Schwerpunkte

Point-of-Care

Patientennahe Sofortdiagnostik

17. November 2020, 12:34 Uhr   |  medical design

Patientennahe Sofortdiagnostik
© Bosch

Beispiel für ein POC-Testsystem: Analysegerät Vivalytic von Bosch Healthcare Solution

Der schnelle Weg zur direkten Diagnostik

Aktualisiert: 15. April 2021, 08:49 Uhr

Weltweit kommen jährlich Millionen von Patienten mit Symptomen in die Notaufnahme, die auf einen Herzinfarkt hindeuten könnten. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind für schätzungsweise 31 Prozent aller Todesfälle weltweit verantwortlich und stellen die häufigste Todesursache dar. Eine schnelle Triage von Patienten mit entsprechenden Symptomen kann helfen, Leben zu retten.

Mediziner sind in erster Linie auf das Zentrallabor angewiesen, um kritische Blut-Test-Ergebnisse zu erhalten, bevor sie Entscheidungen über die Behandlung ihrer Patienten treffen können. Es kann eine Stunde oder länger dauern, bis diese Ergebnisse vorliegen.

Eine Verkürzung der Durchlaufzeit kann Ärzten einen schnellen Weg zur Diagnose und Behandlung ihrer Patienten bieten und so dazu beitragen, die Versorgung zu beschleunigen, die Ergebnisse für die Patienten zu verbessern und die Belastung in überfüllten Notaufnahmen zu verringern. Genau hier setzt das das Konzept Point-of-Care an.

Begrifferklärung Point-of-Care-Testing

Mit dem Begriff Point-of-Care-Testing (POCT) bezeichnet man in der Medizin diagnostische Untersuchungen, die nicht in einem Zentrallabor, sondern in unmittelbarer Nähe des Patienten stattfinden, zum Beispiel direkt auf der Krankenstation, in der Arztpraxis oder in einer Apotheke. In bestimmten Situationen wie Notfällen ist auch ein Einsatz außerhalb einer solchen Einrichtung möglich, beispielsweise in der Wohnung eines Patienten oder in einem Notarztwagen. Manche Untersuchungen werden vom Patienten auch selbst durchgeführt, etwa die Blutzuckermessung durch den Diabetiker.

Der Umfang reicht von extrem verbreiteten und häufigen Tests wie der bereits erwähnten Blutzuckermessung oder dem Urinteststreifen über die Immunchromatografie, zum Beispiel beim Schwangerschaftstest, bis zu komplexer Gerinnungsdiagnostik beim Einsatz von Herz-Lungen-Maschinen und anderen großen Operationen. Auch die Blutgasanalyse gehört zur patientennahen Sofortdiagnostik auf der Intensivstation oder in der Notaufnahme.

Der Begriff hat insbesondere im Rahmen der Corona-Pandemie an Bedeutung gewonnen. Denn die viele der entwickelten Testsysteme sollten eine schnelle Vor-Ort-Diagnose ermöglichen, ohne dass die Proben extra in einem Labor eingereicht werden mussten.

PoC-Diagnostik: Hier kommt es auf jedes Bauteil an

Die wichtigsten treibenden Kräfte für das Wachstum der molekularen Diagnostik am Point-of-Care (PoC) sind die hohe Prävalenz von Infektionskrankheiten, die zunehmende Präsenz und Akzeptanz der personalisierten Medizin und die Fortschritte auf dem Gebiet der molekularen Techniken, die präzisere Ergebnisse ermöglicht und für Portabilität gesorgt haben.

Die molekulare PoC-Diagnostik  gibt Ärzten die Möglichkeit, den Standard der Patientenversorgung anzuheben, indem gleich beim ersten Besuch des Patienten eine schnelle Diagnose mit anschließender Therapieentscheidung möglich ist, anstatt Tage auf die Testergebnisse warten zu müssen.

Das verlangt von jedem Bauteil absolute Präzision. Unternehmen wie Texas Instruments versuchen daher, nicht nur als Zuliferer zu fungieren, sondern bieten intensive Hilfestellung.

Beispiele aus der Praxis

Auf Facebook teilen Auf Twitter teilen Auf Linkedin teilen Via Mail teilen

Verwandte Artikel

WEKA FACHMEDIEN GmbH