat-Systemen, unterstützt.

Beats of Cochlea wurde vom polnischen Chirurgen Prof. Henryk Skarżyński ins Leben gerufen und steht unter der Schirmherrschaft der polnischen Ministerpräsidentin Ewa Kopacz. Ziel des Festivals, das in Zukunft jährlich stattfinden soll, ist es, zahlreiche Musiktalente aus der ganzen Welt zusammenzubringen und zu fördern. Die Premierenveranstaltung zeigte, dass dank der enormen Fortschritte der Hörimplantat-Technologie auch Menschen mit schwerem Hörverlust Musik genießen und selbst erfolgreich musizieren können.

Mehr als 95 Hörimplantat-Nutzer aus der ganzen Welt hatten sich für die Teilnahme am Festival beworben. Insgesamt 34 junge Talente – die Hälfte davon mit Implantaten von MED-EL – bewiesen ihr Können in den musikalischen Vorentscheiden. Den Höhepunkt von Beats of Cochlea bildete das Galakonzert mit einer Auswahl der 14 Finalisten. Zu ihnen gehörten unter anderem die 62-jährige Elizabeth Elliott aus Großbritannien und die neunjährige Anamaria Stefania Nastase aus Rumänien sowie weitere sieben Musiker mit MED-EL Hörimplantaten. Am 16. Juli spielten sie gemeinsam mit einem professionellen Orchester live auf der Bühne des Witold-Lutoslawski-Konzertsaals in Warschau.

MED-EL nennt das zugrunde liegende technologische Konzept »Triformance«. Besonders weiche, flexible und lange Elektrodenträger schützen die sensiblen Strukturen der Cochlea und stimulieren die
Hörnervenfasern, so dass Nutzer ein breites Klangspektrum, von hohen bis tiefen Tönen, wahrnehmen können. Eine spezielle Klangkodierungsstrategie, »FineHearing«, erlaubt es, nicht nur den
Umriss des Schalls, sondern auch die Feinstruktur zu verarbeiten, jenen Teil der Schallinformationen, der für Musikwahrnehmung von sehr großer Bedeutung ist.

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