Corona-Impfstoff

BMS liefert Ultratiefkühlgeräte für Covid-19-Vakzine

15. Dezember 2020, 10:01 Uhr | B Medical Systems
Blick in den Impfstoff-Kühlschrank
© B Medical Systems

B Medical Systems liefert Geräte und berät staatliche Stellen

Die erste Corona-Impfstoffe sind verfügbar. Jetzt müssen sie unverzüglich und sicher in die ganze Welt geliefert werden. Doch die extreme Fragilität der mRNA-Impfstoffe stellt hohe logistische Anforderungen: Die bisher entwickelten Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna erfordern eine besonders niedrige Temperatur bei Lagerung und Transport und somit die strikte Einhaltung der Kühlkette. Das macht die Logistik kompliziert.

Die Kühlkette für die neu verfügbaren Corona-Impfstoffe muss schnell aufgebaut werden, damit diese schnell und sicher verteilt werden können. Regierungen aller Länder, auch die deutsche, bauen in rasender Geschwindigkeit ihre Impfprogramme aus. Expertise dazu holen sie sich unter anderem bei Experten wie B Medical Systems (BMS). Der Spezialist für Medizintechnik berät beispielsweise derzeit die EU bei der Erstellung einer Readiness Checklist, mit der die Mitgliedsstaaten prüfen können, ob ihre Impfprogramme bereit sind für den sicheren Transport der Covid-19-Vakzine. Bayern, Luxemburg und die Stadt Philadelphia haben dank der Beratung von BMS sogar bereits mit der Vorbereitung der Kühlkette begonnen.

Nachfrage nach Ultratiefkühlgeräten explodiert

Einen unverzichtbaren Teil der Kühlkette bilden Ultratiefkühlgeräte. Hier explodiert gerade die Nachfrage. Die von BMS entwickelten Ultratiefkühlgeräte decken den Temperaturbereich von -20°C bis -86°C ab und sind damit für die Kühlung der Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna geeignet. Das Unternehmen bietet zudem ein weiteres Modell an, das den Temperaturbereich von 8°C bis -20°C abdeckt und sich daher sowohl für die Aufbewahrung des Moderna Impfstoffs als auch für den Impfstoff von Oxford/Astrazeneca eignet.

Ultra-Tiefkühlschrank U700
Ultra-Tiefkühlschrank U700
© B Medical Systems

»In normalen Zeiten liefern wir 2.000-3.000 Einheiten pro Land«, sagt Luc Provost, CEO von BMS. Aktuell erwartet das Unternehmen eine fünf- bis siebenfach höhere Nachfrage auf mindestens 15.000 Geräte pro Land. »Aus Ländern mit größerer Bevölkerung, wie etwa Indien, erreichen uns momentan sogar Aufträge im sechsstelligen Bereich.«

Koordination der Kühl- und Logistikkette ist essentiell

Die Kühlkette besteht aus verschiedenen Abschnitten, die von verschiedenen Akteuren betrieben werden. Das Problem dabei ist, dass alle Glieder der Lieferkette für die erfolgreiche Verteilung der riesigen Mengen an Impfstoffen unerlässlich sind. Je mehr Glieder es gibt, desto höher wird der Koordinationsaufwand. Der momentane Plan sieht für Deutschland vor, dass in den Bundesländern Zwischenlager entstehen, in denen die Impfstoffe aufbewahrt werden. Für den Weg dorthin ist der Bund zuständig. Von den Lagern gehen die Impfdosen weiter an die Impfzentren. Für diesen Teil der Transportkette sind die Länder zuständig. 

Wird die Logistik bei der Verteilung innerhalb Deutschlands, einschließlich der Lagerung und der letzten Meile zum Patienten, nicht gut durchdacht und koordiniert, drohen negative Folgen für die Bekämpfung der Pandemie. »Unterbrechungen der Kühlkette machen die Impfstoffe unbrauchbar«, sagt Provost. Das wäre sehr schlecht, angesichts der Knappheit der Impfstoffe. Und Fehler bei der Logistik können beispielsweise für einen Stau der Impfdosen sorgen. »Beides verlangsamt das Impfprogram.«

Für die Koordination der Kühl- und Logistikkette ist demnach ein zentralisiertes Logistik-Informationsmanagementsystems empfehlenswert. Damit lässt sich in Echtzeit der Überblick über die Lagerung von Impfstoffen, den Bedarf und die Bestellungen behalten. Das ermöglicht eine hocheffiziente Lieferkette. Wenn diese nicht vorhanden ist, könnte es zu kostspieligen Impfstoffverlusten und Staus kommen, was wiederum die Impfungen verlangsamt.

Herausforderung des Transports auf der letzten Meile

Die Erfahrung von BMS zeigt, dass Impfstoffe insbesondere in zwei Bereichen unbrauchbar werden: Beim Transport innerhalb eines Landes und kurz vor der Impfung. Die meisten tragbaren Impfstoffbehälter und Kühlbehälter können die Kühlung nicht länger als 12 Stunden gewährleisten, besonders wenn es draußen heiß ist. Der Transport über die letzte Meile zu dem Ort, an dem die Impfung stattfindet – zum Beispiel zu Bewohnern von Pflegeheimen, ist allerdings zeitaufwändig. (me)


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