Zuversicht

Corona führt zu umkehrbaren Umbrüchen

17. November 2020, 11:03 Uhr   |  Medical Mountain/Roland Berger/Spectaris

Corona führt zu umkehrbaren Umbrüchen
© Pixabay

Die Lungenkrankheit, die das Coronavirus auslösen kann, hat den Namen Covid-19 (Corona Virus Disease 2019) bekommen.

Umfragen zeigen erste Anzeichen einer Verbesserung

Eine neue Studie von Spectaris und Roland Berger anlässlich der virtual.Medica zeigt: Der Wettbewerb verschärft sich, kleinere Unternehmen sind bedroht, digitale Exzellenz und Vertriebsstrategien wichtiger denn je. Experten erwarten auch mittel- bis langfristig fundamentale Markt- und Wettbewerbsveränderungen, die Chancen und Herausforderungen gleichermaßen mit sich bringen.

DieErgebnisse des Trendreports »Wie SARS-CoV-2 die Medizintechnikbranche verändert« basieren auf Expertengesprächen sowie einer Umfrage unter rund 500 Unternehmen. Sie verdeutlichen, dass nur die Firmen, die bereits jetzt die richtigen Weichen stellen, »zu den Eroberern« zählen werden, denen es durch digitale Exzellenz gelingt, neue Märkte und Kundenkontakte zu erschließen – während der Krise und danach. Vielen kleineren Unternehmen, die von den Auswirkungen der Pandemie bereits heute deutlich stärker betroffen sind, drohe angesichts des nach wie vor hohen Preisdrucks und Regulierungsaufwands sowie einer zunehmenden Marktkonsolidierung das Aus.

Mehr als 80 Prozent der für die Studie Befragten gehen außerdem davon aus, dass sich das Tempo der Marktkonsolidierung durch Corona beschleunigt hat. Sie erwarten, dass die Entwicklung ebenfalls vor allem zu Lasten kleinerer Unternehmen verläuft. Diese sind schon im Vorfeld durch das geplante Inkrafttreten der neuen Medical Device Regulation (MDR) stark unter Druck geraten, weil hohe Investitionen notwendig waren, um sich auf die neuen Zulassungsprozesse vorzubereiten. Viele Rücklagen sind nun aufgebraucht. Erschwerend komme hinzu, dass ungeachtet der aktuellen Bundesmittel die budgetären Engpässe im Gesundheitswesen auch in den kommenden Jahren bestehen bleiben und eine entsprechende restriktive Erstattungspolitik nach sich ziehen werden.

Und dennoch stehen die Anzeichen auf Verbesserung. Zwar bestätigen viele Unternehmen die Prognosen aus dem Früjahr, sehen aber auch Anzeichen einer positiveren Entwicklung. Das ist zumindest der O-Ton in der dritten Umfrage des Industrieverbandes und des Branchenclusters MedicalMountains.

Branche dämmt Umsatzrückgang auf vier Prozent ein

Obwohl gerade die Medizintechnikbranche bei der medizinischen Bewältigung der Coronakrise stark gefordert ist, sind insgesamt deutliche Umsatzeinbußen zu verzeichnen und dauerhafte Veränderungen der Geschäftsprozesse zu erwarten. 69 Prozent der Unternehmen gehen für 2020 von einem im Vergleich zum Vorjahr schlechteren, 14 Prozent von einem gleichbleibenden Umsatzergebnis aus. Lediglich 18 Prozent rechnen mit einem Umsatzzuwachs. 

Für das Gesamtjahr 2020 wird ein Umsatzrückgang der Branche von etwa vier Prozent erwartet, beim Auslandsgeschäft fällt das prognostizierte Minus mit sechs Prozent noch etwas höher aus. Auch diese Umfrage zeigt, dass insbesondere kleinere Unternehmen unter den Folgen der Pandemie leiden und diese mehrheitlich von deutlich höheren Umsatzrückgängen berichten.

Die derzeitige Gesamteinschätzung hat sich im Vergleich zur Juni-Umfrage allerdings verbessert, bei der noch mit einem Rückgang von acht beim Gesamtumsatz beziehungsweise zwölf Prozent beim Auslandsumsatz gerechnet wurde. Auch der Ist-Auftragseingang, der im Zeitraum Januar bis Mai noch um elf Prozent unter dem entsprechenden Vorjahreszeitraum lag, zeigt mit einem Rückgang von etwa sieben Prozent im Zeitraum Januar bis September eine leicht steigende Tendenz.

Das Inlandsgeschäft entwickelt sich im Vergleich zum internationalen Geschäft freundlicher und könnte zum Jahresende sogar ein Prozent über dem Vorjahresniveau liegen. Ausgehend von diesem Stimmungsbild erwirtschaften die mehr als 1400 deutschen Betriebe (mit mehr als 20 Beschäftigten) mit ihren rund 150.000 Mitarbeitern in diesem Jahr voraussichtlich einen Umsatz von etwa 32 Mrd. Euro, davon etwa 20 Mrd. Euro im Ausland. Im Vorjahr betrug der Gesamtumsatz noch über 33 Mrd. Euro. (me)

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