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Neue Apps für die Altenpflege

15. Juni 2021, 10:30 Uhr | medical design
Die mHealth Solution Days finden am 25. & 26. August 2020 statt.
DiPAs sind digitale Anwendungen für die Pflege
© AdobeStock/ipopba

Wie DiPAs den Pflegealltag verbessern sollen

Digitale Angebote in der Pflege, bei elektronischen Rezepten und Videosprechstunden sollen Verbesserungen für Patienten und Pflegebedürftige bringen. Der Bundesrat beschloss dazu im Mai ein Gesetz von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). So sollen etwa Apps den Pflegebedürftigen helfen, ihren Alltag besser zu bewältigen. Dabei geht es etwa um Anwendungen, mit denen der Gesundheitszustand durch Übungen und Trainings stabilisiert werden soll. Konkret sollen so etwa Stürze vermieden und Menschen mit Demenz durch Gedächtnisspiele gefordert werden.

DiPA: Digitale Pflegeanwendungen

Sogenannte DiPA (= digitale Pflegeanwendungen) sollen helfen, den Pflegealltag besser zu bewältigen. Einige davon bieten Pflegebedürftigen Übungen an, um ihren Gesundheitszustand zu stabilisieren oder zu verbessern. Sie können entweder als App auf mobilen Endgeräten oder als browserbasierte Webanwendung am Computer oder Laptop genutzt werden. Im Augenblick gibt es dazu schon einige interessante Entwicklungen, die für Pflegebedürftige und für die pflegenden Angehörigen eine echte Unterstützung darstellen können.

Es gibt aber auch Anwendungen, die sich gezielt an die Pflegenden richten. Mit der kostenlosen App» I care Wissen to go« (kostenlose, Thieme Verlag) können Auszubildene neben dem Wissen to go mit den interaktiven App-Funktionen den persönlichen Lernerfolg festhalten und Lernvideos direkt aus den I care Büchern streamen. Wer noch dabei ist, die Grudnlagen zu lernen, kann sich »Elsevier« App kostenlos herunterladen. funktioniert wie eine Art mobiles Nachschlagewerk für Fachbegriffe, Definitionen, Abkürzungen, Krankheitsbilder und Pflegeplanungen.

An Pflegende in der Praxis richtet sich unter anderem der »FlexR Schichtplaner« (3,49 Euroe, Gerrit kleyn Winkel). bietet  Möglichkeiten, um einen ausführlichen individuellen Schichtplan zu erstellen. Die App richtet sich vor allem Menschen, die in wechselnden Schichten arbeiten, und gibt mit ihren Funktionen einen Überblick über anstehende und vergangene Arbeitszeiten. Der FlexR Schichtplaner kann auch mit dem Kalender auf dem Smartphone synchronisiert werden, sodass die doppelte Eingabe der Dienstzeiten entfällt.

Was können DiPAs im Pflegealltag leisten?

Eine Situation, in der eine DiPA nützlich sein kann, ist die Vernetzung von Pflegenden untereinander: Gerade die mangelnde Kommunikation bereitet den Pflegenden oft Schwierigkeiten. Wurde die Medikamentengabe richtig eingehalten, wer kümmert sich um welche Angelegenheit und liegen dem Hausarzt die aktuellen Blutzuckerwerte bereits vor? Fragen, die Ihnen vielleicht schon aus Ihrem eigenen Pflegealltag bekannt sind. Mit einer App tauschen sich pflegende Angehörige, Hausarzt und falls beteiligt, auch der Pflegedienst aus. So können DiPAs einen reibungslosen Pflegealltag unterstützen.

DiPAs könnten aber auch Sensoren sein, die zum Beispiel bei einer Inkontinenz zum Einsatz kommen: Ein Sensor benachrichtigt den pflegenden Angehörigen über die App, wann das Inkontinenzmaterial gewechselt werden muss. Damit wird nicht nur der Pflegende in seinen Abläufen unterstützt, sondern auch der Pflegebedürftige selbst gewinnt dadurch wieder mehr an Lebensqualität.

Aber auch Anwendungen für Trainingseinheiten mit bedarfsgerechten Übungen, die den Gesundheitszustand des Pflegebedürftigen verbessern, gehören zu den Möglichkeiten von DiPAs.

Mehr Hilfe per Videosprechstunde

Erleichtert werden soll außerdem, Videosprechstunden zu nutzen. Termine dafür sollen künftig auch über die bundesweite Service-Nummer 116 117 der Kassenärzte vermittelt werden. Auch der kassenärztliche Bereitschaftsdienst soll künftig telemedizinische Leistungen anbieten, ebenso Hebammen und Heilmittelerbringer wie Logopäden oder Physiotherapeuten.

E-Verordnungen sollen außer für Arzneimittel unter anderem auch für Angebote wie Physiotherapie oder Hilfsmittel angeboten werden. Seit Jahresbeginn können Versicherte Gesundheitsdaten wie Arztbefunde und Röntgenbilder in elektronischen Patientenakten (ePA) speichern und abrufen - auf einer freiwilligen App von der Krankenkasse für Smartphones. Die E-Akten sollen schrittweise mehr Funktionen erhalten.

Quellen

[1] Pflege.de: Digitale Apps für die Pflege & Gesundheit (Stand: 15.06.2021)

[2] jedermanngruppe.de: 8 praktische Apps für Pflegende (Stand 15.06.2021)

(dpa/me)


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