Rückenmarkstimulation

Leichte Stromschläge gegen starke Schmerzen

27. Januar 2020, 12:30 Uhr   |  medical design

Leichte Stromschläge gegen starke Schmerzen
© Pixabay

Die Rückenmarkstimulation ist ein minimalinvasives operatives Verfahren zur Behandlung chronischer Schmerzen.

Vokabel der Woche | Die Rückenmarkstimulation ist ein neurologisches Therapieverfahren zur Behandlung chronischer Schmerzen. Sie gehört zu den sogenannten neuromodulativen Verfahren.

Englisch: Spinal Cord Stimulation

Synonym: SCS, SCS-Therapie

Was ist die Rückenmarkstimulation?

Bei der Rückenmarkstumulation (SCS-Therapie) wird ein Impulsgeber und eine oder mehrerer Elektroden in den Patienten implantiert. Steuerung und Stromversorgung der Therapie erfolgen durch den meist unter der Bauchdecke oder im unteren Rücken/Gesäßbereich implantierten Impulsgeber.

Wie funktioniert die Rückenmarkstimulation?

Die  Rückenmarkstimulation lindert Schmerzen über eine elektrische Aktivierung schmerzhemmender Neuronen im Hinterhorn. Dadurch wird ein die Schmerzempfindung überlagerndes Kribbelgefühl (Parästhesie) hervorgerufen.

Systeme für die SCS-Therapie

Ein Gerät für die Rückenmarstimulation besteht üblicherweise aus  Elektrode, Impulsgeber und Energiequelle (Batterie). Die Elektrode gibt schwache elektrische Impulse ab. Man unterscheidet zweischen vollimplantiertes System (Impulsgeber und Batterie) und teilimplantiertes System (Radiofrequenzempfänger mit am Körper getragener Batterie). Der Impulsgeber ist programmierbar. Je nach Impulsfrequenz und -stärke beträgt die Lebensdauer der Batterie zwischen 3 und 9 Jahren.

Wann kommt die  Rückenmarkstimulation zum Einsatz?

Als interventionelle Maßnahme bei chronischen Rücken- und/oder Beinschmerzen kann sich die Rückenmarkstimulation als wirksame Alternative oder Begleittherapie zu anderen Behandlungsformen, die alleine nicht zu einer ausreichenden Linderung der Schmerzen geführt haben, erweisen.

Aus der Praxis

Kabel und Steckverbinder für die Rückenmarkstimulation

Die Rückenmarkstimulation lindert nicht den Schmerz, sondern verändern wie der Patient ihn wahrnimmt. Die verwendeten Geräte müssen dabei so einiges mitmachen, schließlich trägt sie der Patient immer bei sich. Das ist auch für die Kabel und Steckverbinder ein Krafktakt. mehr

Autor: Robert Stanton, Director of Technology bei Omnetics

Schlagworte: Medizintechnik, Elektromedizin, Rückenmarkstimulation, SCS-Therapie

Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenAuf Linkedin teilenVia Mail teilen

Verwandte Artikel

elektroniknet